Sonntag, 25. August 2019

Good Company Ranking Gute Nachbarn

6. Teil: Gelebte Verantwortung

Bei BASF koordiniert ein Nachhaltigkeitsrat unter dem Vorsitz Voscheraus die CSR-Aktivitäten. Diesem Gremium gehören neben dem Arbeitsdirektor Verantwortliche aus drei operativen Unternehmensbereichen, weitere drei Topmanager für Umwelt, Personal und Strategische Planung sowie die drei Hauptverantwortlichen für die Weltmarktregionen an.

Praktizierte CSR: AngloAmerican zahlt seinen Mitarbeitern in Südafrika den klinischen Bluttest auf HIV-Infektion und, falls sie infiziert sind, auch die teuren Medikamente
Die operative CSR - die konkreten Projekte zur Mitarbeiterförderung, zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen, zum gesellschaftlichen Engagement oder zum Umweltschutz in den einzelnen Landesorganisationen und Geschäftseinheiten der BASF - betreut ein "Sustainability Center".

Praktizierte soziale Verantwortung gibt es nicht umsonst. CSR-Projekte kosten Geld, zuweilen viel Geld. Ihre Erträge hingegen liegen in der Zukunft, bleiben im Zweifel vage und lassen sich typischerweise nicht eindeutig bestimmten Projekten zuordnen. Entsprechend sieht manch renditebewusster Investor CSR-Programme skeptisch. Lässt sich das Geld nicht besser jetzt als Dividende ausschütten?

Edward Bickham kennt diese Argumente. Der Vice President des Minen- und Mineralienmultis AngloAmerican - das einzige Unternehmen, das sich seit dem letzten Ranking in den Top drei halten konnte - räumt solche Einwände spielend aus.

AngloAmerican, so Bickham, zahle seinen Mitarbeitern in Südafrika den klinischen Bluttest auf HIV-Infektion und, falls sie infiziert sind, auch den teuren Medikamentencocktail, der ihre Aids-Krankheit unter Kontrolle hält. Insgesamt kostet das HIV/Aids-Programm von AngloAmerican umgerechnet zehn Millionen Dollar pro Jahr.

Für Kohleminen des Konzerns haben Bickhams Leute dieses CSR-Programm durchkalkuliert. Rechnet man gegen, was durch Prävention und Arzneitherapie an Arbeitsausfällen und Produktivitätsverlust durch Krankheit, Unfälle und allgemeine Schwächezustände vermieden wird, dann hat sich das HIV/Aids-Programm längst bezahlt gemacht.

Tag für Tag.

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