Samstag, 7. Dezember 2019

Good Company Ranking Gute Nachbarn

2. Teil: Gewinn und Gewissen

Falsch, sagt Eggert Voscherau, stellvertretender Vorstandschef der BASF und zugleich verantwortlich für die Corporate Social Responsibility (CSR). Eine nachhaltige Entwicklung, gesteuert und getrieben von CSR, sei der Kern dessen, was einen Konzern wie BASF in Zukunft zusammenhalte. Und Teil davon seien regionale Projekte wie die in Ludwigshafen, aber auch an südamerikanischen oder asiatischen Standorten des Unternehmens. Es gehe darum, "die Menschen mitzunehmen" in einer Ökonomie, die sich "im Zeitalter der Globalisierung rasend beschleunigt" habe.

 Siegerehrung in Davos: Deloitte-Partner Wolfgang Grewe (l.) mit BASF-Chef Jürgen Hambrecht (M.) und mm-Redakteur Henrik Müller
Roger Canali
Siegerehrung in Davos: Deloitte-Partner Wolfgang Grewe (l.) mit BASF-Chef Jürgen Hambrecht (M.) und mm-Redakteur Henrik Müller
Das sei heute "eine zentrale Aufgabe" des Managements, meint Voscherau: "Wenn Unternehmen unserer Größe den Kontakt zu den Menschen - zu unseren Mitarbeitern, zur Gesellschaft insgesamt - verlieren, dann bekommen wir irgendwann auch massive wirtschaftliche Probleme." Dann, so der erfahrene Personalmanager, wären auch der soziale und wenig später auch der politische Friede in Gefahr, die Weltwirtschaft bedroht.

Projekte wie LuKids sollen deshalb nicht nur BASF-Mitarbeiter mit kleinen Kindern unterstützen und sie nach der Babypause rasch wieder für den Konzern verfügbar machen. Sie zwingen die Organisation auch, sich mit Fragen jenseits des Denkens in reinen Geschäftsprozessen zu befassen - sie verankern, gewissermaßen als Kuppelprodukt, gesellschaftliche Belange im Unternehmen. Das befördert die Produktivität und Profitabilität und mindert das Risiko plötzlicher Krisen. So jedenfalls die Theorie.

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Weil BASF die Theorie besonders gut in die Realität überführt hat, steht der Ludwigshafener Konzern an der Spitze des diesjährigen Good Company Rankings. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Düsseldorfer Gebrauchsgütermulti Henkel Börsen-Chart zeigen und der britisch-südafrikanische Minenkonzern AngloAmerican Die Platzierungen.

Im Gegensatz zu manch anderer verwandter Aktion würdigt das Good Company Ranking kein reines unternehmerisches Gutmenschentum. Es zeichnet vielmehr jene Firmen aus, bei denen "Ebit und Ethik stimmen, Gewinn und Gewissen sich gleichermaßen zeigen", wie Uto Meier formuliert, Leiter des Studiengangs "Ethisches Management" an der Universität Eichstätt.

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