Aufsteiger Vaters Netz

Friedel Neuber, vor drei Jahren verstorbener Ex-Chef der WestLB, war legendär. Nun hat es auch der Sohn des "Magiers vom Rhein" zu Vorstandsehren gebracht. Wie Thomas Neuber beim fünftgrößten Energieversorger Deutschlands Karriere macht.

Er hat es geschafft. Seit dem 1. September ist Thomas Neuber (42) Vorstand, was in Deutschland immer noch dem Aufstieg in den Olymp nahekommt. Gleichwohl wäre der Karrieresprung kaum berichtenswert, wenn Neuber nicht diesen Namen trüge. Und wenn das Unternehmen, in dem er reüssiert - der von der Konkurrenz umworbene Oldenburger Energieversorger EWE AG - ein Hort fortgesetzter Langeweile wäre.

Der Sohn des legendären Friedel Neuber, des 2004 verstorbenen früheren Chefs der WestLB, begann seine Karriere in des Vaters Netzwerk, bei der Preussag Energie GmbH. Die Firma gehörte der Tui, an der die WestLB beteiligt war; Neuber senior saß dem Tui-Aufsichtsrat vor.

Eine Zeit lang nachdem Tui-Chef Michael Frenzel (60) die Preussag Energie Ende 2002 verkauft hatte, siedelte Neuber zur EWE über, dem fünftgrößten Energieversorger Deutschlands (2006: rund neun Milliarden Euro Umsatz). Der Bergbauingenieur hat dort die Aussicht auf Höheres.

Schon jetzt leitet er ein Multiressort: Energiehandel, Gasbeschaffung, Erzeugung. EWE-Chef Werner Brinker (55) übertrug ihm zudem die Unternehmensentwicklung; diese Kernaufgabe hatte er bis dahin selbst verantwortet. Eintönig wird Neubers Vorstandsjob gewiss nicht. Der Ärger mit der EWE-Beteiligung VNG, dem ostdeutschen Gasversorger mit Sitz in Leipzig, ist eskaliert; Brinker wurde als VNG-Aufsichtsratschef abgewählt.

In diesem Ost-West-Konflikt wäre mehr diplomatisches Geschick gefragt gewesen - das traut man einem Neuber durchaus zu. Der Vater, als "Magier vom Rhein" verehrt wie gefürchtet, beherrschte schließlich auch das Austarieren unterschiedlicher Interessen.

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