Forum Leserbriefe

Rolle rückwärts


Bertelsmann AG:Familiensprecherin Liz Mohn über die Zukunft des Medienkonzerns (mm 6/2006) 

Der Bertelsmann-Konzern tut sich mit seiner marktwirtschaftlichen Rolle rückwärts keinen Gefallen. Denn er verspielt viel Vertrauen. Es passt nicht zusammen, über eigene Thinktanks und Stiftungen freie Märkte zu fordern und sich selbst vor jenen Gesetzen wie eine Auster zu verschließen. Wenn - wie Frau Mohn betont - geschäftliches und gesellschaftliches Engagement im Konzern eine Einheit bilden, dann ist zumindest ein Bereich aus dem Ruder gelaufen!

Rasmus Ph. Helt,
Hamburg

Abschreckendes Beispiel

Strenesse: Die Modemarke hat sich übernommen (mm 6/2006) 

Strenesse - ein repräsentatives und zugleich abschreckendes Lehrbeispiel für eine eigentümerbestimmte und schief gelaufene/laufende Unternehmensführung. Ein respektabler Mittelständler mit sehr guter Produkt- und Vermarktungsbasis sowie gutem Image und guten Abverkaufsquoten auf der einen Seite und sich zu Höherem und Größerem berufenen Führungspersonen auf der anderen Seite.

Statt einer konsequent-kontinuierlichen Weiterentwicklung des "Schuster, bleib bei deinem Leisten" beziehungsweise einer professionell geplanten Vorgehensweise in neue Märkte, Produkterweiterungen, Accessoires wurde eher Wunschbildern und Me-too-Fantastereien gefolgt.

Mitunter hilft es, auf die eigenen Vertriebsrepräsentanten, die Stimmen der Händler und die Meinung der Kunden zu hören, sie zumindest ins Kalkül zu ziehen statt zu ignorieren.

Wo bleiben die Überlegungen der Langfristigkeit, der substanziellen Wertsteigerung, die Verantwortung für Mitarbeiter und wirtschaftlich Abhängige wie auch die Vorbildfunktion gegenüber den nachfolgenden Familienmitgliedern? Was sollen diese von der jetzigen Führung lernen? Zu wünschen wäre Krisenmanagement, denn kein Unternehmen frohlockt mit ständigen Aufwärtsentwicklungen.

Andreas Dittberner,
Management-Consulting & Counselling, Sooss (Österreich)

Mangel an Courage

Macht im Büro: Die fiesen Tricks der Vorgesetzten (mm 6/2006)

Ich frage mich, warum sich so viele Leute über den Mangel an Frauen auf den Führungsebenen wundern. Ich habe selbst erlebt, wie viel Zeit und Energie Männer in der Wirtschaft darin investieren, sich gegenseitig Löcher in die Kniescheiben zu beißen und sich brüllend auf die Brust zu trommeln, statt diese Kraft in qualifizierte Arbeit zu stecken. Das ist es, was Frauen nie verstehen werden und warum sie so wenig Lust haben, sich mit diesem Kindergartenniveau herumzuschlagen. Nervige Kinder haben sie oft auch daheim.

Nicole Borheier,
Worms

Das Erschreckende ist nicht, dass es heute noch komplexbeladene Figuren an Unternehmensspitzen gibt, die sich gegenüber Untergebenen primitiv verhalten. Viel erschütternder finde ich den Mangel an Courage jener Persönlichkeitswinzlinge in den Führungsetagen darunter, die sich so etwas gefallen lassen.

Frank Zappe,
Ober-Olm

In der Spitzengruppe

Hasso Plattner: Interview mit dem Gründerstar über die nächste SAP (mm 5/2006)

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat bei der Bewertung der deutschen Informatikstudiengänge durch das Centrum für Hochschulentwicklung soeben hervorragend abgeschnitten. In vier der fünf wichtigsten Wertungskategorien wurde unser Studiengang "IT Systems Engineering" jeweils der Spitzengruppe zugeordnet. Nur bei dem Kriterium "Reputation bei den Professoren" landete das HPI nicht auf einem vorderen Platz.

Hans-Joachim Allgaier,
Hasso-Plattner-Institut GmbH, Potsdam

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