Freitag, 3. April 2020

Unternehmensberater Helden der Arbeit

2. Teil: Neues Selbstbewusstsein

Es scheint, als ob die Branche, die es von Berufs wegen eigentlich besser wissen müsste, vom eigenen Wachstum überwältigt wurde.

 Deutschlands beste Berater
manager magazin
Deutschlands beste Berater
Sie ist es halt nicht mehr gewohnt. Nach der Boomphase in der zweiten Hälfte der 90er Jahre kehrte mit dem Ende des New-Economy-Hypes Trübsal ein. In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends galt Stagnation schon als Erfolg, vielerorts sanken die Umsätze, wurde Personal abgebaut.

Vorbei. Ende. Aus. In diesem Jahr, schätzt der Bonner Wirtschaftsprofessor Dietmar Fink, legen die großen deutschen Consultants im Schnitt um 10 Prozent zu.

Der Aufschwung hat den viel gescholtenen Powerpoint-Profis neues Selbstbewusstsein eingehaucht. In einer Zeit ausbleibender Beraterskandale (Marke Enron oder Bundesagentur für Arbeit) haben die Consultants das Shit-Image an skrupellose Hedgefonds und Energiepreistreiberkonzerne abgegeben.

Jeder Ratgeber fühlt sich in diesen goldenen Zeiten berufen, Großartiges zu vollbringen, hat den Dax 30 als Stammkundschaft auserkoren, wähnt sich prädestiniert für die hohe Kunst des Strategievermittelns. Es geht schließlich um viel Geld: rund elf Milliarden Euro setzten die deutschen Managementhelfer 2006 in Deutschland um.

Aber was leisten die Berater wirklich? Wer ist sein Geld wert - und wer nicht? Wer taugt für welchen Zweck am besten? Wen schätzen Vorstände, wen Projektleiter? Was sollte ein Berater unbedingt können, was ist eher nice to have?

Professor Fink gibt den Consultingkunden eine Orientierungshilfe. In einer umfassenden Studie hat der Wissenschaftler exklusiv für manager magazin Image und Qualität der zehn wichtigsten Ratgeber in Deutschland analysiert. Ergebnis: Die Consultants werden besser, aber längst nicht alles ist gut.

  • Das neue manager magazin

    Titel
    Die Jagd auf Wiedeking
    Der Ex-Porsche-Chef in den Fängen der Justiz

    Die Zufriedenheit mit den Helfern steigt zwar. Aber immer noch geben die Firmen jährlich Hunderte Millionen Euro für Projekte aus, mit deren Resultaten sie "unzufrieden" oder "sehr unzufrieden" sind.
  • Viele Anforderungen, die den Kunden besonders wichtig sind, erfüllen die Berater nur begrenzt. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft in vielen Fällen eine große Lücke.
  • Die Arrivierten liegen vorn: Boston Consulting verweist McKinsey im ewigen Duell auf Platz zwei. Je höher es hinaufgeht (Vorstände/Dax-30-Unternehmen), umso besser wird McKinsey bewertet.
  • Die Nachrücker holen auf. Berger hat seine Qualitätsprobleme überwunden und legt mit dem neu formierten Vorstand um Chef Burkhard Schwenker (49) deutlich zu. Bain stabilisiert sich auf hohem Niveau. Booz Allen schafft es unter die besten Fünf, mit dem größten Zuwachs unter den Spitzenconsultants.

© manager magazin 8/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung