Samstag, 18. Januar 2020

Junge Elite Offensive Strategen

Welche Zukunft hat die Globalisierung? Überlebt die offene Weltwirtschaft das Wiederaufleben des Protektionismus? manager magazin hat die junge deutsche Führungselite zusammengebracht, um über die Zukunft nachzudenken. Ihr Credo: Gas geben - auch wenn die Zeiten schwieriger werden.

Unheil liegt in der Luft. Die Weltwirtschaft steckt in einer kritischen Phase. Krisensymptome, wohin man schaut.

Steigende Ölpreise schüren die Inflation. Die weltgrößte Wirtschaftsmacht - Amerika - offenbart fundamentale ökonomische Schwächen. Der Dollar verliert rapide an Wert. Das internationale Finanzsystem steht unter enormem Stress. Die Bevölkerungen überall in den reichen Ländern werden nervös. Die Politik reagiert mit allerlei protektionistischen Ideen.

Eine gefährliche Konstellation. Nicht ausgeschlossen, dass das globale Wirtschaftssystem zusammenbricht - Error, Absturz, Aus.

Es klingt wie eine Beschreibung der Gegenwart; tatsächlich war es der November 1975, als die Lage so kritisch war, dass sich die Regierungschefs der wichtigsten Wirtschaftsnationen zum ersten globalen Krisengipfel in Rambouillet bei Paris trafen.

Die Weltwirtschaft stand auf der Kippe, der weitere Weg der Weltgeschichte schien keineswegs vorgezeichnet. Dass es in den Jahrzehnten danach einen langen Aufschwung geben könnte, dass die Globalisierung die Wirtschaftsstrukturen von Grund auf verändern würde - all das schien im Herbst 1975 keineswegs zwangsläufig. Im Gegenteil: Die Zeichen standen eher auf Desintegration und Depression.

Heute, 32 Jahre später, durchlebt die Weltwirtschaft eine ähnlich heikle Phase. Rapide haben sich die Lage und die Stimmung in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert - die Immobilien-Banken-Kredit-Dollar-Öl-Krise, die Renationalisierung der Wirtschaftspolitik, die Aushöhlung des multilateralen Welthandelssystems der WTO. Wieder einmal geht es darum, ob das weltwirtschaftliche System die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte fortsetzt - oder ob es sich auflöst.

© manager magazin 12/2007
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