Familienunternehmen Warum Larry so wild ist

Intrigen, Neurosen, Machtkämpfe - Psychoanalytiker und Management-Coach Manfred Kets de Vries erklärt, wie Firmenerben und -gründer ticken.
Von Claus G. Schmalholz

Erkenntniswert: Es gibt kaum etwas, das ein Unternehmen erfolgreicher machen kann als eine weitsichtige und disziplinierte Eigentümerfamilie - und nichts kann ein Unternehmen nachhaltiger zerstören als die Intrigen und Machtkämpfe eines weitverzweigten Clans. Topmanagement-Coach Manfred Kets de Vries nähert sich dem Phänomen Familienunternehmen aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Er seziert die Familien und ihre Imperien mit dem Werkzeug des Psychoanalytikers. Eine Analyse, die sich streckenweise erschreckend, aber immer aufschlussreich liest.

Kets De Vries entschlüsselt Verhaltensmuster von Unternehmerfamilien und zeichnet ihre typischen Neurosen nach: Narzissmus, Neid, Hass. Er beschreibt die möglichen Rollenmodelle, in die sich familienfremde Manager einfinden können und ordnet diese Rollenmuster den Klassikern der Psychoanalyse zu. Auf diese Weise bietet er beeindruckend klare Einblicke in das Innenleben familiengeführter Unternehmen.

Stil: Kets De Vries und seine Koautoren kommen ohne jegliches Fachchinesisch aus. Jedes Kapitel ist reichhaltig mit realen Beispielen illustriert. So ist etwa die Passage über Oracle-Gründer Larry Ellison ("Es reicht nicht, wenn wir gewinnen. Alle anderen müssen verlieren") ebenso unterhaltsam wie lehrreich.

Nutzwert: Firmenerben finden hier wohl mehr Handreichungen für die Entwicklung ihres Unternehmens, als sie aus den meisten Managementseminaren mitnehmen könnten. Und angestellte Manager in Familienunternehmen erfahren auf 324 Seiten mehr über die Verhaltens- und Entscheidungsmuster ihrer Chefs, als diese ihnen jemals freiwillig erzählen würden.

rot rot statt orange seit März 2006, da neues Heftlayout

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Foto: manager-magazin.de
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