Traveller-Guide Tipps aus Tokio

In Tokio ist alles mega, die Wolkenkratzer und der Verkehr, die Menschenmassen und die Vielzahl an Restaurants, Bars oder Hotels. Als hätte es Immobilien-Bubble und die Asien-Krise nie gegeben, entstehen in der Fernost-Metropole ständig neue Geschäftszentren mit spektakulären Bauten.
Von Anne Preissner

Doch auch wenn Tokio nach New York und London das wichtigste Finanzzentrum der Welt ist, verschließt sich die Stadt der totalen Globalisierung.

Das macht ihren Reiz und ihre Sperrigkeit zugleich aus. Oft genug fühlt sich der Europäer als ganz und gar Fremder. U-Bahnen und große Kaufhäuser sind zwar mittlerweile mit lateinischen Beschriftungen versehen, aber ohne Hotelpersonal und ortskundige Geschäftspartner kommen Besucher kaum zurecht. Der mm-Business-Traveller-Guide hilft Geschäftsleuten und anderen Reisenden, den Einstieg zu finden. Manager, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in der Inselstadt leben, geben Tipps und erzählen von ihren persönlichen Lieblingsecken. Nicht selten widerspricht ihr Tokio-Bild dem Klischee eines grauen Molochs, der viel Hektik und wenig Muße bietet.

Die Stadtkenner zeigen traumhafte Oasen der Ruhe und Schönheit in Tokio, wie die unzähligen Schreine und Tempel, die an die shintoistischen und buddhistischen Wurzeln erinnern. Unsere Ratgeber führen die Leser zu bemerkenswerten Theateraufführungen und Kunstsammlungen, sie nennen die spektakulärsten Bars und die besten Restaurants. Und natürlich jede Menge Einkaufsmöglichkeiten, um bei den Daheimgebliebenen mit einem sehr japanischen Mitbringsel die Neugier auf diese fantastische Stadt zu wecken.

Restaurants - die hohe Schule

Restaurants

Hohe Schule: Japanische Köche legen viel Wert auf Saisonware und lassen sich bei der Zubereitung gern auf die Finger schauen.

Beim Stichwort "Kobe" leuchten die Augen von Josef Budde, Chefkoch des "Grand Hyatt". Knapp drei Bahnstunden westlich von Tokio wird das teuerste Rind der Welt gezüchtet. "Das Fleisch ist so zart, dass es sich mit Stäbchen zerkleinern lässt", schwärmt Budde. Das Geheimnis: Die Rinder werden täglich zwei Stunden massiert, mit speziellem Kraftfutter auf Kartoffel- Getreide-Basis gefüttert und mit Reiswein abgesprüht. In fünf Güteklassen eingeteilt und mit Stammbaum versehen, kommen jährlich einige tausend Tiere unter den Hammer – bei Auktionen werden pro Rind oft Preise im sechsstelligen Euro-Bereich erzielt.

Beim Kobe-Spezialisten "Aragawa", der das fein marmorierte Edelsteak nur mit Pfeffer und Senf anreichert, ist eine Portion ab rund 300 Euro zu haben. Das kleine Lokal, übrigens das erste Steakhaus in Japan, zählt laut "Forbes" zu den teuersten Restaurants der Welt (2-15-18 Nakayamate-dori, Shinbashi, Tel.: 03-35 91-87 65). Aber auch mit kleinerem Spesenetat ausgestattete Besucher kommen in Tokio auf ihre Kosten. Nahezu alle japanischen Köstlichkeiten von Sushi über Tempura bis Sashimi lassen sich in ausgezeichneter Qualität im Restaurant "Gonpachi" austesten.

Wer nicht übermäßig dem in Japan grundsätzlich teuren Alkohol zuspricht, kann sich für 30 Euro richtig satt essen. Aber auch Prominenz tafelt in dem geschäftigen Gasthaus: Ex-Premier Junichiro Koizumi lud US-Präsident George W. Bush hier ein. Für ausländische Gäste besonders hilfreich: Im "Gonpachi" gibt es Speisekarten auf Englisch und zum Teil englischsprachiges Personal. Mit rund 50.000 Restaurants ist Tokio ein wahres Paradies für Freunde von frischem Fisch, Geflügel und Gemüse. In den meisten japanischen Lokalen werden die Gerichte vor den Augen des Gastes auf dem Grill oder auf einer Heizplatte zubereitet.

Im "Robataya" schwimmen Muscheln und Garnelen sogar noch im Wasser. Die violettweiße Riesengarnele Kuruma-Ebi wird lebend auf den Grill gelegt und soll besonders gut schmecken. Das kleine Traditionslokal verzichtet generell auf eine Speisekarte – alle Produkte und Zutaten liegen vor dem Gast, und der kann per Fingerzeig ordern. Durchschnittlich 65 bis 90 Euro pro Person inklusive Getränke kostet ein Besuch des kleinen Gourmettempels, der zur Verdauung hundert verschiedene Sorten Shochu-Schnaps anbietet. Brad Pitt und Angelina Jolie waren auch schon da.

Fisch auf Lizenz

Der Kugelfisch Fugu gilt in Japan als ultimative Delikatesse. Nur Köche mit spezieller Lizenz dürfen den Fisch, dessen Innereien hochgiftig sind, zubereiten. Ein Genuss? Nicht unbedingt. Josef Budde stuft Fugu als eher geschmacksarm ein und meint: "Die richtige Soße bringt’s."


Restaurant-Tipps von Josef Budde

Josef Budde arbeitet seit Mitte 2003 als Chefkoch im damals neu eröffneten "Grand Hyatt" in Tokio.

Robataya: Das rustikale Restaurant verfügt nur über 24 Plätze, Reservierung erforderlich. 7-8-4 Roppongi, Minato-ku, Tel.: 03-34 08-9674.

Gonpachi: Typisch japanisches Wirtshaus, in dem es auch am späten Abend noch Speisen gibt. 1-13-11 Nishi-Azabu, Minato-ku, Tel.: 03-57 71-0170.

Hamato: Das Restaurant serviert den japanischen Kugelfisch Fugu. 7-14-18 Roppongi, Minato-ku, 7&7 Building, 2. Stock, Tel.: 03-34 79-2143.

Waketokuyama: Das hinter Bäumen versteckte Lokal offeriert moderne japanische Küche mit saisonalen Zutaten. 5-1-5 Minami-Azabu, Minato-ku, Tel.: 03-34 00-3838.

Luxor: Mario Frittoli bietet italienische Küche vom Feinsten. Barbizon 25, 5-4-7 Shirokanedai, Tel.: 03-34 46-6900.

Bluepoint: Elegantes Restaurant und Szenecafé mit schöner Außenterrasse. 4-19-19 Shirokanedai, Tel.: 03-34 40-3928.

Bars - Zimmer mit Aussicht

Bars und Nightlife

Zimmer mit Aussicht: Zahlreiche Bars bieten einen spektakulären Blick auf den Tokyo Tower und die Häuserschluchten der Stadt.

Den Blick auf Tokio bei Nacht, den zahlreiche noble Skyline-Bars in Hotels und Wolkenkratzern bieten, ist atemberaubend.

Ganz besonders hoch hinaus kommt man in der Bar des "Tokyo Prince Hotels Park Tower" (4-8-1 Shiba-koen, Minato-ku, Tel.: 03-54 00-1111). Viel junges Geld trifft sich unter der Woche im "Heartland", dem Mitternachtsdomizil vieler Investmentbanker. Eine Auswahl von über 200 Whiskysorten bietet die Bar "Highlander" im feinen "Hotel Okura". Überall verstreut in der Stadt und in jeder Qualität finden sich die vielen Stammbars, die japanische Männer nach Dienstschluss gern aufsuchen. Das Besondere: Jeder Dauergast hat seine persönliche, mit seinem Namen gezeichnete Flasche. Wem das alles zu fremdländisch ist, sollte einen Stopp in "Bernd’s Bar" einlegen. Bei Schnitzel und Sauerbraten, Weißbier und Jever treffen sich viele deutsche Manager (5-18-1 Roppongi, Minato-ku, Tel.: 03-55 63-9232).

Kampai

Wer neben Sake ein landestypisches Getränk verkosten will, stoße mit Shochu an. Der oft als japanischer Wodka bezeichnete Schnaps enthält 25 bis 30 Prozent Alkohol und wird meist aus Gerste, Süßkartoffel oder Zuckerrohr hergestellt. Bei jungen Leuten ist Shochu besonders beliebt, sei es pur oder als Mixgetränk.

Japan inside

Als richtige Nicht-Touristen dürfen sich Besucher der " Rooms Bar" fühlen. Zwölf kleine Karaoke-Separees laden zum Mitsingen ein ( 5-18-21 Roppongi, Minato-ku, Tel.: 03-35 85-5111).


Nightlife-Tipps von Bernd Haag

Bernd Haag betreibt seit vielen Jahren "Bernd's Bar", eine Bierstube, die vor allem deutsche Manager frequentieren.

Bars mit spektakulärer Aussicht: "New York Bar" und "Peak Bar" im "Park Hyatt", 3-7-1-2 Nishi-Shinjuku, Shinjuku-ku, Tel.: 03-53 23-3458. "Hotel New Otani", Bar im 40. Stock, 4-1 Kioi- Cho, Chiyoda-ku, Tel.: 03-32 65- 11 11, "The Bar" im Mori Tower in Atago Green Hills, 2-5-1 Atago, Minato-ku, Tel.: 03-57 77-0065.

Heartland: Favorit der Investmentbanker in Roppongi Hills West Walk 1 F, 6-10-1 Roppongi, Minato-ku, Tel.: 03-57 72-76 00.

Blue Note Tokyo: Beliebter Jazzclub, Reservierung unbedingt erforderlich. 6-3-16 Minamiaoyama, Minato-ku, Tel.: 03-54 85-0088.

Hotels - Luxus pur

Hotels

Luxus pur: Die großen Ketten überzeugen mit Service der Extraklasse.

Neues Highlight auch in preislicher Hinsicht ist das Ende März eröffnete "Ritz-Carlton"-Hotel im Midtown Tower im Stadtteil Roppongi (Doppelzimmer: 330 Euro, Suiten 550 bis 15.000 Euro). Die Hotelkette belegt in dem mit 248 Metern höchsten Gebäude in Tokio die ersten drei und die obersten neun Etagen. Eine Sky-Lobby im 45. Stockwerk des Glaspalastes sowie eine 2000-Quadratmeter-Spa-Landschaft im 46. Stock sorgen für Wohlgefühl der Extraklasse.

Tokio ist übersät mit Hotels der obersten Spitzenklasse, allein die Hyatt-Gruppe betreibt drei Häuser an zentralen Standorten. Alle großen Nobelherbergen sind fast eine Stadt für sich mit Restaurants, Shopping- Malls und Fitnesscentern. Doch nicht nur die Tophotels empfehlen sich durch freundlichen, englischsprachigen Service, extreme Sauberkeit und große Zimmer. Gut ist etwa auch das "InterContinental Tokyo Bay" (1-16-2 Kaigan, Minato-ku, Tel.: 03-54 04-2222) mit Blick aufs Meer oder den Sumidagawa-Fluss. "Geschäftsleute sollten auf eine möglichst zentrale Lage sowie auf eine fußläufige Anbindung an eine U-Bahn-Station oder S-Bahn achten", rät Kommunikationsexperte Jochen Legewie. Preisvergleiche lohnen sich, selbst in teuren Domizilen findet sich oft ein günstiger Platz.

Japanflair

Wer die Nähe zu japanischen Geschäftsleuten schätzt, sollte im frisch renovierten "Hotel New Otani" mit seinem traumhaften, 400 Jahre alten japanischen Garten einchecken (4-1 Kioi-cho, Chiyoda-ku. Tel.: 03-32 65-11 11) oder im für seinen exzellenten Service gerühmten "Hotel Okura" (2-10-4 Toranomon, Minato-ku, Tel.: 03-35 82-0111).

Privatsphäre

Stylische, großzügige Appartements mit Kochnische und großem Schreibtisch gibt es ab 120 Euro mitten im Zentrum (Oakwood Apartments, 3-8-5 Roppongi, Minato-ku, www.inn26.de .)


Hotel-Tipps von Jochen Legewie

Jochen Legewie leitet seit drei Jahren die Japan-Niederlassung der Consultingfirma CNC. Zuvor führte der promovierte Ökonom drei Jahre die Kommunikationsabteilung von Mitsubishi Motors.

The Ritz-Carlton: Die unlängst eröffnete Nobelherberge ist Teil des neuen Luxuskomplexes Tokyo Midtown. 9-7-1, Akasaka, Minato-ku, Tel.: 03-34 23-8000.

Grand Hyatt: Seit der Eröffnung vor vier Jahren bei Geschäftsleuten und Prominenten beliebt. 6-10-3 Roppongi, Minato-ku, Tel.: 03-43 33-1234.

Imperial Hotel: Trotz leicht angestaubten Charmes ist das sogenannte Teikoku-Hotel das Traditionshaus in Tokio, das mit fantastischem Service glänzt. 1-1, Uchisaiwai-cho 1-chome, Chiyoda-ku, Tel.: 03-35 04-1111.

The Westin Tokyo: Beliebte Alternative im Luxusbereich. Die ruhige Umgebung erlaubt Jogging und Spaziergänge. 1-4-1 Mita, Meguro-ku, Tel.: 03-54 23-7000.

Marunouchi Hotel: Neues und relativ preiswertes Hotel direkt gegenüber dem Bahnhof von Tokio. 1-6-3 Marunouchi, Chiyoda-ku, Tel.: 03-32 17-1111.

Kultur - Entdeckung der Langsamkeit

Kultur

Tradition: Wer die Langsamkeit entdecken will, geht am besten ins Theater.

Schrille Farben, schräge Töne – nichts ist für europäische Augen und Ohren irritierender als das bei Japanern äußerst beliebte Volkstheater Kabuki, das klassischen Tanz, Gesang und Pantomime bietet. Eine Aufführung dauert bis zu fünf Stunden, und die meist herzergreifenden Dramen werden im Schneckentempo zelebriert. Doch wer ein Stück altes Japan erleben will, sollte auf das eigentümliche Vergnügen nicht verzichten. Besucher können jederzeit in die laufende Vorstellung gehen oder sie verlassen. Ein Billigticket reicht für eine Schnuppervisite. Noch traditionsreicher als das Kabuki ist das japanische Noh-Theater, dessen Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Alle Figuren, auch Frauenrollen, werden von Männern gespielt, die Holzmasken tragen. Das Bühnenbild ist karg und beschränkt sich meist auf eine Kiefer. Die Handlungsabläufe sind extrem ritualisiert.

Geschichte und Zukunft

Tokios Historie kann man im Edo-Tokyo-Museum mit seinen Miniatur-Nachbauten der alten Stadt entdecken. Das kürzlich eröffnete National Art Center ist schon deshalb einen Besuch wert, weil es von Stararchitekt Kisho Kurokawa entworfen wurde.


Freizeit-Tipps von Dirk Vaubel

Dirk Vaubel lebt seit 37 Jahren in Tokio und ist Senior Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger.

Kabuki-Theater: Fast täglich Aufführungen. Kabuki-za, Ginza, Tel.: 03-35 41-3131.

Noh: Aufführungen zur Mittagszeit. National Noh Theatre, 4-18-1 Sendagaya, Tel.: 03-34 23-1331.

Edo-Tokyo-Museum: Das alte Tokio in Miniatur. 1-4-1 Yokoami, Sumida-ku, Tel.: 03-36 26-9974.

National Art Center: Ständig wechselnde Ausstellungen. 7-22-2 Roppongi, Minato-ku, Tel.: 03-68 12-9900.

Shopping - Paradies für Labelfreaks

Shopping

Edel & stark: Für Labelfreaks und Kauffreudige ist Tokio ein wahres Paradies.

Prada, Louis Vuitton, Dolce & Gabbana – vor allem junge Japaner kleiden sich mit Fashionware aus den Nobelboutiquen ein. "Japanische Sekretärinnen verzichten lieber auf ihren Urlaub als auf modische Schuhe oder ein angesagtes Markentäschchen", weiß Andrea Grahe aus der Tokioter Dependance von DaimlerChrysler. Geschäftsleuten, die ihren Lieben etwas aus Japan mitbringen wollen, empfiehlt sie allerdings typisch japanische Produkte: Breite Kimonogürtel ("Obi"), die sich prächtig als Tischläufer eignen und die es in großer Auswahl in Kaufhäusern und Spezialläden gibt. Beliebt und leicht zu transportieren sind grüner Tee in hübschen Dosen, die mit japanischem Washi-Papier beklebt sind, oder Reiscracker, die in zahlreichen Geschmacksvarianten von Miso bis Sesam gegessen werden. Besonders schöne kleine Läden gibt es im Azabu-Juban-Einkaufsviertel, dessen Hauptstraße zu den Roppongi Hills aufsteigt. Und wer seinen Hund zu Hause mit Accessoires beglücken will – auch die gibt es dort zuhauf.

Gutes günstig

Trotz des in Tokio grassierenden Markenwahns machen seit geraumer Zeit in allen Vierteln 100-Yen-Stores Furore. In den voll gestopfen Läden lassen sich zum Einheitspreis nette Mitbringsel wie Stäbchen, Reisschalen oder Bambuskochlöffel erstehen.


Shopping-Tipps von Andrea Grahe

Andrea Grahe lebt seit fünf Jahren in Tokio und war bis zu ihrem Mutterschaftsurlaub General Manager und Assistentin des japanischen DaimlerChrysler-Chefs.

Luxuslabels: Markentempel und Edelkaufhäuser auf der Ginza, in Omotesando und rund um Roppongi Hills.

Kappabashi: Die "Kitchen Town" in der Nähe des Ueno-Parks. Tolle Küchenutensilien wie japanische Messer (U-Bahn-Station Tawaramachi, Ginza Line).

Blue & White: Laden mit erlesenen japanischen Mitbringseln von Fotoalben bis Seidenschals (2-9-2 Azabu Juban, Minato-ku, Tel.: 03-3451-0537).

Mikimoto Pearl Main Store:Enorme Auswahl an Perlen und Schmuck (4-5-5 Ginza, Tel.: 03-3535-4611).

Isetatsu: 1864 eröffneter Laden für japanisches Papier und Handtücher (2-18-94 Yanaka, Taito-ku, Tel.: 03-3823-1453).

Wellness - Besser schwitzen

Wellness

Besser schwitzen: Das Eintauchen in natürliche heiße Quellen bringt ultimative Entspannung.

In leichte Kimonos gehüllt und streng getrennt nach Frauen und Männern, strömen Japaner auch mitten in der Nacht in ihre Thermalbäder, die Onsen. Leider gibt es im Stadtgebiet Tokio nur wenige Bäder mit echten heißen Quellen und halbwegs englisch sprechendem Personal. Dazu gehören das im alten Edo-Stil gebaute Oedo Onsen Monogatari sowie das vor zwei Jahren eröffnete Edel-Spa Zaboo. Wer "Yama no sachi", das "Glück der Berge", erleben will, sollte bei schönem Wetter den Marsch auf den heiligen Berg Fuji wagen. Ein Trip, für den man eineinhalb Tage einplanen sollte. Wer am Vorabend mit dem Bus vom Bahnhof Shinjuku startet, erreicht nach zweieinhalb Stunden direkt die 5. Station in 2300 Metern Höhe. Und er sollte gegen 23 Uhr mit dem rund fünfstündigen Aufstieg auf den Gipfel starten, um wie Berater Stefan Lippert "einen der schönsten Sonnenaufgänge meines Lebens zu sehen". Wer lieber joggt, trifft Gleichgesinnte am Wassergraben rund um den Kaiserpalast.

Zurück zur Natur

Eine der schönsten Thermen liegt eineinhalb Fahrstunden von Tokio entfernt mitten im Fuji-Hakone-Izu- Nationalpark. Das erst im Januar eröffnete Hyatt Regency Hakone Resort and Spa kostet pro Nacht ab 143 Euro (1320 Gora Hakone-machi, Tel:. 04 60-82 2000).


Wellness-Tipps von Stefan Lippert

Stefan Lippert ist Managing Partner bei Simon, Kucher & Partners Japan und lebt seit gut einem Jahr in Tokio.

Oedo Onsen Monogatari:Populäres Badehaus im Stadtteil Odaiba mit echter Thermalquelle, Imbissmöglichkeiten und Souvenirshops. 2-57 Omi, Koto-ku, Tel.: 03-55 00-1126.

Zaboo: Luxuriöses Spa mit echter Schwefelquelle mitten im Geschäftsviertel Roppongi, 1-2-10 Nishi-Azabu, Minato-ku. Tel.: 03-57 70-8100.

Kamakura: Schöne Waldwanderwege und Strände rund 50 km südlich von Tokio. Knapp eine Stunde Bahnfahrt.

Alle Tipps auf einen Blick

Für mm 05/07 Business Traveller Guide Seite 18

Für mm 05/07 Business Traveller Guide Seite 18

Foto: manager magazin
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