Mittwoch, 18. September 2019

John Elkann "Wir sind wieder da"

John Elkann drängt auf die globale Bühne. Der Chef des Agnelli-Clans will in Zukunft auch deutsche Unternehmen kaufen.

mm: Herr Elkann, Ihre Familie ist immer noch die mächtigste Unternehmerdynastie Italiens, sie war einmal die vielleicht strahlendste Europas. Seit Ihr Großvater Gianni Agnelli und dessen Bruder Umberto 2003 und 2004 gestorben sind, sind Sie der Chef dieser Familie. Wollen Sie den Glanz der Ära Gianni Agnelli wiedererstehen lassen?

Winning Team: Der Rennstall Ferrari gehört genau wie der Fussballclub Juventus Turin zum Agnelli-Imperium
Elkann: Wir sind wieder da. In den vergangenen Jahren haben wir sehr hart an der Fiat-Sanierung gearbeitet. Jetzt sehen wir die Zukunft des Konzerns sehr optimistisch. Unsere Familie ist mit Fiat Börsen-Chart zeigen groß geworden, Fiat ist noch immer unsere wertvollste Beteiligung. Aber auch unsere Investmentgesellschaft IFIL sucht neue Gelegenheiten.

mm: Leute, die Sie gut kennen, beschreiben Sie als ausgesprochen ehrgeizig. Ihr Ziel sei es, die Agnellis zu einer der mächtigsten Industriellenfamilien der Welt zu machen.

Elkann: (klopft dreimal auf den Tisch) Echtes Holz, übrigens. Wir wollen Teil des großen globalen Business werden. Wir haben uns bereits verstärkt im Ausland engagiert. Das setzen wir fort, hoffentlich bald auch in Deutschland.

mm: Die Agnellis steigen in Deutschland ein? Wann und wo?

Elkann: Noch ist nichts unterschriftsreif. Aber wir halten Deutschland für sehr attraktiv. Interessant sind vor allem Firmen, die sich mit Maschinenbau und Umwelttechnologie befassen. In Deutschland kommen zwei Dinge zusammen: sehr gute Ingenieure und eine Regierung, die den Umweltschutz fördert. Auf dieser Basis haben sich sehr gute Unternehmen entwickelt.

© manager magazin 11/2007
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