Forum Leserbriefe

Suchen, warten, klagen


Bildung:Der Mangel an Hochqualifizierten wird zur Investitionsbremse (mm 3/2007)

Bildung ist die entscheidende Grundlage für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlichen Wandel. Dazu brauchen wir junge Menschen, die strategische Visionen entwickeln und Höchstleistungen in Unternehmen erbringen, um sichere Arbeitsplätze für die Zukunft zu schaffen.

Abgesehen von einigen Ausnahmen hat Deutschland einen Nachholbedarf, was Zuwendungen an Universitäten betrifft. In Frankreich, England, aber besonders in den USA gehört es zur Selbstverständlichkeit, dass ein CEO jährlich eine Spende an eine ihm nahestehende Universität gibt. Damit Deutschland nicht weiter im internationalen Vergleich zurückfällt, sollten Unternehmen mehr in junge Studenten investieren.

Prof. Dr. Werner J. Gartner,
München

Die Absolventen der von Ihnen sogenannten Massenstudiengänge wissen offenbar, wo's langgeht. Das sieht man am freien Markt für Bildung. Diese Ausbildungen wären nicht nachgefragt, wenn es keinen guten Grund dafür gäbe. Und den gibt es: Welche Chancen auf Karriere, Aufstieg, Einkommen, Glamour, Macht hat ein Naturwissenschaftler außerhalb der Hochschule nach zehn Jahren Berufsleben - im Vergleich zu seinen betriebswirtschaftlichen Kollegen? Die Hochschulen und Schulen sind nicht schlecht in Deutschland - als Naturwissenschaftler ist man für das Management schlichtweg der Idiot vom Dienst.

Rüdiger Heim,
Bad Orb/Spessart

"... gesucht wird der diplomierte Informatiker mit mindestens drei bis vier Jahren Berufserfahrung, nicht älter als 38 Jahre." So oder ähnlich lauten die häufig zu lesenden Stellenausschreibungen der unter Personalmangel leidenden IT-Unternehmen. Die jungen Hochschulabgänger sind zu unerfahren, in sie zu investieren ist zu risikoreich. Die 48-Jährigen machen dagegen die Alterspyramide kaputt. Ob ein "langjährig Erfahrener" die gestellten Anforderungen erfüllen kann, wird gar nicht erst geprüft. Man sucht, man wartet, man klagt. Die Personalknappheit ist oftmals virtueller Natur. Und noch etwas: Gute Leute lassen sich nicht mehr rekrutieren, sie wollen umworben und gewonnen sein. Die Zeit der Gutsherrenmentalität ist vorbei, zumindest für die erfolgreichen, auf Zukunft programmierten Unternehmen. In einer Wissensgesellschaft wandeln sich Human Resources zu Human Capital.

Lothar Stülb von Klimesch,
Stuttgart

Nationale Standards

Bank of America: Die BofA expandiert nach Europa (mm 3/2007)

Ob die Bank of America in Europa größere Erfolge haben kann, hängt sicherlich auch davon ab, inwieweit sie nationale Standards akzeptiert. Bisher ist das jedenfalls nicht so. Beim Electronic Banking akzeptiert sie zum Beispiel nationale Gegebenheiten nicht. Mit der bekannten Software ist das automatische Zahlen jedenfalls nicht möglich. Die BofA akzeptiert weder nationale Kontonummern noch nationale Bankschlüssel (Bankleitzahl).

Auch die automatische Verarbeitung von Bankauszugsdateien ist wesentlich aufwendiger einzurichten als bei Dateien deutscher Banken.

Heino Dompke,
Rosendahl

Gurus und Selbstdarsteller

Coaching: Wie können Manager sich vor dubiosen Karriereberatern schützen? (mm 3/2007)

Der Artikel über Coaching macht deutlich, wie sorgfältig man bei der Auswahl eines Coachs vorgehen muss. Bei den angeführten Beispielen frage ich mich allerdings, wie naiv doch viele Führungskräfte sein müssen, die auf solche Scharlatane hereinfallen. Schon beim ersten Telefonat ist es möglich, durch einige wenige gezielte Fragen herauszufinden, ob man es mit einem Spinner, Selbstdarsteller oder Guru zu tun hat. Und solche Fragen zu stellen, das sollte eine wirkliche Führungskraft leisten können. Hier gilt: Jeder bekommt den Coach, den er verdient.

Siegfried W. Kartmann,
Bad Harzburg

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