Götz Werner Ein Mann, ein Traum

Götz Werner, Gründer und Chef der dm-Drogeriemärkte, will die Menschen glücklicher, freier und einfach besser machen - ein idealistisches Plädoyer.

Erkenntniswert: In einem der "Star Trek"-Filme gibt es eine Szene, in der ein Mitglied der Crew des Raumschiffs "Enterprise" einem Besucher erklärt, wie die menschliche Gesellschaft im 24. Jahrhundert funktioniert. Nämlich: Geld ist abgeschafft, Privatbesitz bedeutungslos, Güter und Energie sind für alle im Überfluss vorhanden. Nicht mehr Neid, Gier und Geltungssucht treiben die Menschen an, sondern ihr Wunsch, sich selbst zu vervollkommnen und die Welt zu verbessern.

So ähnlich träumt sich auch Götz Werner die Gesellschaft. Der Gründer und Chef der dm-Drogeriemärkte will die Menschen befreien vom Zwang zu sinnentleerter Erwerbsarbeit. Niemand soll mehr irgendeinen Job machen müssen, nur weil er Geld verdienen muss. Das soll künftig als "bedingungsloses Grundeinkommen" für alle vom Staat kommen. Das hehre Ziel: Die Menschen sollen frei wählen zwischen Erwerbsarbeit und anderen sinnvollen Betätigungen - sich bilden oder kulturschaffend betätigen, anderen helfen oder Kinder erziehen. Wir leben, so Werners Basisargument, in einer Überflussgesellschaft, verhalten uns aber immer noch so, als herrsche Mangel - und verlangen uns folglich eine überkommene Arbeitsethik ab, die unglücklich macht.

Stil: "Einkommen für alle" ist kein wirkliches Sachbuch, erst recht keine fundierte finanzpolitische Analyse, sondern eine flammende Rede an die Nation - ein idealistisches Plädoyer für die Hinwendung zum Guten, Wahren, Sinnvollen.

Nutzwert: Werners Generalkritik an der Arbeitsgesellschaft ist äußerst anregend, weil unkonventionell und unideologisch. Eine interessante Utopie, die man sogar goutieren kann, wenn man nicht glaubt, dass das "bedingungslose Grundeinkommen" den Menschen jene niederen Antriebe abgewöhnt, auf denen die Wirtschaft bislang fußt (Neid, Gier ...).

Foto: manager-magazin.de