Donnerstag, 27. Juni 2019

Coaching Die Untiefen der Coaching-Szene

7. Teil: Wie Firmen sich wappnen

Unter dem Scharlatanerie-Syndrom im Coaching leiden auch die Unternehmen. Als "Horrorkabinett", in dem "sich jeder Friseur Coach nennen kann", beschreibt ein Personaler die Lage. "Immer mehr Firmen reagieren darauf, indem sie eigene Qualitätsstandards für ihre Coachs definieren, da die Verbände das bisher nicht geschafft haben", sagt Wolfgang Looss, der Grandseigneur des deutschen Business-Coachings.

Als eines der ersten deutschen Unternehmen hat die Bayer Schering Pharma AG Börsen-Chart zeigen schon 1998 - damals noch als Schering - einen "Coaching-Pool" eingerichtet. "Er besteht aus 20 bis 30 Coachs, die unsere Anforderungen erfüllen: Management-, Führungs- und Lebenserfahrung, nicht unter 40 Jahre, Methodenkompetenz", sagt Angelika von Alm, die das Programm betreut.

Das Instrument wird strategisch eingesetzt, "um gezielt Kompetenzen zu entwickeln", etwa bei erstmaliger Übernahme von Führungsverantwortung. Alle Coaching-Anfragen werden über den Personalbereich gesteuert; der Erfolg wird überprüft.

PricewaterhouseCoopers (PwC) hat vergangenes Jahr einen Coaching-Pool eingerichtet. Wer hineinwill, den unterziehen die Wirtschaftsprüfer einem harten Auswahlverfahren: Bewerbung mit Lebenslauf und Referenzen, Assessment-Center inklusive "Probecoachen", persönliches Gespräch. "Wir legen Wert auf fundierte Ausbildung, Universitätsabschluss und Business-Erfahrung", sagt Marion Lörler, Leiterin der Führungskräfteentwicklung.

© manager magazin 3/2007
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