Deutsche Post Zeichensprache

Der Logistikkonzern Deutsche Post rückt von seinem Namen ab. Die Zukunft gehört der Marke DHL.

Der Bonner Post-Tower lohnt dieser Tage einen zweiten Blick. Von Norden gesehen, grüßt er jetzt als Zentrale des Paketdienstes und Logistikers DHL. Die drei Buchstaben prangen dort, wo bisher das Posthorn hing. Nur an der Südseite hat das alte Logo überlebt.

Offiziell will die Post damit nur ihre Marke DHL pflegen. Tatsächlich steckt weit mehr dahinter: die schleichende Umtaufe der Deutschen Post  in DHL.

Seit Vorstandschef Klaus Zumwinkel (63) in alle Welt expandiert, wächst sein Unbehagen am alten Namen. Ein Zweitbegriff für den Konzern, "Deutsche Post World Net" (DPWN), sollte mehr Internationalität verströmen. Doch im Ausland weiß kaum jemand, was "Deutsche" bedeuten soll; und "World Net" lässt an eine Telefongesellschaft denken.

Die Marke DHL hingegen, für zwei Drittel des Konzernumsatzes gut, ist international bestens bekannt. Zumwinkel und seine Mitstreiter haben eine Umtaufe bereits durchgespielt. Doch sie zögern. Noch immer zehrt die Post vom Briefgeschäft, und das hängt stark von politischem Wohlwollen ab. Jetzt das "Deutsche" zu streichen, wäre riskant.

Also behelfen die Postler sich mit kleinen Schritten. Wo immer es geht, taucht das DHL-Logo auf, ob auf Lastern oder Briefpapier. Ein neues Forschungszentrum, Ende März eingeweiht, heißt "DHL Innovation Center", obgleich es auch der Briefpost dient. Gut möglich, dass die Fassadenbauer demnächst ein zweites Mal am Post-Tower Hand anlegen.

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