Bildung Der Geist ist schwach

Der Mangel an Hochqualifizierten wird immer mehr zur Investitionsbremse. Sind die Deutschen zu dumm, um noch dauerhaft ordentliche Wachstumsraten zu erwirtschaften?

Jeder echte Unternehmer wartet auf seine große Zeit. Auf eine Phase für forsche Aufbrüche, in der ihn ein kräftiger Rückenwind erfasst und seine Firma zu neuen Dimensionen treibt. Darauf, dass plötzlich alles möglich scheint.

Die große Zeit von Dieter Manz ist jetzt. Seit er vor zwei Jahrzehnten sein Unternehmen gegründet hat, war die Lage nie so günstig.

Nach langem Schaffen steht er nun im Epizentrum des Zeitgeists: Die hohen Energiepreise lassen den Markt für Solarzellen aufblühen, und Manz' Firma, die auf die Automation bei deren Herstellung spezialisiert ist, kann sich als Zulieferer vor Aufträgen kaum retten. Um stolze 25 Prozent ist die Firma zuletzt pro Jahr gewachsen. Seit vorigem Herbst ist sie börsennotiert.

Zeit zum Durchstarten. Eigentlich.

"Wir könnten noch schneller wachsen", sagt Manz. Aber er findet einfach nicht genug Leute. Schon Facharbeiter aufzutreiben sei so leicht nicht mehr, auch wenn das immer noch irgendwie gelinge. Der Mangel an Ingenieuren jedoch - das sei die "große Wachstumsbremse". Manz hat schon vieles versucht: Radiospots geschaltet, Lkw-Planen mit Stellenannoncen bedrucken lassen. Mehrere hunderttausend Euro gibt er pro Jahr für Personalmarketing aus. Doch das Ergebnis ist spärlich.

Zwangsläufige Folge: Das Unternehmen wächst im Ausland stärker, als es Manz eigentlich für wünschenswert hält. Um Engpässe zu überwinden, plant er ein Ingenieurzentrum in Ungarn.

Die Konsequenz ist schwierig für Manz, der viel lieber auf deutsche Ingenieurkunst vertrauen würde. Und desaströs für Deutschland, das hoch produktive Potenziale verliert - nicht der Kosten wegen, sondern weil die heimischen Hirnkapazitäten beklemmend eng sind.

Brasilianer im Schwäbischen

Sind die Deutschen inzwischen zu dumm, um über längere Zeit ein anständiges Wirtschaftswachstum hinzubekommen? Es sieht so aus. Schon bei Zuwachsraten von um die 2 Prozent und immer noch vier Millionen Arbeitslosen behindern Personalengpässe die Wirtschaft. Viele Unternehmen würden gern mehr in Deutschland investieren - allein, es fehlt an fähigem Personal.

Das Geld ist willig, aber der Geist ist schwach.

Es sind gerade Branchen mit hoher Wertschöpfung, die an ihre Entwicklungsgrenzen stoßen. Ob Maschinenbau, Elektrotechnik oder Optik - im Verlauf des vorigen Jahres ist die Zahl der Firmen sprunghaft gestiegen, die in den regelmäßigen Umfragen des Ifo-Instituts angeben, sie litten unter Personalmangel.

"Wir sind nicht mehr in der Lage, unsere offenen Stellen in vernünftiger Zeit zu besetzen", sagt Hilmar Döring, Personalchef beim Maschinenbaukonzern Voith. 121 Leute sucht er derzeit allein am Stammsitz in Heidenheim.

Bisher habe Voith noch keinen Auftrag ablehnen müssen; etwaige Engpässe würden im weltweiten Produktionsverbund ausgeglichen - zur Not holt man ein paar Voith-Mitarbeiter aus Brasilien für ein paar Monate ins Schwäbische. "Aber", sagt Döring, "wenn die Entwicklung so weitergeht, dann könnte das künftig auf Investitionsentscheidungen Auswirkungen haben."

Besonders krass ist die Situation in der IT-Branche: 56 Prozent der Unternehmen suchen händeringend Leute, wie eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands Bitkom zeigt. Je kleiner die Unternehmen, desto größer die Not.

Es sei zum Haareraufen, sagt Ralf Koenzen, Geschäftsführer von Lancom, einer 100-Personen-Firma in Würselen bei Aachen, die auf Netzwerksicherheit spezialisiert ist. Endlich sei seine Firma "mittendrin in den Trendthemen wie VoIP und WLan. Das Marktpotenzial ist da, unsere Produkte werden angenommen". Seit dem vorigen Sommer sucht Koenzen 20 Leute, vorzugsweise diplomierte Informatiker. Vergeblich.

Deutschland in der IQ-Falle

"Die jetzigen Marktchancen mitzunehmen ist unter diesen Bedingungen schwierig", sagt Koenzen. Produktentwicklungen gehen zu langsam voran, Zeitvorsprünge gegenüber Wettbewerbern schmelzen dahin.

Die Auswirkungen sind weit über die Firmengrenzen hinaus spürbar. Weniger Wachstum bei Lancom bedeutet weniger Jobs auf nachgelagerten Wertschöpfungsstufen - in der Produktion, die ein Auftragsfertiger am Bodensee erledigt; in der Logistik, die ein Dienstleister im Rheinland übernimmt. Zu wenige Informatiker bei Lancom bedeuten zu wenige Jobs für Nichtakademiker. So erklärt sich die Parallelität von Massenarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel.

Die deutsche Wirtschaft, das wird im Aufschwung deutlich, steckt in der IQ-Falle. Ein überkommenes Bildungssystem, eine alternde, stagnierende und bald schrumpfende Erwerbsbevölkerung, dazu die Auswanderungswelle der vergangenen Jahre - das sind die großen Wachstumsbremsen.

Die nationale Geistesschwäche wird das beherrschende Thema der nächsten Jahre sein. In den Topetagen der Wirtschaft erkennt man das Problem inzwischen. Eine Umfrage der Personalberatung Egon Zehnder International bei Führungskräften in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA zeigt:

  • Nur 17 Prozent der befragten deutschen Manager sind mit dem Bildungssystem zufrieden; unter den Franzosen sind es stolze 77 Prozent, bei den Amerikanern immerhin 40.
  • Für problematisch halten deutsche Manager vor allem die Motivation der Lehrer (80 Prozent) und deren Qualifikation (53 Prozent).
  • Ihre eigenen Kinder möchte die große Mehrheit denn auch lieber vor der heimischen Bildungsmisere bewahren: Nur 40 Prozent wollen ihren Nachwuchs auf eine deutsche Schule schicken, lediglich 17 Prozent auf eine deutsche Uni.

Es fehlt die schiere Quantität

So sieht das auch Ludwig Georg Braun. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags hat seine Kinder nach der 10. Klasse sämtlich im Ausland auf die Schule geschickt.

Jetzt rächt sich, dass sich das deutsche Bildungssystem - von der Krippe bis zur Hochschule - viel zu langsam den Anforderungen der Globalisierung anpasst. Während andere Länder seit Anfang der 90er Jahre ihre Bildungskapazitäten massiv ausgebaut haben, hängt Deutschland in überkommenen Traditionen fest: Die frühe Aufteilung auf Haupt- und Realschule und Gymnasium unterbindet soziale Mobilität; das Festhalten an der betrieblichen Lehre hält junge Leute von den Hochschulen fern; der Verzicht auf kostendeckende Studiengebühren behindert den Ausbau der Universitäten. All das trägt dazu bei, dass auf dem Arbeitsmarkt letztlich zu wenige Hochqualifizierte ankommen.

Noch in den 80er Jahren hatte die Bundesrepublik einen ansehnlichen Bildungsvorsprung gegenüber anderen reichen Ländern, inzwischen liegt sie am unteren Ende der Skala. Besonders alarmierend: Der Akademikeranteil in den jüngeren Altersgruppen sinkt; im Alter zwischen 25 und 34 Jahren gibt es weniger Hochschulabsolventen als in höheren Altersgruppen - ein bemerkenswerter Rückschritt. Auf dem globalen Markt für Akademiker, sagen Berechnungen der OECD vorher, wird Deutschland in den nächsten Jahren Anteile verlieren.

Bei gleichbleibenden Studierendenzahlen wird es in Zukunft nicht mehr gelingen, ältere Akademiker, die in den Ruhestand gehen, durch jüngere Topleute zu ersetzen, prognostiziert das industrienahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Schon seit Längerem trägt die Verbesserung des Humankapitals nicht mehr nennenswert zum Wirtschaftswachstum bei", sagt IW-Bildungsfachmann Hans-Peter Klös. "In Zukunft könnte dieser Beitrag sogar negativ werden."

Der technologielastigen heimischen Wirtschaft bereitet vor allem die Ebbe an in Deutschland ausgebildeten Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, Mathematikern und Informatikern Sorgen. Die gelten zwar immer noch als Humankapitalträger exzellenter Qualität; woran es hapert, ist die schiere Quantität. Ob Finnland, Frankreich, Spanien oder Nordamerika - viele reiche Staaten gehen den umgekehrten Weg und erhöhen die Anzahl technisch-naturwissenschaftlicher Absolventen stetig.

Zwang zur intellektuellen Aufrüstung

Die Bundesrepublik vertändelt ihre Zukunft - während sich das politische Deutschland mit rituellen Lamenti über Lehrstellenmangel und Mindestlöhne aufhält.

Es fange schon damit an, sagt Andreas Schleicher, bei der OECD zuständig für internationale Bildungsvergleiche, dass sich die Debatte mit den falschen Fragen beschäftige: "Was die Gesellschaft und die Wirtschaft brauchen und was entsprechend das Bildungssystem anbieten sollte, das wird in Deutschland überhaupt nicht thematisiert." Niemand rede ernsthaft über Strukturreformen, es gehe nur um Effizienzverbesserungen des bestehenden Systems.

Nach Schleichers Analyse besteht vor allem in den Schulen Reformbedarf: Bildungspolitiker und -praktiker würden immer noch in Unterrichtsstunden, Altersjahrgängen, Stundentafeln, Klassengrößen und formalen Abschlüssen denken, während sich die Gesellschaft heute nach Zielvorgaben, Deadlines und Ergebnisverantwortung organisiere. Ohne wirkliche strukturelle Reformen, meint Schleicher, würde das bestehende System immer teurer, aber nicht besser (siehe: "IEP-Manager-Studie: Die Deutschen und der Tunnelblick").

Statt möglichst vielen jungen Leuten eine möglichst gute Hochschulbildung zu verschaffen, pflegt Deutschland immer noch das überkommene Leitbild der engen Spezialistenausbildung in Form der betrieblichen Lehre. Die befähigt aber nur noch unzureichend dazu, dem raschen ökonomischen und technologischen Wandel folgen zu können.

Die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts braucht keine Leute mehr, die ihr Leben lang das Gleiche machen. Sie braucht flexible Geister, die sich schnell in neue Felder einarbeiten können. Bildungsexperten gehen deshalb davon aus, dass der Bedarf an Akademikern in der Wirtschaft fast unbegrenzt ist.

Der Zwang zur intellektuellen Aufrüstung ergibt sich auch aus der demografischen Entwicklung. Denn eine alternde und schrumpfende Bevölkerung kann nur noch Wachstum generieren, wenn sie es schafft, die immer kleinere Zahl von Beschäftigten immer höher zu qualifizieren. Nur eine Produktivitätsexplosion kann die demografische Krise verhindern.

Eine historisch neue Erfahrung

Deutschland ist auf diese Herausforderungen schlecht vorbereitet. Die wirkliche Bildungsmisere komme erst noch, sagt Schleicher: "In zehn Jahren wird der Personalmangel eine völlig andere Dramatik annehmen."

Ideen, Wissen, Kreativität - das ist der Rohstoff, aus dem sich in Zeiten globalen Hyperwettbewerbs noch margenträchtige Geschäfte entwickeln lassen. Kopieren und Produzieren kann man fast überall. Die Welt ist zugeschüttet mit wenig originellen und deshalb billigen Produkten. Einen Überfluss an Formen hat die globale Industrie hervorgebracht - was knapp ist, sind die Inhalte.

Auf dieser Logik fußt das Unternehmen von Joachim Rohwedder. Der Chef und Großaktionär des gleichnamigen Maschinenbauspezialisten vom Bodensee würde gern so viel wie möglich im eigenen Haus ersinnen.

Weil er aber nicht genug Leute findet, muss er sich mit einem Problem herumplagen, das innovative Firmen fürchten wie die Katze das Wasser: den Abfluss von Know-how.

Und das kommt so: Rohwedder kann nur noch ein Drittel der Entwicklungsarbeiten im Haus erledigen lassen. Den Rest vergibt er an externe Ingenieurdienstleister, immer häufiger auch in Osteuropa. Lieber würde er eigene Leute beschäftigen, daheim in Bermatingen.

Denn die Externen nehmen immer ein Stück firmeneigenes Spezialwissen mit. Außerdem stehen sie für eventuelle Nacharbeiten kaum zur Verfügung. Das alles schaffe Risiken, die sich Rohwedder gern sparen würde. Aber Besserung sei nicht in Sicht.

Die Wirtschaft macht derzeit eine historisch neue Erfahrung. Bis 2006 wuchs die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter noch. Nun ist der Scheitelpunkt erreicht. Ab jetzt beginnt die neue Ära einer allgemeinen Kopfknappheit, die sich immer weiter verschärfen wird.

"War for Talent"

Entsprechend stecken die Unternehmen mitten in einem Lernprozess. Jahrzehntelang gab es zumeist ein Überangebot an Leuten, die Personalmanager konnten aus dem Vollen schöpfen - und wenn gerade mal die Kosten heruntermussten, wurden halt Leute hinausgeworfen, auch hoch qualifizierte Humankapitalträger. "Für die Betriebe wird die Situation nie mehr so komfortabel werden wie in der Vergangenheit", warnt Eugen Spitznagel vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Die Topmanager erkennen das Problem - 86 Prozent der Befragten in der Egon-Zehnder-Studie wähnen sich in einem "War for Talent". Aber viele gehen noch immer nicht wirklich systematisch vor. So sagt ein Drittel der befragten Deutschen, die Topnachwuchskräfte in der Firma seien nicht alle bekannt.

Es geht kein Weg daran vorbei: Wer hierzulande künftig noch qualifizierte Mitarbeiter in ausreichender Anzahl beschäftigen will, der muss langfristig in Humankapital investieren. Und die immer knappere Ressource Mensch will umworben werden. ThyssenKrupp Steel zum Beispiel hat kürzlich ein Pilotprojekt zur Kinderbetreuung aufgelegt. Der Stahlkonzern will jetzt Mitarbeitern helfen, "maßgeschneiderte Betreuungsformen" für ihre Kinder zu finden. Ein Service, darauf legt Arbeitsdirektor Dieter Kroll wert, der nicht als soziale Maßnahme misszuverstehen sei. Er handele aus reiner betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit. Man könne es sich nicht mehr leisten, hervorragend ausgebildete Frauen und Männer auf Jahre an die Kindererziehung zu verlieren.

Sogar den lange Zeit siechen Stahlkochern, inzwischen durch den weltweiten Boom zu neuem Leben erwacht, droht ein "dramatischer Fachkräftemangel". Ab 2014, so haben Krolls Leute ermittelt, werde aus der bisherigen "Überdeckung" beim Personal ein "Fehlbedarf". Demnächst werden 150 neue Ingenieurstellen ausgeschrieben. Auch ThyssenKrupp, bislang eine Männerwelt, bemüht sich, "ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und Leistungsträger auf allen Ebenen" zu umgarnen.

In Zeiten der Kopfknappheit werden vor allem jene Unternehmen erfolgreich sein, denen es gelingt, die Reserven des Arbeitsmarktes für sich zu erschließen. Und davon gibt es einige: Teilzeitbeschäftigte, darunter viele Frauen, die sich bei attraktiveren Bedingungen leicht für Vollzeitstellen gewinnen lassen dürften; Ältere jenseits der 60, von denen in Deutschland bislang nur relativ wenige arbeiten; und durch frühes Personalmarketing lassen sich womöglich auch einige Schüler von den Massenstudiengängen BWL und Jura zu den begehrten Ingenieur- und Naturwissenschaften locken.

Der Staat versagt

Unternehmen, fordert OECD-Fachmann Schleicher, sollten sich "direkt an der Spitzenqualifizierung beteiligen" - indem sie Stipendienprogramme auflegen, indem sie Universitäten kofinanzieren, indem sie konsequent in Weiterbildung investieren.

Weil der Staat versagt, wird Bildung zunehmend zum privaten Gut.

Gefordert sind vor allem unbekanntere Firmen in der Provinz. So wie Phoenix Contact. Der Elektrotechnikkonzern in Familienbesitz (eine Milliarde Euro Umsatz, 8400 Beschäftigte) aus dem beschaulichen ostwestfälischen Städtchen Blomberg ist nicht gerade ein Selbstgänger auf dem Markt für Humankapital.

"Wir müssen selbst etwas tun, um den Engpässen zu begegnen", sagt Personalchef Bernd Richter. Das funktioniere nicht mit eilig aufgelegten Programmen, sondern nur mit sehr langem Atem. Schon Anfang der 90er Jahre hat Phoenix begonnen, systematisch den Nachwuchs ans Unternehmen zu binden - von der Nachhilfe für örtliche Hauptschüler bis zur Kooperation mit Technischen Hochschulen.

Um ältere Mitarbeiter länger produktiv zu halten, gibt es inzwischen auch ein Gesundheitszentrum. Immerhin: In den vergangenen zehn Jahren ist Phoenix Contact aus eigener Kraft auf doppelte Größe gewachsen; nach wie vor werden 80 Prozent der Wertschöpfung in der Bundesrepublik erbracht, so etwas gibt's noch.

Aktivitäten ins Ausland zu verlagern, davon halten die Ostwestfalen übrigens nicht viel. Zum einen litten die meisten vergleichbaren Länder ja auch unter demografischen Problemen, sagt Richter. Und außerdem wolle Phoenix ein deutsches Unternehmen in Deutschland bleiben. Einfache Auswege gebe es nun mal leider nicht: "Wir müssen einfach mehr aus den hier verfügbaren Ressourcen machen."

Bloß nicht an eine deutsche Uni

Bloß nicht an eine deutsche Uni: Ergebnisse einer exklusiven Managerbefragung von Egon Zehnder International

Fragen: Exklusiv für manager magazin hat die Personalberatung Egon Zehnder International Topmanager in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA zum Thema Bildung befragen lassen. Ergebnis: Was die Firmen bekommen und was sie brauchen, deckt sich keineswegs.

Brauchen: Die Vermittlung von Fachwissen ist für Unternehmen nachrangig, weil es sich ohnehin schnell verändert. Wichtig sind hingegen Allgemeinbildung, Kreativität und Integrität.

Bekommen: Außer in Frankreich sind nur Minderheiten der Befragten mit dem jeweiligen Bildungssystem zufrieden. Besonders kritisch geben sich die Deutschen. Verändern: Reformbedarf sehen deutsche Manager vor allem bei den Schulen.

Auch die Unis schneiden nicht sonderlich gut ab. Auffällig: Anders als die übrigen Nationalitäten fordern die Deutschen eine stärkere Förderung von Eliten; mehr Chancengleichheit an Schulen und Hochschulen zu schaffen ist für sie völlig unwichtig (rechts).

Beschulen: Nur 40 Prozent der deutschen Befragten möchten den eigenen Nachwuchs auf eine hiesige Schule schicken, nur 17 Prozent auf eine hiesige Hochschule. Keine andere der befragten Nationalitäten sieht das eigene Bildungssystem so kritisch.

IEP-Manager-Studie: Die Deutschen und der Tunnelblick