Traveller-Guide Willkommen in der Wüste

Im Rekordtempo ist es den Herrschern von Dubai gelungen, das Land der Perlenfischer und Piraten zu einer globalen Drehscheibe auszubauen. Handel und Tourismus blühen, spektakuläre Neubauten wie der Burj Dubai machen weltweit Schlagzeilen. Ein Reiseführer zu den schönsten Seiten der Wüstencity.
Von Anne Preissner

Das Ende der Ölvorkommen vor Augen, hatte die Scheichfamilie frühzeitig die Weichen für einen strukturellen Wandel gestellt. Minarette und Wolkenkratzer, Windtürme und Luxus-Malls - die sehr arabische und verwegene Mischung aus Las Vegas, Manhattan und Disneyland macht Dubai zu einem beeindruckenden Brückenkopf zwischen Orient und Okzident.

Und zu einem einzigartigen arabischen Experiment. Kein Staat des Mittleren Ostens hat so viel Weitsicht und Mut bewiesen, wie das knapp 4000 Quadratkilometer große Wüstenland.

Während sich die benachbarten Emirate und Staaten strikt dem Gesetz des Islam beugen, setzt Scheich Mohammed Bin Raschid auf kontrollierte Öffnung nach Westen.

Zahlreiche wohlhabende Saudi-Araber, Iraker, Iraner, aber auch Russen und Inder kaufen sich in Dubai das Stück Freiheit, das ihre Staaten nicht bieten. Der manager-magazin-Business-Traveller-Guide hilft Geschäftsleuten und anderen Reisenden, die schönsten Seiten Dubais zu entdecken.

Deutsche Manager, die Land und Leute kennen, verraten exklusiv ihre bevorzugten Plätze zum Schlafen, Essen, Entspannen und Shoppen. Versprochen: Es wird eine aufregende und spannende Tour, denn die Stadt macht ihrem Namen alle Ehre. Übersetzt heißt "Dubai" einfach "Treffpunkt".

Restaurants - Gaumenfreuden

Restaurants

Gaumenfreuden: Selten so gut gegessen, sei es arabisch, libanesisch, indisch oder italienisch.

Optisch reizvoll präsentiert sich das reichhaltige Speisenangebot im Wüstenstaat, sei es libanesische, chinesische oder indische Küche. Der Großteil der Lebensmittel, ob schottischer Lachs oder exotische Früchte, wird importiert und unterliegt sehr strengen Qualitätskontrollen.

Der Weg in die besseren - und mit Alkohol-Lizenz versehenen - Restaurants führt meist durch eine Hotellobby. Obwohl es zahlreiche Gourmettempel gibt, empfiehlt es sich vor allem in den besonders gefragten Restaurants wie dem "Vu's" im "Emirates Towers" zu reservieren.

Für die Anfahrt sollte vor allem abends genügend Zeit eingeplant werden, rät Rene Koneberg. Wer in Bur Dubai westlich des Creeks logiert und in den alten Teil der Stadt will (Dubai Deira), sollte mindestens eine Stunde für die Fahrt einkalkulieren.

Dafür entschädigen Restaurants wie der Italiener "Vivaldi" ("Sheraton Dubai Creek Hotel & Towers", Baniyas Street-Creek Road, Tel.: 04-2 07 17 17) mit einem fantastischen Ausblick auf den Creek und mit vorzüglicher Küche. Generell gilt: Das Personal ist von ausgesuchter Höflichkeit, und das Trinkgeld sollte 15 Prozent betragen.


Schnell und gut

Wer es eilig hat, ist mit einem "Schawarma" bestens bedient. Der arabische Döner, meist gefüllt mit Hühnchen oder Lamm, Knoblauchsoße und recht salzigen Mixed Pickles, ist ein vollwertiges Essen und kostet im Straßenverkauf rund 60 Cent.

Arabische Nächte

Wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht präsentiert sich unter freiem Himmel "The Rooftop" mit hervorragender lokaler Küche von Petersiliensalat bis Kichererbsen-Mousse. Allein die Vorspeisen reichen, um satt zu werden (One & Only Royal Mirage, Arabian Court, Tel.: 04-3 99 99 99).


Restaurant-Tipps von Rene Koneberg

Rene Koneberg lebt seit drei Jahren in Dubai und leitet bei Audi das Geschäft mit Großkunden und VIPs im Mittleren Osten.

"Nina": Der indische Gourmettempel lockt mit exotischen Gewürzvariationen. "Hotel Royal Mirage", Jumeirah Beach, Arabian Court, Tel.: 04-3 39 99 99.

"Salmontini": Das auf Lachsvariationen spezialisierte Lokal bietet einen spektakulären Blick auf die größte Indoor-Skihalle der Welt. The West End, Mall of the Emirates, Tel.: 04-3 41 02 22.

"Vu's": Das im 50. Stock gelegene Restaurant lockt mit Panoramablick und ausgezeichnetem Business-Lunch. Hotel "Emirates Towers", Tel.: 04-3 19 80 88.

"Aquarium": Vorzügliches Fischrestaurant mit Aussicht auf den Creek. Dubai Creek Golf & Yacht Club, Tel.: 04-2 95 60 00. "Bice": Herausragende italienische Küche in reizvollem Wintergarten-Ambiente. Hilton Dubai Jumeirah Resort, Tel.: 04-3 99 11 11.

Hotels - Luxus pur

Hotels

Luxus pur Die Fünf-Sterne-Häuser bieten Geschäftsreisenden einen exzellenten Service.

Nach wie vor gilt das Ende 1999 eröffnete Hotel "Burj al-Arab" als Inbegriff unglaublichen Luxus. Mit seinem markanten und nachts illuminierten Lateinersegel ist die 280 Meter ins Meer gebaute Nobelherberge die berühmteste Adresse der Stadt.

Vorwiegend reiche Araber, Asiaten und Russen logieren im selbst ernannten Sieben-Sterne-Haus, in dem 8000 Quadratmeter Fläche mit 22-karätigem Blattgold verblendet wurden. Auch der Mord an einem Diamantenhändler im Herbst vergangenen Jahres kratzte nur kurz am Renommee des Hotels. Für normale Business Traveller ist das "Burj al-Arab" allein aus Kostengründen nicht geeignet. Doch es lohnen sich der Besuch des Restaurants "Sky View Bar" mit einem grandiosen Blick auf "The Palm" und des Lokals "Al Mahara" mit seinem gigantischen Fischbassin (Reservierung dringend erforderlich, Tel.: 04-3 01 77 77).

Insgesamt bietet Dubai mit seinen vielen Fünf-Sterne-Hotels hochmoderne und äußerst komfortable Unterkünfte. Zahlreiche Luxushotels sind im Bau, doch bis zu ihrer Eröffnung bleibt das Angebot knapp, und Preise ab 400 Euro sind üblich. Nur in den unerträglich schwülen Sommermonaten von Mitte Juni bis Mitte September gibt es in zahlreichen Tophotels einen Hitzediscount.


Oase der Ruhe

Wer Geschäftliches mit Muße verbinden will, findet im "Park Hyatt Dubai" ein Haus der Extraklasse. Das im dezent arabischen Stil gebaute Luxushotel liegt direkt am Dubai Creek Golf & Yacht Club, verfügt über große Zimmer (mindestens 52 Quadratmeter) und bietet von seiner Terrasse einen herrlichen Blick auf den Meeresarm (Tel.: 04-6 02 12 34).


Hotel-Tipps von Werner Kletzka

Der Ex-Lufthansa-Manager und Logistik-Consultant lebt seit sechs Jahren in Dubai.

Grand Hyatt: Zentral gelegenes Nobelhotel mit exzellentem Service, Tel.: 04-3 17 12 34.

Kempinski Hotel Mall of the Emirates: Beliebte Luxusherberge. Sheikh Zayed Road, Tel:. 04-3 41 00 00.

Emirates Towers: Hervorragend gemanagtes Haus für Geschäftsreisende, Tel.: 04-3 30 00 00.

Bars und Nightlife - Jazz oder Shisha

Bars und Nightlife

Jazz oder Shisha: Die angesagten Plätze in Dubai nehmen ständig zu - für Nachtschwärmer eine echte Herausforderung.

Alkohol ist in Dubai geduldet, aber nicht gern gesehen und ähnlich wie in skandinavischen Staaten ziemlich teuer. Ein Gläschen Champagner kostet rund 20 Euro, und das meiste Geld fließt zum Wohle des Scheichtums in die Taschen von zwei staatlichen Lizenzgebern.

Das Nachtleben in Dubai findet meist in Luxushotels statt. Und je mehr Dubai ins Umland wächst, desto spektakulärer werden die Aussichtsplattformen. Die noble "Bar 44", selbstredend im 44. Stock, und zwar des "Grosvenor House" (Tel.: 04-60 00), bietet einen herrlichen Blick auf das im Bau befindliche Hochhausviertel Dubai Marina. Geldmanager strömen nach einem langen Arbeitstag gern vom Finanzzentrum ins nahe gelegene "Scarletts" (Boulevard im Hotel "Emirates Towers", Tel.: 04-3 19 80 88). Richtig los geht es in den Bars ab 23 Uhr - meist bis 3 Uhr nachts.


Rauchzeichen

So verpönt der Alkohol, so beliebt ist bei Arabern die Shisha, die Wasserpfeife. Es gibt die Füllungen in unterschiedlichen Geschmacksnoten von Apfel bis Traube. Wer mit Arabern ins Geschäft kommen will, tut gut daran, Rauch zu verströmen.

Hochgefühl

Den am höchsten gelegenen Aussichtspunkt bietet derzeit die "Vu's Bar" im 51. Stock des "Emirates Towers". Leider ist die Bar erst ab 18 Uhr geöffnet. Das reicht immerhin zum Betrachten traumhafter Sonnenuntergänge. Tel.: 04-3 19 80 88.


Bar- und Nightlife-Tipps von Oliver Parche

Oliver Parche lebt seit knapp drei Jahren in Dubai und ist Delegierter der deutschen Wirtschaft bei der Auslandskammer.

Buddha Bar: Derzeit populärster Treff des noch im Bau befindlichen Hochhausviertels Marina, der sich durch zivile Getränkepreise auszeichnet. "Grosvenor House", Tel.: 04-60 00.

Jambase: Live-Jazz, Tanz und gute Küche - sehr beliebter Treffpunkt für Nachteulen. Souk Madinat Jumeirah, Tel.: 04-3 66 88 88.

The Rooftop: Die im arabischen Stil gestaltete Freiluftbar bietet schöne Aussichten auf den Persischen Golf. One & Only Royal Mirage, Arabian Court, Tel.: 04-3 99 99 99.

Bahri Bar: Atemberaubender Blick auf das illuminierte "Burj al-Arab". Hotel "Mina al-Salam", Madinat Jumeirah, Tel.: 04-3 66 67 30.

Freizeit/Wellness - Kamele und Co.

Freizeit/Wellness

Kamele & Co.: Für Abschlaffer und Abenteurer gibt's in der Wüstencity ein riesiges Angebot.

Skifahren und Kamelreiten, Formel-1-Rennen und Dünenrallye - in Dubai ballen sich die Freizeitangebote. Reizvoll ist auch ein Helikopterflug über die Stadt, der einen atemberaubenden Blick auf die im Meer aufgeschütteten Inseln in Palmenform und auf "The World" bietet - eine Gruppe von 300 Eilanden, die eine Weltkarte abbilden (Aerogulf Helicopter Services, Tel.: 04-2 20 03 31, halbstündiger Flug rund 160 Euro).

Nicht minder attraktiv sind Flussfahrten entlang dem Creek mit traditionellen arabischen Holzbooten (Dhaus). Eine erholsame Abendtour mit Fischdinner (man kann sich das Tier aus großen Aquarien aussuchen) offeriert das "Al Boom Floating Restaurant" (Al Boom Tourist Village, Tel.: 04-3 41 00 00). Balsam für Leib und Seele bieten - streng getrennt für Männer und Frauen - luxuriöse Spas, die meist in den Fünf-Sterne-Häusern angesiedelt sind. Michael Haseloff empfiehlt besonders die Thai-Massage im "Shangri-La Hotel" (Tel.: 04-3 43 88 88).


Freizeit- und Wellness-Tipps von Michael Haseloff

Michael Haseloff, Ex-Agfa-Manager, betreibt das Beautycenter "Obsession" in Dubai.

Emirates Golf Club, Sheikh Zayed Road, Tel.: 04-3 80 22 22.

Cleopatra's Spa, Wafi City, Tel.: 04-3 24 43 56 im Stadtteil Odaiba mit echter Thermalquelle, Imbiss möglich.

Shopping - Feilschen erwünscht

Shopping

Feilschen erwünscht: Für Fashionfreaks und Schmuckliebhaber ist Dubai eine Goldgrube.

Mit einem Import von knapp 500 Tonnen Gold im Jahr hat Dubai sich den Beinamen "City of Gold" erobert. Über 800 Juwelierläden gibt es in der Stadt, die neben Gold auch Diamanten, Smaragde, Saphire und Uhren anbieten - alles 1a-Ware. Vor allem im Gold-Souk ist Feilschen erwünscht, und wer bar bezahlt, kann sogar noch einen Extranachlass heraushandeln.

Besonders schön gestylte Hochkaräter offeriert "Damas", der mit Abstand größte Schmuckhändler der Vereinigten Arabischen Emirate. Speziell in Dubai betreibt Damas Geschäfte in allen großen Shopping-Malls sowie in zahlreichen Nobelhotels. Die Wüstenstadt ist ein ultimatives Einkaufsparadies, alle Luxusmarkenhersteller sind zum Teil mehrfach vertreten, und die Geschäfte sind täglich meist bis 22 Uhr geöffnet. Besonders romantisch: die im venezianischen Renaissancestil gebaute Einkaufsmeile "Mercato" (Jumeirah Beach Road).


Perlen nach Maß

Einst ein Zentrum der Perlenfischerei, gibt es in Dubai nur noch Importware. Erlesene und nicht in Europa erhältliche Perlen verkauft Pinctada. Auf Wunsch werden die Schmuckstücke innerhalb eines Tages maßgefertigt (Shops in den Hotels "Mina al-Salam", "Al Qasr" und "Royal Mirage").


Shopping-Tipps von Doris Greif

Doris Greif leitet seit über drei Jahren das Hotel "Emirates Towers".

Shopping-Malls: In der riesigen Hall of Emirates sind von Armani bis Zara über 400 Einzelhändler vertreten (Interchange 4, Sheikh Zayed Road). In Wafi City quellen edel gestylte Läden über vor Luxus (Oud Metha Road). Der Boulevard im "Emirates Towers" ist die erste Adresse für Designerfreaks.

Gold-Souk am Creek: Über 300 Händler bieten auf engstem Raum Goldschmuck 20 bis 60 Prozent günstiger an als hierzulande. Bezahlt wird der Goldwert, nicht die Verarbeitung.

Kultur - Kühne Pläne

Kultur

Kühne Pläne: Ein imposantes Opernhaus soll noch mehr Besucher in die Glitzerstadt locken.

Kein Weltkulturerbe hat sich nach Dubai verlaufen, aber wahrscheinlich steht 2012 auf einer natürlichen Insel im Creek eines der schönsten Opernhäuser der Welt - sanft geschwungen wie eine Düne, anmutig wie der Faltenwurf eines Tuches. Die britische Architektin Zaha Hadid hat das Renommierobjekt entworfen, und Dubais erster Kulturchef, Michael Schindhelm, soll das Mammutprojekt verwirklichen.

Mindestens 500 Millionen Dollar soll die Kulturstätte kosten, und Schindhelm gehen Finanztermini mittlerweile so locker über die Lippen wie die Namen berühmter Komponisten. Noch müssen Investoren überzeugt werden, dass eine Oper zwar keine Dollar abwirft, aber innere Werte fördert.

Noch müssen ortsansässige Philantropen überzeugt werden, dass Kultur Menschen aus aller Welt anzieht. Schindhelm ist voller Zuversicht, dass nach dem Bau der Hardware - Straßen, Häuser, Hotels - die Scheichs auch Software - Kultur und Bildung - in ihr Programmangebot aufnehmen.


Stets à jour

Neben Museen und Galerien gibt es wenige eigenständige Kulturangebote in Dubai - doch viele Gastspiele. Eine wöchentliche Übersicht bietet die Zeitschrift "Time out".


Kultur-Tipps von Michael Schindhelm

Michael Schindhelm leitete die Deutsche Opernstiftung in Berlin und ist seit März Kulturchef in Dubai.

Dubai Museum: Das im restaurierten Al-Fahidi-Fort angesiedelte Museum präsentiert anschaulich die Geschichte des Wüstenstaates von 3000 v. Chr. bis heute (Bur Dubai, südlich der Al Ghubaiba Road).

XVA-Gallery: Die im alten persischen Viertel Bastakia gelegene Galerie zeigt lokale und asiatische Kunst.

The B21 Art Gallery: Der Künstler Jeffar Khaldi präsentiert Gegenwartskunst der Region (Al Quoz 3, Nähe The Courtyard).

Alle Tipps auf einen Blick

Business Traveller Guide Dubai, Seite 18

Business Traveller Guide Dubai, Seite 18

Foto: manager magazin
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.