Samstag, 7. Dezember 2019

Gesellschaft Sehnsucht nach Sinn

5. Teil: "Bergbau kann nicht nachhaltig sein"

Doch technischer Fortschritt und steigende Stückzahlen machten die Produktion Jahr für Jahr billiger. Das Energie-Einspeisegesetz der rot-grünen Bundesregierung ermöglicht es Privatleuten seit 2000, mit Solarzellen rentabel Strom zu erzeugen.

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Der Solarworld-Umsatz verfünffachte sich innerhalb der letzten fünf Jahre auf 515 Millionen Euro, bei fast 25 Prozent Umsatzrendite. Der Kurs der im TecDax Börsen-Chart zeigen notierten Aktie stieg allein im vergangenen Jahr um 70 Prozent.

"Geld war mir nie wichtig", sagt Asbeck und streicht sich nachdenklich eine seiner langen grauen Haarsträhnen hinters Ohr, "aber trotzdem hatte ich irgendwie immer genug."

Was Solarworld geschafft hat, verkörpert aus Sicht von Björn Bloching, Nachhaltigkeitsexperte bei der Unternehmensberatung Roland Berger, die "Königsdisziplin der Corporate Responsibility (CR)": Den Trend zur Nachhaltigkeit hat Asbeck frühzeitig genutzt, um heute mit einem neuen Produkt Pioniergewinne zu erzielen.

Nun könnte man einwenden: Mit einem derart grundgrünen Produkt wie Solarzellen gut dazustehen in Zeiten des neu erwachten Klimabewusstseins - keine Kunst. Wie wäre es mit dem genauen Gegenteil? Mit - sagen wie mal - einer Kohlenmine in der Dritten Welt?

"Bergbau kann eigentlich nicht nachhaltig sein", sagt Edward Bickham. "Man holt etwas aus der Erde, und das ist hinterher nicht mehr da." Bickham, ein nachdenklicher 49-jähriger Engländer, verantwortet für den südafrikanisch-britischen Bergbaukonzern Anglo American Börsen-Chart zeigen die Corporate-Responsibility-Programme. Anglo American gehört zu den größten Kohleproduzenten der Welt, fördert nebenbei noch 30 Prozent des weltweiten Platinbedarfs und macht drei Viertel seines Geschäfts in Entwicklungsländern.

© manager magazin 7/2007
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