Lazard Das große Geld

Lazard ist eine der geheimnisumwittertsten Adressen der internationalen Hochfinanz. Die Chronik des edlen Geldhauses bietet einen tiefen Blick in die bizarre Welt der Investmentbanker.

Erkenntniswert: Dieses Buch war bereits vor seinem Erscheinen ein Phänomen. Das 700-Seiten-Werk über eine der geheimnisumwittertsten Adressen der internationalen Hochfinanz rangierte bei den Vorbestellungen von Amazon. com zeitweise auf Rang zwei hinter dem siebten Teil von Harry Potter.

Und in der Tat: Die Geschichte des Bankhauses Lazard ist reich an fein gesponnenen Intrigen, bizarren Machtkämpfen und menschlichen Abgründen. Da ist etwa die Geschichte von Frank Altschul, in den 30er Jahren Kopf des New Yorker Lazard-Zweiges, der nach dem Einmarsch der Nazis in Frankreich zwei der jüdischen Partner des Pariser Haupthauses in die USA schleuste. Nur um ein paar Monate später von den beiden Geretteten vor die Tür gesetzt zu werden. Und da ist der neue Lazard-Chef Bruce Wasserstein, der dem letzten Vertreter der Gründerfamilien die Bank in einem zähen Machtkampf entriss und dabei ein paar hundert Millionen verdiente.

Aber es geht um mehr als nur um eine Bank. Es geht um die Entschlüsselung der DNA einer Spezies - die des Investmentbankers. Und man muss sagen: Die Analyse liefert eindrucksvolle Resultate.

Stil: William D. Cohan ist gelernter Journalist und hat 17 Jahre lang als Investmentbanker bei Lazard und als Managing Director bei J. P. Morgan gearbeitet. Er weiß, worüber er schreibt, und tut das oft bis ins letzte Detail. Und so kommt es, dass "The Last Tycoons" 100 bis 150 Seiten zu lang ist. Dennoch, das Buch ist große Unterhaltung - Egos in der Größenordnung der Hauptdarsteller lassen sich einfach nicht erfinden.

Nutzwert: Jeder, der mit Investmentbankern, sei es beruflich oder privat, zu tun hat, wird seinen Spaß an diesem Buch haben. Ein schärferer Blick in eine Welt, in deren Zentrum die Allmacht des Geldes steht, wird sich schwerlich finden lassen.

rot rot statt orange seit März 2006, da neues Heftlayout

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Foto: manager-magazin.de