Editorial Der Fall Daimler

Es gibt nicht viele Konzerne, die eine solche Irrfahrt überstanden hätten.
Von Arno Balzer

Wenn nicht alles täuscht, wird es die DaimlerChrysler AG  bald nicht mehr geben. Die 1998 vom damaligen Vorstandsprimus Jürgen Schrempp geborene Superfirma, die zum Modell für den Weltkonzern des 21. Jahrhunderts werden sollte, ist gescheitert - genauso wie vorher schon die von Schrempps Vorgänger Edzard Reuter erdachte Vision vom integrierten Technologiekonzern. Beide hatten Milliarden gesetzt - und verloren. Gewiss, für unternehmerischen Wagemut gibt es keine Erfolgsgarantie, im Wirtschaftsleben kann nicht alles klappen. Doch der Fall Daimler lehrt weit mehr: wie große Strategien in den Niederungen des operativen Geschäfts untergehen.

Die mm-Redakteure Peter Brors, Michael Freitag und Dietmar Student haben die vergangenen 20 Jahre des schwäbischen Konzerns aufgearbeitet. Sie haben Bilanzen und Analystenberichte durchpflügt, mit ehemaligen und amtierenden Managern gesprochen, bei Aktionären und Wettbewerbern nachgefragt. Ihr Fazit: "Es gibt nicht sehr viele Unternehmen, die eine solche Irrfahrt überstanden hätten."

Unsere Titelgeschichte über die Daimler-Tragödie lesen Sie ab Seite 34.

Die jüngeren Manager, die heute zwischen 30 und 40 Jahre alt sind, werden bald schon die Wirtschaft unseres Landes führen. Welche Werte haben sie, was möchten sie erreichen? Wie stellen sie sich ihre Jobs vor, wie ihr Leben insgesamt? manager magazin wollte es genauer wissen und gab eine repräsentative Umfrage in Auftrag. Die Ergebnisse sind so überraschend wie erfreulich. Entstanden ist das Porträt einer selbstbewussten Generation, die überaus optimistisch in die Zukunft blickt. "Die jungen Manager haben das jahrelange Nörgeln satt, sie besinnen sich wieder auf die Stärken des Standorts und wollen etwas bewegen", sagen die mm-Redakteure Eva Müller und Klaus Werle, Autoren des Elitereports.

Besonders auffällig ist das positive Verhältnis zum eigenen Land und zum Wirtschaftsstandort Deutschland. Viele der jüngeren Manager waren längere Zeit im Ausland. Das hat ihren Blick auf Deutschland zum Positiven verändert. Der aufgeklärte Patriotismus hat durchaus handfeste Folgen: Fast jeder Zweite der Befragten will künftig verstärkt hierzulande investieren. Auch was den Führungsstil angeht, tritt diese Generation an, die Wirtschaft zu verändern. Sie ist lockerer, weniger eitel und daran gewöhnt, in hierarchieübergreifenden Teams zu arbeiten. Es ist eine erfrischende Brise, die die Jüngeren in die Wirtschaft bringen. Hochwillkommen in einer Gesellschaft, die immer noch nicht gerade vor Lebenslust strotzt.

Die Geschichte über die "Neue Deutsche Welle" lesen Sie ab Seite 150.

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