Dienstag, 18. Juni 2019

Sammler Jäger in Nadelstreifen

3. Teil: Männerträume im Web

Wer ernsthaft Uhren sammeln will, braucht aber vor allem eines: Zeit. Winter besucht regelmäßig Uhrenmessen, fliegt schon mal extra nach München zur Uhrenbörse, um seine Sammlung zu ergänzen und seine Stücke von Profis schätzen zu lassen. Und wenn er beruflich in London zu tun hat, schaut er stets bei einem Händler vorbei, der seit 30 Jahren im Geschäft ist und Winter schon so manches Schmuckstück verkauft hat.

4,5 Millionen Euro bezahlte ein Sammler für diese Schweizer Uhr. Die Patek Philippe 1415 "Platinum World Time" wurde 2002 bei einer Auktion versteigert und ist damit die bislang teuerste Armbanduhr aller Zeiten.
Wer das richtige Gespür für Modelle hat, die in einigen Jahren hohe Preise erzielen können, kann in diesem Markt ordentlich Geld verdienen. Die höchsten Summen werden für ungetragene mechanische Uhren von traditionsreichen Herstellern bezahlt. Eine Patek Philippe "Nautilus" aus den 70er Jahren, die neu 10.000 Euro kostete, wurde unlängst für 26.000 Euro verkauft.

"Die 60er und 70er Jahre waren eine Blütezeit der mechanischen Uhrenindustrie", sagt Winter. Das sorgt für ein großes Angebot an schönen Uhren - und verschafft vielen jüngeren Managern emotionale Höhepunkte. Sie können Uhren aus ihrem Geburtsjahr sammeln.

"Richtige Uhrensammler sind schon ganz bestimmte Typen. Das sind Männer wie ich, die beruflich erfolgreich sind, oft neben Uhren auch Oldtimer aus den 60er und 70er Jahren sammeln und gern mal zusammen eine Zigarre rauchen", erzählt Winter.

Mancher Uhrenfreund pflegt gar ein fast schon libidinös zu nennendes Verhältnis zu seinem Zeitmesser, wie Stefan Muser vom Mannheimer Auktionshaus Dr. H. Crott zu berichten weiß. Einer seiner besten Kunden besitzt eine Lange-&-Söhne-Uhr im Wert von rund 30.000 Euro. Weil der Mann das gute Gerät so sehr schätzt, will er es tunlichst vor Beschädigungen schützen. Deshalb trägt er die Uhr nur nachts, im Bett.


Männerträume im Web

Das Internet ist für Sammler teurer und seltener Uhren, in der Regel Männer, die wichtigste Handelsplattform. Bei Ebay und Börsen wie www.chrono24.com sowie www.antiquorum.com finden Uhrenfreunde ein breites Angebot. Tipps von Sammlern und Experten-Know-how bieten Foren wie www.watchbizz.de und www.timezone.com.

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