Forum Leserbriefe

Weichheit für die Liebsten


Managerehen: Kann das Miteinander von Beruf und Familie gelingen? (mm 1/2007)

Sowohl der Karriere als auch der Familie vollständig gerecht zu werden ist von vornherein ausgeschlossen. Karriere bedeutet nämlich, dass an fünf bis sechs Tagen pro Woche zehn bis zwölf Stunden Arbeit für die Firma gefordert werden.

Zwar liegt dies zum Teil auch an der schlechten Organisation, der mangelhaften Fähigkeit zur Delegation von Verantwortung und den entnervenden Konsens-Meetings, aber dies ändert nichts an der Tatsache.

Woher soll da die Kraft und die notwendige "Weichheit" für die Liebsten noch kommen? Dies gilt für Männer und Frauen. Wenn man eine befriedigende Partnerschaft und glückliche Kinder will, müssen Kompromisse gemacht werden. Es fragt sich nur von wem und wie.

Dr. Rolf Dahlems,
Schloss Rheydt



Die Frage "Kind oder Karriere" stellt sich für jede berufstätige Frau - insbesondere aber für die Managerfrau, da diese weder auf eine staatliche Unterstützung durch gut ausgebaute flexible Kinderbetreuung noch auf die familiäre Unterstützung des über die Maßen beanspruchten Vaters ihrer Kinder bauen darf.

Jeder Frau mit einem oder mehreren Kindern gelingt es nur unter Aufbringung von enormer und permanenter Energie und Kraft, sich selbst zu verwirklichen. Hier liegt ein großes Frustpotenzial.

Aus Sicht der Unternehmen ist es selbstverständlich so, dass Familie, Kinder, Freunde, Urlaubsansprüche, Freizeitinteressen und Nachtschlaf die Karriere bremsen. Ich wünschte mir hier ein Umdenken der Unternehmen. Ist wirklich derjenige der bessere Manager, der täglich 18 Stunden arbeitet, alle Verantwortung selbst trägt und nicht delegieren kann oder will?

Wir leben inzwischen in einer Wirtschaftswelt, in der neben Hedgefonds, Aktienwerten und Globalisierung auch Begriffe wie Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit, Sozialkompetenz und Empathie ins Bewusstsein rücken. Es sollte doch derjenige Führungs- und Entscheidungskompetenz übertragen bekommen, der den besten Überblick hat, derjenige, der Zusammenhänge am schnellsten erkennen kann, der Team und Mitarbeiter zu motivieren versteht, der menschliche und wirtschaftliche Ressourcen lokalisieren kann und seine eigenen Kapazitäten am effektivsten zu nutzen versteht - nicht derjenige, der am härtesten (messbar an der wöchentlichen Arbeitszeit) dafür gearbeitet hat.

Andrea Mönkhoff,
per E-Mail


Soziales Gebilde

Netzwerke: Traditionelle Clubs wie Lions helfen beim Aufstieg (mm 12/2006)

Sie sollten die Logen der Freimaurer nicht mit den Rotariern und Lions vergleichen.

Freimaurerei ist schon im frühen Mittelalter entstanden. Eine Selbsthilfeorganisation der alten Bauhandwerker. Eigentlich eines der ersten sozialen Gebilde. In der modernen Freimaurerei mischten sich freie Männer von gutem Ruf unter die handwerklich Tätigen. Sie führten die alten gewachsenen Traditionen bis heute fort. Die alten Pflichten der Brüderlichkeit, der Nächstenliebe und der Toleranz werden heute in den Freimaurerlogen auf der ganzen Welt gepflegt.

In diesen Rahmen passt keine Geschäftemacherei, keine Verschwägerung wirtschaftlicher Interessen und auch kein Steigbügelhalten.

H. Schulte-Hostede,
Erwitte


Lautstarke Minderheit

Türkei: Warum der EU-Beitritt wichtig für Europas Wirtschaft ist (mm 12/2006)

Suggeriert wird, dass unser EU-Abendland die Türkei mehr braucht als die Türkei uns. Mangels Ausgewogenheit wird keine Perspektive eröffnet, zum Beispiel mit Türkei-Geld eine gezielte Bevölkerungspolitik in Deutschland zu finanzieren. Sie reihen sich in die Schar der lautstarken Minderheit ein, die stets deutsche Interessen negiert.

Klaus P. Urban,
Köngernheim

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