Ethik Mehrwert durch mehr Werte

Die US-Autoren Doug Lennick und Fred Kiel machen moralische Intelligenz als Erfolgsfaktor für Manager und Firmen aus. Anders als viele ähnliche Bücher salbadert dieses nicht im Gutmenschenduktus über Werteverfall, sondern wartet mit starken Argumenten auf.

Erkenntniswert: Pünktlich zur Korruptionsaffäre bei Siemens stellt dieses Buch die Frage nach dem Zusammenhang von ethischer Unternehmensführung und unternehmerischem Erfolg. Mit dem Begriff der "moralischen Intelligenz" beschreiben Doug Lennick und Fred Kiel "die geistige Fähigkeit, universelle menschliche Prinzipien auf unsere persönlichen Wertvorstellungen, Ziele und Handlungen anzuwenden".

Denn die meisten Menschen können zwar leicht zwischen Richtig und Falsch unterscheiden. Die Herausforderung liegt aber darin, Wissen und Handeln in Einklang zu bringen. Wer das tut, so die Autoren, handelt nicht nur gut, sondern steigert auch seinen Geschäftserfolg.

Anders als viele ähnliche Bücher salbadert dieses nicht im Gutmenschenduktus über den Werteverfall, sondern wartet mit starken Argumenten auf. Etwa mit der Tatsache, dass gerade High Potentials bei der Jobsuche zunehmend auf die Werte und Prinzipien der Firmen achten. Viele Fallbeispiele geben zudem Einblick in die Praxis werteorientierter Führung.

Stil: Klare Gliederung, nachvollziehbarer Argumentationsaufbau und eine wohltuend sachliche Sprache sorgen für eine gut lesbare Aufbereitung des recht abstrakten Themas.

Nutzwert: Hoch. Beide Autoren kommen aus der Praxis: Lennick ist Executive Vice President bei American Express, Kiel Psychologe und Managementcoach. Entsprechend widmet sich der Großteil des Buches der Entdeckung und Entwicklung der vier Kernprinzipien moralischer Intelligenz: Integrität, Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl, Verzeihung. Am Ende steht ein Selbsttest, in dem jeder sein persönliches "Inventar der moralischen Kompetenzen (IMK)" überprüfen kann.

Foto: manager-magazin.de