Jack Welch Der Super-Manager

Jack Welch genießt unter Kollegen höchstes Ansehen
Von Benedikt Fehr

Jedes Jahr fragt das Wirtschaftsmagazin "Fortune" tausende von Managern in aller Welt, welches Unternehmen sie am meisten schätzen. 1998 und 1999 wählten sie General Electric.

Kein Zweifel: Die Bewunderung gilt gleichermaßen dem Konzern wie dem Mann, der ihn seit 18 Jahren führt: John "Jack" F. Welch (63).

Das war nicht immer so. Anfang der 80er Jahre, gerade zum Chef aufgestiegen, hatte Welch den Traditionskonzern brutal durchgeschüttelt. Jeder Bereich, der nicht Nummer eins oder zwei in seiner Branche war, wurde umstrukturiert, dichtgemacht oder verkauft.

Das radikale Reengineering kostete zehntausende von Beschäftigten den Arbeitsplatz. Die Presse schimpfte Welch daraufhin "Neutronen-Jack" ­ in Anspielung auf die Neutronenbombe, die Menschen tötet, Fabrik- und Wohngebäude aber unversehrt lässt.

Die Presseschelte beirrte Welch nicht. Bis heute hält er den riesigen Konzern mit immer neuen Initiativen auf Trab. Dabei kommt ihm seine Fähigkeit zugute, Trends frühzeitig zu erspüren. Und die Gabe, seine Energie ganz auf die von ihm formulierten Ziele zu fokussieren.

Jack Welch hat aus GE eine hochprofitable Wachstumsmaschine gemacht ­ und sich selbst ein Denkmal gesetzt.

Der GE-Vormann führt, indem er Ziele vorgibt ­ und sie mit geradezu missionarischem Eifer verfolgt. Alle Manager werden ständig kontrolliert, nach ihren Qualitäten bewertet. Die Schwächsten feuert Welch. Aus Prinzip.

Der Leistungsdruck ist brutal. Doch gilt GE inzwischen als Amerikas führende Kaderschmiede für Topmanager.

Höchste Priorität hat für Welch die "bottom line", der Ertrag unterm Strich. Der GE-Chef sieht sich als der getreue Sachwalter der Aktionäre. Er handelt im Auftrag ­ das hält ihn selbst unter Hochspannung, gibt ihm die Kraft, harte Maßnahmen durchzusetzen.

Der Aktionär hat Vorrang. Schon seit je praktiziert Welch kompromisslos, was heute Leitmotiv für Manager rund um den Globus ist: Shareholder-Value.

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