Freitag, 20. September 2019

China Neue Übernahmewelle aus Fernost

4. Teil: Flucht vor Überkapazitäten

Willkommener Nebeneffekt: Investitionen jenseits der großen Mauer können drohende Handelskonflikte mit den USA und der EU entschärfen. Der Aufbau von Kapazitäten in Amerika und Europa soll die Abhängigkeit von Exporten in den Westen verringern.

Die Konzerne flüchten aber auch vor Überkapazitäten und Preiskämpfen in vielen heimischen Branchen. "Zuwachsraten und Gewinnmargen in China sinken rapide", sagt Ulrike Reisach, Director Strategie und Trends bei Siemens und langjährige Beobachterin der chinesischen Szene. Wer profitabel bleiben will, versucht im Ausland zu wachsen.

Es ist die zweite Welle chinesischer Auslandsinvestitionen, die jetzt anrollt. Die erste diente und dient zuvörderst der Rohstoffsicherung. Mehr als die Hälfte aller Auslandsinvestitionen fließt bislang in diesen Bereich.

Vor allem die drei Energiegiganten CNOOC Börsen-Chart zeigen, Petrochina Börsen-Chart zeigen und Sinopec Börsen-Chart zeigen sind auf globaler Einkaufstour. "Sie betreiben eine äußerst aggressive M&A-Strategie", heißt es in einer Deutsche-Bank-Studie. Sie kaufen in aller Welt - vom Sudan bis Kanada - Explorationsrechte, Ölfelder und Häfen.

für mm 4/2007 S. 122 "Zuwachsraten und Gewinnmargen in China sinken rapide." Ulrike Reisach, Director Strategie und Trends bei Siemens und langjährige Beobachterin der chine- sischen Szene Diese erste Welle, in der auch das eine oder andere Industrieunternehmen mitschwamm, schwappte vor allem über Asien, über die unmittelbaren Nachbarländer Chinas, wo sich rund 60 Prozent der Auslandsinvestments befinden. Aber auch nach Afrika, in den Nahen Osten und nach Südamerika. Eine vorsichtige Strategie. Chinas Unternehmen wollten sich zunächst in den weniger umkämpften und weniger anspruchsvollen Entwicklungs- und Schwellenländern engagieren.

© manager magazin 4/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung