Beate Uhse Anrüchige Geschäfte

Seltsame Transaktionen der Großaktionäre und Fehler im Management führten bei dem Erotikkonzern Beate Uhse zu einer gigantischen Kapitalvernichtung.

Das Schaufenster eröffnet den Blick auf eine schlüpfrige Welt: Strapse, Netzstrümpfe und Bodys, die mehr enthüllen als sie bedecken. Alles in Samt, Seide und Spitze, alles glamourös präsentiert - selbst der blaue Vibrator glänzt wie von Hand poliert.

Zwei junge Frauen drücken sich vor der Auslage herum, schließlich siegt die Neugier. Sie gehen hinein in die hell erleuchtete Boutique und bestaunen das frivole Angebot: Büstenhalter und Strings aus Bonbons, "Poppbier" für das süffige Davor, Nudeln in Penisform für das hungrige Danach. Dazwischen ein Gläschen mit "Chocolate Body Painting", für den Galan als Nutella-Ersatz.

Je tiefer die Ladys in den Laden vordringen, desto eindeutiger die Ware: plüschummantelte Fesseln, Masken, Liebeskugeln und immer wieder Dildos, mit Tigermuster oder in schlichtem Schwarz, groß oder riesengroß, mit oder ohne Motor - überall reckt sich der pralle Mannesersatz.

Verlegene Blicke, ein Kichern hinter vorgehaltener Hand, dann huschen die beiden zur Tür hinaus.

Schade, wieder keinen Umsatz gemacht. Der Flagshipstore an Hamburgs Bleichenbrücke, eine der besten Adressen der Stadt, kommt nicht in Fahrt.

Und das, obwohl die Beate Uhse AG  (1500 Mitarbeiter, 285 Millionen Euro Umsatz) mit ihrer verruchten Tochter "Mae B." - ausgesprochen "maybe" - eine schlüssige Idee verfolgt: Das Softpornoangebot von Mae B. soll jene Frauen anziehen, die sich in einen normalen Sexshop nicht hineinwagen würden.

Bis zu 50 Mae-B.-Shops wollte Beate-Uhse-Chef Otto Christian Lindemann (48) eröffnen. Doch aus der vollmundigen Ankündigung von 2004 wurde nicht. 2005 gab es gerade mal vier Läden, heute sind es nur noch drei, und alle machen Verluste.

Machtlose Kleinaktionäre

Für Lindemann ist Mae B. nicht die erste Schlappe in seiner rund sechsjährigen Amtszeit als Vorstandssprecher des Flensburger Erotikkonzerns. Die Eroberung des US-Marktes scheiterte nach 6,4 Millionen Euro Verlusten. Der Kauf der Firmengruppe um das Magazin "Penthouse" und des Präservativherstellers Condomi  platzte. Zudem rückten schwer nachvollziehbare Vorgänge im Aufsichtsrat und im Aktionärskreis von Beate Uhse das Unternehmen ins Zwielicht.

Ein überfordertes Management und zum Teil undurchsichtige Transaktionen der drei Hauptanteilseigner, die bis Anfang dieses Jahres zusammen rund zwei Drittel der Beate-Uhse-Papiere besaßen, haben den Kleinanlegern eine böse Erfahrung beschert: Der Aktienkurs, der kurz nach dem Börsengang im Mai 1999 auf 25 Euro geschossen war, notiert heute nur noch 4,50 Euro. Mithin ist die Beate-Uhse-Geschichte eine Warnung für Anleger: Je geringer der Streubesitz und je größer der Einfluss der ehemaligen Gründerfamilie, desto größer die Gefahr, dass Kleinaktionäre machtlos zusehen müssen, wie ihr Kapital vernichtet wird.

Branchenkenner schließen denn auch nicht aus, dass die Beate-Uhse-Aktie noch weiter an Wert verlieren wird - zumal sich die Geschäfte in diesem Jahr alles andere als erfreulich entwickeln. Was aber wird aus dem einstigen Börsenstar, wenn der Kurs immer tiefer rutscht?

Dirk Rotermund (62), Chef des Flensburger Konkurrenten Orion und Stiefsohn von Beate Rotermund, hat die Antwort schnell parat: "Ich glaube nicht, dass das Unternehmen die nächsten fünf Jahre in der jetzigen Form überlebt. Wahrscheinlich wird der Laden von Heuschrecken gekauft und dann zerschlagen."

Eine bittere Prognose für das Lebenswerk der 2001 verstorbenen Entrepreneurin. Sie selbst hatte den Börsengang noch im Alter von 79 Jahren begleitet und mit ihrem rastlosen Werben für phallische Fantasien auf dem Parkett gesorgt.

Erhebliche Friktionen

Und tatsächlich lief zunächst alles wie geölt. Die Flensburger übernahmen 1999 eine holländische Erotikgruppe, die dem Niederländer Gerard Cok (58) gehörte. Mit der Neuerwerbung verfügte die auf den deutschsprachigen Raum fokussierte Beate Uhse plötzlich über ein üppiges Auslandsgeschäft. Die Umsätze und Gewinne stiegen; die Anleger jauchzten.

Nicht lange. Bald zeigte sich, dass die Integration der beiden Firmen zu erheblichen Friktionen führte. So machten Pannen beim Bau des zentralen Versandlagers in Almere nahe Amsterdam über eineinhalb Jahre hinweg die Auslieferung der Ware zum Vabanquespiel. Oftmals stapelten sich Peitschen, Plastikpuppen und Penispumpen in der Halle, doch wegen technischer Probleme öffneten sich die Tore für die Lastwagen nicht.

Seit ein paar Monaten funktioniert die Logistik einigermaßen, und auch der Großhandel hinter der Lagerhalle zieht Käufer an - meist Betreiber von Sexshops. Die schieben ihre großen Wagen an den Regalreihen entlang, genauso wie bei Metro , nur dass statt Butter und Bananen paketweise Cockringe, Latexanzüge und Sadomaso-Instrumente in den Körben landen.

Die Entscheidung, das neue Zentrallager ausgerechnet in Holland zu errichten, geht nicht zuletzt auf den Niederländer Cok zurück. Nach dem Verkauf seiner Firmengruppe an Beate Uhse scheint der Unternehmer alles daranzusetzen, die Oberhand über den Mutterkonzern zu gewinnen. Unter seiner Regie wanderten der Einkauf, die Steuerung des Filial- und Großhandelsgeschäfts sowie die Logistik von Deutschland nach Holland ab.

Im sogenannten "Sex-Eck", einem sechskantigen Betonbau in Flensburg, von dem aus die Firmengründerin einst regierte, residieren heute nur noch die Finanz- und Kommunikationsabteilung, das Callcenter und die Sparte Entertainment, zu der auch fünf bis sechs Damen gehören, die für einsame Männer ins Telefon stöhnen.

Die Aushöhlung des Standorts Flensburger zog den Austausch zahlreicher Manager nach sich. Mehrere deutsche Mitarbeiter der zweiten und dritten Führungsebene verließen das Unternehmen. An ihre Stelle rückten nicht selten Cok-Vertraute - darunter sein Sohn Erwin Cok (36), der eine Zeit lang alle Filialen beaufsichtigte, jetzt aber nur noch die Auslandsbetriebe leitet.

Uhses Hollandisierung

Die Hollandisierung von Beate Uhse und die damit einhergehenden Machtkämpfe im Management waren dem Unternehmen nicht zuträglich. Zum Beispiel brach das Geschäft mit Filmen und Internetpornos nach diversen Führungswechseln regelrecht ein. Im Jahr 2000 schrieb der Bereich Entertainment einen Umsatz von 39 Millionen Euro. 2005 waren es noch 19,3 Millionen Euro.

Das Abdriften der Entertainmentsparte, die einst als Hoffnungsträger von Beate Uhse galt, hat Cok viel Ärger mit dem Aufsichtsrat eingebracht - leitet er doch im zweiköpfigen Vorstand das gesamte operative Geschäft. Lindemann verantwortet nur die Finanzen und die Kommunikation. "Das ist der teuerste PR-Sprecher der Branche", höhnt ein Konkurrent.

Teuer? Na ja, alles ist relativ. Bis vor drei Jahren steckten gerade mal 180.000 Euro in Lindemanns Lohntüte. Das Sümmchen erregte sogar das Mitleid von Dieter Wroblewski. Der Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger forderte während einer Hauptversammlung, das Gehalt des Beate-Uhse-Chefs zu erhöhen. Sein ungewöhnlicher Vorstoß hatte Erfolg. 2003 nahm Lindemann 233.000 Euro mit nach Hause.

Die bescheidene Bezahlung des Vorstands (Cok bezieht überhaupt kein Gehalt, sondern lediglich ein Beraterhonorar) wirft auch ein Licht auf die Wertschätzung der Anteilseigner gegenüber ihren Sachwaltern.

Richard Orthmann (53), ehemaliger Großaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender von Beate Uhse, hält mit seiner Unzufriedenheit über das Spitzenpersonal nicht hinter dem Berg. Es seien permanent Projekte angekündigt und dann von den beiden Vorständen nicht richtig umgesetzt worden, klagt Orthmann.

Wenn er nur an den misslungenen Auftritt von Mae B. denke: Eigentlich war eine Kette von eleganten Läden mit reizender Unterwäsche und erotischem Spielzeug geplant. "Stattdessen", echauffiert sich Orthmann, "sind die Shops in die Pornoecke abgerutscht, was die Frauen nur anwidert."

Er redet sich richtig in Rage, wenn er an die Zeit von 1999 bis 2005 zurückdenkt, in der er dem Kontrollgremium angehörte: "Ich habe jahrelang versucht, dem Management einzubläuen, dass man die Marke Beate Uhse auf Lifestyle trimmen muss. Und auch den Filmbereich hätten wir ausbauen müssen. Aber die haben alles verschlafen."

"Strategische Differenzen"

Unumwunden gibt der langjährige Oberkontrolleur zu: "Ich hätte gern den Vorstand ausgewechselt." Ein Insider präzisiert: "Mit Lindemann kam Orthmann einigermaßen zurecht, denn der hat ja nicht viel zu sagen. Aber zwischen Cok und Orthmann gab es ein ständiges Hauen und Stechen."

Dass Cok noch immer im Amt ist, hat er Ulrich Rotermund (57) zu verdanken. Der Sohn der Sexpionierin hielt laut Orthmann aufgrund interner Vereinbarungen den weitaus größeren Bestand an Beate-Uhse-Anteilen. Daher konnte Orthmann gegen seinen Kompagnon wenig ausrichten. "Herrn Coks Verbleib im Unternehmen und strategische Differenzen mit Herrn Rotermund sind die Gründe für mein Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat von Beate Uhse", sagt Orthmann. Seine Nachfolge trat im April 2005 Rotermund an, der bis dahin stellvertretender Vorsitzender des obersten Kontrollgremiums war.

Schützt Rotermund den Chief Operating Officer Cok, weil der über die mehrheitlich seiner Familie gehörende Firma Consipio Zugriff auf rund 20 Prozent der Beate-Uhse-Aktien hat und befürchtet werden muss, dass er bei einem Rauswurf seine Papiere verkauft? Orthmann wollte sich gegenüber manager magazin nicht erklären, und Rotermund stand für ein Gespräch nicht zur Verfügung.

Unbeantwortet bleibt auch die Frage, weshalb Rotermund und Orthmann ihren Stimmenpool auflösten. Über Jahre hatten sie ihre Anteile an Beate Uhse in der Orthmann AG gemeinsam verwaltet. Im Januar 2006 separierten sie ihren Besitz und brachten ihn in eigenständige Gesellschaften ein.

Einst bildeten die beiden sowohl privat als auch geschäftlich ein Team. Orthmann hatte der Familie Rotermund in den 90er Jahren vor allem mit steuerbegünstigten Immobilien ein auskömmliches Zubrot beschert. Die Anlagekünste seines Freundes beeindruckten Rotermund. Bereitwillig folgte er dessen Spuren und kaufte sich in ein ganzes Geflecht von Firmen ein - mal gemeinsam mit Orthmann, mal getrennt.

Viele der mannigfaltigen Geschäftsbeziehungen ließen sich von außen nur schwer durchschauen. Es gibt indes auch Fälle, die sauber dokumentiert waren - wie etwa dieser: Rotermund, Orthmann und Cok waren über Zwischengesellschaften bei einer niederländischen Immobilienfirma engagiert, die das Logistikzentrum in Almere an eine Tochter von Beate Uhse vermietete und damit gutes Geld verdiente.

Ausbleibende Kundschaft

Allerdings brachten die Geschäfte des Duos nicht immer nur Freude. So ermittelte die Hamburger Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Kapitalvernichtung bei der Beteiligungsgesellschaft Capital Stage  unter anderem gegen Orthmann und Rotermund wegen des Verdachts auf Betrug. Beide Verfahren wurden 2005 eingestellt, weil es keinerlei Anhaltspunkte für ein Vergehen gab. Gleichwohl trugen die jahrelangen Nachforschungen vermutlich nicht zu einer Verbesserung des Images von Beate Uhse und deren Aktienkurs bei.

Richtig Ärger verursachten schließlich die Vorgänge um den Schweizer Filmrechtehändler Erotic Media . 38 Prozent der Aktien des Unternehmens hielt Anfang 2004 die Orthmann AG von Rotermund und Orthmann. Weitere 27 Prozent der Erotic-Media-Papiere lagen bei Beate Uhse. Im Sommer 2004 übernahmen die Flensburger zusätzliche Erotic-Media-Aktien und verkündeten bald darauf, dass sie das gesamte Paket an die Schweizer Firma Almira abtreten würden.

Der Kurs von Beate Uhse zog nach der Ad-hoc-Meldung an. Doch die Anleger hatten sich zu früh gefreut. Im März 2005 hieß es, der Deal komme doch nicht zustande. Angeblich konnte Almira das Geschäft nicht finanzieren.

Woran der Verkauf der Erotic-Media-Papiere tatsächlich gescheitert ist, bleibt im Dunkeln. Orthmann sagt, er wisse nicht, warum der Deal geplatzt sei. Lindemann verriet während der Hauptversammlung 2005 nur so viel: "Herr Orthmann hat sich maßgeblich mit um die Angelegenheit gekümmert." Und er räumt ein, dass die Sache "unter Corporate-Governance-Aspekten nicht optimal gelaufen ist". Eine Einschätzung, die viele Beobachter teilen, zumal Rotermund in Personalunion Großaktionär von Beate Uhse und Verwaltungsratschef von Erotic Media ist.

Durch das Erotic-Media-Debakel hat Beate Uhse erneut an Vertrauen verloren; der Kurs stürzte im Frühjahr 2005 ein weiteres Mal ab. Obendrein war Lindemann gekniffen, denn er hätte den erhofften Buchgewinn von 70 Millionen Euro für den Ausbau der operativen Einheiten gebrauchen können.

Zu allem Unglück bleibt nun auch noch die Kundschaft aus. Im ersten Halbjahr 2006 schrumpften die Erlöse von Beate Uhse um 4,5 Prozent, das Vorsteuerergebnis sank um 36 Prozent. Für die schlechten Zahlen macht Lindemann "den heißen Sommer" und das in der Branche generell schwache zweite Quartal verantwortlich.

Die Vielfalt begrenzen

Verwunderlich nur, dass der Vorstandschef gerade auf das zweite Quartal so große Hoffnungen gesetzt hatte. Damit das Geschäft zur Fußballweltmeisterschaft im Juni und Juli richtig flutschte, legte er mit den Vibratoren "Olli K.", "Michael B." und "Lattenknaller" ein sportliches Sortiment auf. "Das Megaturnier wird unseren Umsatz in Deutschland deutlich beflügeln", schwärmte Lindemann im Mai. "Eine Fehleinschätzung", sagt er heute.

Zwangsläufig muss Lindemann seine Prognosen für 2006 zurücknehmen: "Das angekündigte Plus beim Umsatz von 5 Prozent und beim Gewinn von 4 Prozent werden wir nicht schaffen". Ein defekter Sprinkler, der das Auslieferungszentrum in Walsoorden (Holland) unter Wasser setzte, beeinträchtigte zu allem Überfluss das Weihnachtsgeschäft. Ende Dezember sah sich der Konzern zu einer Gewinn- und Umsatzwarnung veranlasst.

Für neuen Schwung soll eine Imagekampagne in diesem Jahr sorgen - eine Maßnahme, die längst überfällig ist. Zwei Drittel der Erlöse kommen aus dem Ausland, doch außerhalb Deutschlands kennt kaum jemand Beate Uhse. Wie auch? Weniger als 20 Prozent seiner mehr als 20.000 Produkte bietet der Konzern, der selbst nichts herstellt, sondern alle Waren zukauft, unter dem Namen Beate Uhse an. Der Rest läuft unter Tochtermarken wie Pabo, Dr. Müller, Christine le Duc oder Mae B.

Lindemann will die Vielfalt der Labels künftig begrenzen, er will den Bereich Entertainment stärken und gleichzeitig die Präsenz von Beate Uhse in Europa deutlich ausbauen. Noch im Januar 2007 soll ein Flagshipstore im Herzen Münchens eröffnet werden, weitere Sexshops sind in Polen, Ungarn und Italien geplant.

Schöne Konzepte. Aber wird Lindemanns Kompagnon Cok, der von Holland aus die Gruppe weitgehend steuert, auch wirklich bei der Umsetzung helfen?

Und wie verhält sich der Aufsichtsratsvorsitzende und Großaktionär Rotermund? Will er seine Beate-Uhse-Anteile halten oder sie - wie kolportiert wird - doch an institutionelle Investoren abgeben?

Seit dem Börsengang 1999 hat Rotermund mehrfach seine Anteile hin- und hergeschoben. Gewonnen hat er mit seinem Monopoly-Spiel nichts. Im Gegenteil, er hat nur verloren - und mit ihm alle anderen Aktionäre: Einst lag der Marktwert von Beate Uhse bei mehr als einer Milliarde Euro. Heute sind es noch rund 220 Millionen.

Die Sexdynastie

Die Sexdynastie

Wie die Familie Rotermund-Uhse ihr Imperium aufbaute

Kahlköpfige Kunden: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg füllte Ernst-Walter Rotermund einen Brennnesselsud mit Alkoholzusatz in Fläschchen, die ihm die Kunden damals selbst zuschicken mussten. Als das Geschäft mit dem Haarwuchsmittel ins Stocken geriet, kam Rotermunds zweite Frau Beate (verwitwete Uhse) auf die Idee, für zwei Mark eine Verhütungsanleitung nach Knaus-Ogino zu versenden.

Gescheiterte Ehe: 1951 gründeten die Rotermunds das "Spezialversandhaus für Ehe- und Sexualliteratur und für hygienische Artikel". Anfang der 70er Jahre trennte sich das Paar, Ernst-Walter Rotermund ließ sich ausbezahlen. Sein Sohn Dirk Rotermund (aus erster Ehe), Beates Sohn Klaus Uhse und der gemeinsame Sohn Ulrich Rotermund erhielten einige Jahre später je ein Viertel der Firma. Das letzte Viertel blieb bei Beate Rotermund.

Zerstrittene Brüder: Um den ständigen Zwist unter den drei Söhnen zu beenden, wurde das Imperium 1981 geteilt. Klaus (der 1984 starb) und Dirk übernahmen den Versand- und Großhandel, den sie "Orion" nannten. Heute macht die profitable Orion-Gruppe, die von Dirk Rotermund gesteuert wird, über 100 Millionen Euro Umsatz. Orion betreibt in Europa mehr als 160 Erotikshops und beschäftigt rund 900 Mitarbeiter.

Umtriebige Seniorin: Beate und Ulrich Rotermund konzentrierten sich nach der Realteilung zunächst auf das Filial- und Filmgeschäft, bauten dann auch einen Versand- und Großhandel auf. 1999 ging die Beate Uhse AG an die Börse, zwei Jahre später starb die Grande Dame, die bis zuletzt im Unternehmen präsent war, im Alter von 81 Jahren.

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