Forum Leserbriefe

Wertvernichtung pur

Deutsche Telekom: Hohe Risiken und die Rolle von Finanzvorstand Eick (mm 7/2007) 

"Supervorstand" Eick hat durchaus zur größten Kapitalvernichtung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen. Einige Details:

  • Der extrem überteuerte Erwerb von Voicestream in den USA mit Wertberichtigung im Folgejahr.
  • Die Mobilfunkbeteiligungen in Moskau (MTS) und Kiew wurden aufgrund dilettantischer Vorgehensweise des Telekom-Finanzbereichs deutlich unter Wert verkauft, sodass Sistema Moskau für das Einbringen der MTS heute 10 bis 20 Prozent der Telekom fordert.
  • Nicht zu vergessen: Die T-Online-Aktie wurde uns Aktionären zu 27 Euro verkauft und zu 8,99 Euro zurückgenommen.

Wertvernichtung pur. Und was kann der Finanzvorstand dafür? Der oder seine Abgesandten sitzen in allen Konzerngremien, Aufsichtsräten der Töchter und so weiter. Es wird so getan, als müsste Herr Eick in Anbetracht der Wechsel an der Spitze die Kontinuität sichern. Welche Kontinuität? Die der Wertvernichtung?

Dr. Ferdinand Bauer,
Kaufbeuren


Strenge Anforderungen

Gehälter: Die Bezüge der Topmanager explodieren (mm 7/2007)

Das laufende Aktienoptionsprogramm im RWE-Konzern ist ein äußerst anspruchsvolles und leistungsbezogenes Programm, das auch den strengen Anforderungen des deutschen Corporate-Governance-Index standhält. Nach Ablauf einer dreijährigen Haltefrist wird eine volle Zuteilung nur fällig, wenn RWE besser abschneidet als 90 Prozent seiner nach Marktkapitalisierung gewichteten Wettbewerber. Die von Ihnen genannte Überschreitung eines ersten Schwellenwertes von 25 Prozent führt dagegen nur zu einer vergleichsweise geringen Auszahlung von rund 6 Prozent des Zuteilungswerts.

Volker Heck,
Leiter Konzernkommunikation RWE, Essen


Teures Eigenkapital

Bankentest: Was taugen die deutschen Geldhäuser? (mm 7/2007)

Richtig festgestellt haben Sie, dass die oftmals deutlich höheren Zinsen für (Privat-)Kredite durch Kreditscorings, ähnlich einer Notenvergabe, entstehen.

Warum dies der Fall ist und warum Risiken an die Kunden weitergegeben werden müssen, erwähnen Sie nicht. Gemäß Basel II müssen Banken ihre Risiken im Kreditgeschäft mit Eigenkapitalmitteln hinterlegen, und das ist teuer: Je höher das Risiko, desto größer die Hinterlegung, desto höher die Kosten für die Bank. Warum soll der Familienvater ohne Sicherheiten mit normalem Einkommen nun den gleichen Zinssatz zahlen wie der Doppelverdiener mit überdurchschnittlichem Verdienst und Lebensversicherung?

Alexander Kraiczy,
Saarlouis


Ehrliches Miteinander

Headhunter: Der richtige Umgang mit den Personalberatern (mm 7/2007) 

Ich habe im Laufe der Zeit eine deutliche Tempoverschärfung bemerkt. Auf der Topebene muss der Headhunter heute sofort Ross und Reiter nennen, sonst wird er nicht ernst genommen. Wochen- und monatelanges Suchen machen die "Besten" nicht mit, weder als Kandidat noch als Auftraggeber.

Wichtig ist gerade heute ein ehrliches Miteinander von Berater, Kandidat und Klient auf Augenhöhe. Durch "Tipps" das Verhalten von erwachsenen Managern für den Augenblick zu verändern bringt nichts. Einem der Beteiligten etwas zu "verkaufen" rächt sich mit Sicherheit.

Dr. Rolf Dahlems,
Schloss Rheydt


Konstruierter Gegensatz

Verhandeln: Manager müssen Härte lernen (mm 6/2007)

Topführungskräften fehlt nicht die Fähigkeit, sich durchsetzen zu können. Aggressivität oder Harmoniesucht, dieser konstruierte Gegensatz greift zu kurz, wenn es um Verhandlungsgeschick und -erfolg geht. Dazu gehört nichts weiter als Einfühlungsvermögen - sich in den anderen hineinzuversetzen.

Michael Kramer,
Dresden

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