Dienstag, 23. Juli 2019

China Neue Übernahmewelle aus Fernost

5. Teil: "Unternehmen ohne Nachfolger"

Der Autohersteller Geely Börsen-Chart zeigen etwa verkaufte seine Billigautos mit großem Erfolg in Lateinamerika. China Mobile Börsen-Chart zeigen - mit rund 300 Millionen Kunden das größte Mobilfunkunternehmen der Welt - stieg bei Wettbewerbern in Hongkong und Pakistan ein. Der Telekomausrüster Huawei investierte in Russland, dem Nahen Osten und Afrika.

Neue Phase: Wann entsteht der erste Weltkonzern unter chinesischer Führung?
Olaf Hajek
Neue Phase: Wann entsteht der erste Weltkonzern unter chinesischer Führung?
Die Schwellenländer dienten den Chinesen sozusagen als Trainingsgelände in Sachen Globalisierung. Dort übten sie das Anpassen und Angreifen auf fremdem Boden. Erfahrungen, die sie mutig gemacht haben.

Nun türmt sich die zweite, die weitaus bedeutendere Investitionswelle aus China auf - Richtung Westen, gerade auch Richtung Deutschland. Wanjin Zhu, Leiter der Wirtschaftsabteilung in der chinesischen Botschaft in Berlin, prophezeit: "Es werden immer mehr chinesische Unternehmen nach Deutschland kommen - wegen des Marktes und wegen der Technologie."

Deutschland ist das größte Land mit der stärksten Wirtschaft in der EU. Es liegt zentral, eignet sich als Drehscheibe für den gesamten Kontinent. Und, darauf weist Zhu ausdrücklich hin, "Deutschland hat viele mittelständische Unternehmen ohne Nachfolger." Das Interesse nimmt unübersehbar zu. "Wir registrieren sehr viele Anfragen von chinesischen Unternehmen", sagt Gebhard Zemke vom China Desk der BDO Wirtschaftsprüfung in Hamburg.

Bislang konzentrieren sich die rund tausend chinesischen Unternehmen in Deutschland - meist kleine Vertriebsbüros - auf vier Städte: Hamburg, Düsseldorf, Köln und Frankfurt. Dort ist China Chefsache. Auch für Invest in Germany, die Ansiedlungsagentur des Bundes, und die Wirtschaftsförderung NRW ist China ein Topthema. Das offizielle Deutschland eint der Wunsch: Mögen die Milliarden zu uns kommen.

Woran die Aufkäufer interessiert sind, das kann man nachlesen im "Leitkatalog von Ländern und Industrien für Übersee-Investitionen", den das Außen- und das Handelsministerium herausgegeben haben. Danach setzen die Chinesen in Deutschland auf Maschinenbau, Chemie, Pharma, Finanzdienstleistungen, Handels- und Transport-Knowhow und überhaupt auf alles, was mit Forschung und Entwicklung zu tun hat.

© manager magazin 4/2007
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