Sonntag, 21. April 2019

Topmanagerinnen Der lange Marsch

Die ersten Karriereschritte sind gemacht. Wie aber schaffen es Frauen bis an die Spitze? Mit stiller Bescheidenheit jedenfalls nicht.

Sie will nicht reden. Sie legt keinen Wert darauf, nach ihrer persönlichen Erfolgsstrategie gefragt zu werden. Karin Dorrepaal (45), Vorstand für Produktion, Logistik und Diagnostika beim Berliner Pharmakonzern Schering Börsen-Chart zeigen, lässt Interviewanfragen zum Thema "Frau in der Wirtschaft" abblitzen.

Dorothee Blessing: Managing Director bei der Investmentbank Goldman Sachs Karen Heumann: Vorstandsmitglied der Werbeagentur Jung von Matt Angela Merkel: Bundeskanzlerin
Milagros Caina-Lindemann: Vorstandsmitglied beim Bahntechnikkonzern Vossloh Beatrice Weder di Mauro: Wirtschaftsweise Clara Streit: Direktorin bei der Unternehmensberatung McKinsey
Sabine Drzisga: Mitglied der Geschäftsführung Neoman Bus GmbH Karin Dorrepaal: Vorstandsmitglied bei Schering Pamela Knapp: Bereichsvorstand Siemens Power Transmission and Distribution

Acht Spitzenfrauen der deutschen Wirtschaft -
und eine Bundeskanzlerin
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Über das Geschäft werde sie gern Auskunft geben, lässt sie ausrichten. Aber über ihre Rolle als Frau im Unternehmen? Kein Kommentar.

Auch Pamela Knapp (48), Bereichsvorstand bei Siemens Börsen-Chart zeigen, nimmt ungern öffentlich zum Thema "Frau und Karriere" Stellung. Viel lieber spricht sie über ihr Ressort, die Energietechnik.

Managerinnen, die es in Deutschlands Unternehmen an die Spitze geschafft haben, verspüren, so scheint es, vor allem einen Wunsch: Endlich als "normal" zu gelten, endlich Anerkennung für ihre Arbeit zu erhalten - statt Aufmerksamkeit für ihr Geschlecht.

Das ist verständlich. Es ist längst an der Zeit, Frauen im Topmanagement nicht mehr wie exotische Abkömmlinge anderer Galaxien zu bestaunen. Ihre Zahl wächst seit Jahren - langsam, aber stetig.

Erfolgsfrauen wie Dorothee Blessing (37), Managing Director bei der Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, Christine Bortenlänger (38), Vorstand der Bayerischen Börse, oder McKinsey-Direktorin Clara Streit (37) zeigen, dass der Weg an die Spitze gelingen kann.

10 Prozent aller Führungsjobs in der Wirtschaft sind mittlerweile von Frauen besetzt, hat die Personalberatung Kienbaum ermittelt. Es bleibt nur ein Problem: Männer nehmen den langsamen Vormarsch der Frauen nicht wahr.

© manager magazin 4/2006
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