Heuschrecken Täuschen und tricksen

Ex-Topmanager Hans Graf von der Goltz zeigt an einem fiktiven Übernahmekampf, wie Firmenhändler ticken und das eigene Wohlergehen skrupellos über das der Mitarbeiter und Aktionäre stellen.
Von Claus G. Schmalholz

Kurt Anderland ist Chef der Wolfer AG, die in den 90er Jahren von einem Konzern nach dem üblichen Heuschreckenmuster übernommen wird: zerlegen und weiterverkaufen. Anderland soll helfen und dabei gut verdienen.

Doch dann meldet sich sein Gewissen, und er entscheidet sich, das Spiel nicht mitzuspielen. Das ist nicht das Ende der Geschichte, sondern der Auftakt zu einem Wirtschaftskrimi, der Anderland erst wie den großen Gewinner aussehen lässt, später aber als totalen Verlierer ausspuckt, als Opfer der Gier seiner Geschäftspartner.

Interessant an diesem Buch ist neben der Story der Autor: Hans Graf von der Goltz, einst selbst einer der großen Industriellen Deutschlands. Er war Vorstandsvorsitzender bei Altana, bei BMW und der Dresdner Bank saß er im Aufsichtsrat.

Goltz ist kein Autor für die überraschende Pointe. Spannung und Brisanz bezieht sein Buch aus dem Blickwinkel des Insiders. Er liefert authentische Einblicke in die Denk- und Handlungsmuster von Firmenhändlern und schafft so eine Metapher auf einen Managertypus, der das eigene Wohlergehen skrupellos über das der Mitarbeiter und Aktionäre stellt.

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