Mini-Cabrio Offene Liebe

Auch das neue Mini-Cabrio wird eine Ikone des Automobilbaus. Das glaubt zumindest Mobile.de-Geschäftsführer Peter Schmid, der den offenen Briten für manager magazin getestet hat.

Das Mini-Cabrio, sagt Peter Schmid, teste er gern. Als Probefahrer könne er sich endlich ein Bild machen von jenem Auto, das bei seinen Angestellten am beliebtesten sei, freut sich der Geschäftsführer der Online-Plattform Mobile.de. Tatsächlich stehen auf den Parkplätzen rund um die Berliner Unternehmenszentrale des Mutterkonzerns Ebay  mehr Exemplare des Minis mit Stoffdach als von jedem anderen Automodell.

"Ein Klassiker der Zukunft", sagt Peter Schmid mit Expertenblick, bevor er in das aktuelle Mini-Cabrio steigt. Der Spezialist für Online-Autohandel kennt sich aus mit Klassikern: Mit seinem Porsche Targa, Baujahr '72, fährt er Oldtimer-Rallyes, etwa die Silvretta Classics.

Den Mini, sagt Schmid, hätte er sich am liebsten längst schon gekauft - natürlich in der stärksten, der "Cooper S"-Ausführung des Testwagens -, gäbe es in seiner Familie nicht schon drei Autos: neben dem Porsche einen Land Rover Discovery für größere Touren und einen VW Golf für Frau Schmid und ihr Tagesprogramm mit drei kleinen Kindern.

Auf Knopfdruck öffnen Elektromotoren ruck, zuck das Faltdach des Minis, Sitze und Lenkrad werden manuell eingestellt, dann kann die Ausfahrt beginnen. Sie führt zunächst vom ehemaligen "Checkpoint Bravo" an der einstigen innerdeutschen Grenze nach Potsdam.

Schmid ist Fachmann in Fragen der regionalen Architektur. Er zeigt die Glienicker Schlösser und Schloss Babelsberg und weiß, wie die Baumeister aus der weitläufigen Havel- eine Kulturlandschaft geformt haben. Gern erzählt er auch die Geschichte, wie während des Kalten Krieges John Le Carrés "Spion" über die Glienicker Brücke "aus der Kälte kam". Zwischendurch lobt Schmid das edle Leder, das im Mini für die "Sidewalk"-Ausstattung verwendet wird, die präzise Lenkung und das griffige Lenkrad, den soliden Schaltknüppel und die großen, chromglänzend eingefassten Rundinstrumente.

Auf den holprigen Kopfsteinpflasterstraßen von Potsdams Berliner Vorstadt testet Peter Schmid dann ausgiebig die Verarbeitung des Cabrios. Und staunt: nichts klappert, nichts quietscht, nichts poltert. Auch nicht das Verdeck, das locker gefaltet, aber fest verankert hinter der Heckbank lagert.

"So viel Premium"

Weder die vielen nur notdürftig geflickten Schlaglöcher noch die harten Querwellen oder die tückischen Längsrillen der alten Straßen können dem Mini etwas anhaben. "So viel Premium" habe er von dem Kleinwagen nicht erwartet, sagt der Manager.

Im Ampelverkehr der Landeshauptstadt fällt ihm die Elastizität des Vierzylindermotors auf, der dank seiner Kompressor-Aufladung schon früh sein maximales Drehmoment zur Verfügung stellt. Damit lässt es sich schaltfaul fahren - und dennoch rasant beschleunigen. Das Maschinchen dreht munter hoch, wieselflink flitzt der Mini Cooper S durch enge Lücken im Kolonnenverkehr: "wie ein Sportwagen".

Auf der Autobahn beschleunigt Peter Schmid kurz auf Tempo 200 - und lobt die stets sichere Straßenlage des Mini: "Viel stabiler, als man bei einem Auto dieses Formats erwarten dürfte." Auf dem Rückweg über brandenburgische Alleen und Landstraßen freut sich der Tester über das ausgeglichene Fahrwerk. Das erlaubt blitzschnelles Ausscheren und andere Lastwechselmanöver bei hohem Tempo, ohne dass gleich das ESP eingreifen und den Spaß mindern müsste.

Nach einer so gelungenen Ausfahrt fällt es Peter Schmid schwer, aus dem Mini Cooper S auszusteigen. Kaufen würde er sich das Cabrio dennoch nicht, wie er nach einem Abschiedsblick auf die Rückbank beschließt: Dort passen keine drei Kindersitze nebeneinander.


Steckbrief

mm-Kritik: Äußerlich unterscheidet sich das aktuelle "Sidewalk"-Modell des Mini-Cabrios nur durch Accessoires vom Vorgänger. Auch innen ist fast alles beim Alten: Der Kofferraum ist lächerlich klein, die Rückbank bietet nur Notsitze. Für die gediegene Ausstattung, das robuste Faltdach, das exzellente Fahrwerk und die sagenhafte Sportwagenmaschine des Cooper S verlangt BMW einen hohen Preis. Doch der Fahrspaß und die Verarbeitung sind Premium.

Technik: Vier-Zylinder-Kompressormotor mit 170 PS/125 kW, Spitze 215 km/h (Cooper S).

Preis (Cooper S): ab 28.890 Euro.

Showroom: Das Mini Cooper S Cabrio

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