Freitag, 6. Dezember 2019

Was macht eigentlich Michael Eisner?

Michael Eisner war einst der höchstbezahlte Manager der Welt. Mit dem Gehalt, den Aktienoptionen und den Boni, die der ehemalige Disney-Chef kassierte, schüttete er ein Milliardenvermögen auf. Jetzt will er etwas davon haben.

Im Sommer des Jahres 2005 (mit ihm und Disney Börsen-Chart zeigen ging es gerade zu Ende) hatte sich Michael Eisner (65) urlaubs- und erholungshalber nach Italien begeben, um durch die dortigen Landschaften zu gurken, und zwar auf dem Fahrrad: immer zäh bergauf und dann wieder zack bergab.

"Corporate Warrior": Ex-Disney-Chef Eisner
Getty Images
"Corporate Warrior":
Ex-Disney-Chef Eisner
Und wie er so dahinradelte bei schönem Italiensonnenschein, wurde die träumerische, ziellose Strömung seiner Gedanken immer wieder auf ein Verkehrszeichen gelenkt, ein rot gerahmtes, weißes Dreieck, das ihn und alle Eiligen vor scharfen Kurven und großem Unglück warnte: "Tornante" stand darunter. Und Eisner murmelte: "Tornänti ... Tornänti ... Tornänti ..."

Was kann ein Manager denn Besseres tun, im Sommerwind auf dem Fahrrad in Italien, als ein bisschen herumzumurmeln?

Wenige Wochen später (Eisner hatte seinen Posten an der Disney-Spitze geräumt) wollte sein Anwalt von ihm wissen, wie er die neue Beteiligungsfirma denn nun nennen sollte, mit der der ehemalige Disney-Gestalter seinen Wirkungshunger fortan zu stillen gedachte.

Zeit seines Berufslebens hatte sich Eisner wie ein D-Zug fortbewegt: Eine Tempowarnung schien ihm deshalb nicht unangebracht zu sein. Hinzu kam, dass sein Leben selbst eine Wendung nahm, geradezu eine scharfe Kehre machte. Eisner sagte: "Tornänti."

Seither hat die Tornante Company von Beverly Hills aus an einigen hoffnungsfrohen Unternehmen festgemacht. Eisner war einst der höchstbezahlte Manager der Welt, schüttete mit Gehalt, Aktienoptionen und Boni ein Milliardenvermögen auf. Jetzt will er auch etwas davon haben: "Heute kann jeder seine eigene Mediengruppe besitzen. Es gibt keine Grenzen. Keine Zugangsbeschränkungen."

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© manager magazin 5/2007
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