Freitag, 6. Dezember 2019

Arbeitsrecht Klagen, kontern, keilen

8. Teil: Was im Vertrag stehen muss

Verhandlungssache: Die wichtigsten Regelungen im Anstellungsvertrag eines Managers

Gehalt: Das Fixgehalt ist nicht alles. Eine vertraglich exakte Fixierung der variablen Vergütung ist viel entscheidender. Je konkreter die Höhe und die Voraussetzungen für die Auszahlung der Tantieme vereinbart werden, desto besser. Sonst drohen böse Überraschungen, wenn später kaum zu erreichende Zielvorgaben gemacht oder wachsweiche individuelle Ziele definiert werden.

"Wachsweiche Ziele bergen böse Überraschungen": Jobst-Hubertus Bauer, Senior Partner bei der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart
Boris Schmalenberger
"Wachsweiche Ziele bergen böse Überraschungen": Jobst-Hubertus Bauer, Senior Partner bei der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart
Konkurrenzklauseln: So genannte nachvertragliche Wettbewerbsverbote im Anstellungsvertrag können sich als Karrierekiller erweisen. Neue Stellen gibt es meist bei der Konkurrenz. Und die will in aller Regel niemanden einstellen, dessen Wissen zwei Jahre alt ist.

Unkündbarkeit: Wer Wert auf Sicherheit legt, sollte sich durch eine zeitlich befristete Unkündbarkeit seines Anstellungsvertrags oder durch möglichst lange Kündigungsfristen absichern. Doch vor Übertreibungen sei gewarnt. Sollte nämlich ein verlockendes Angebot auftauchen, kann sich die lange Frist für die eigene Kündigung als unerwünschtes Hindernis erweisen.

Abfindung: Manager sollten, wenn möglich, darauf achten, bereits im Anstellungsvertrag eine Abfindung für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses festschreiben zu lassen. Dies erspart später nervenaufreibende Verhandlungen.


Vorstände und Geschäftsführer: Spezifische Aspekte

Kopplungsklausel: Zu vermeiden sind Klauseln, die eine automatische Beendigung des Anstellungsvertrags im Fall einer Abberufung aus dem Organ einer Kapitalgesellschaft vorsehen.

Change-of-Control-Klausel: Vorstände und Geschäftsführer sollten sich für den Fall der Übernahme ihres Unternehmens durch ein anderes möglichst gut absichern. Spezielle Klauseln können ihnen das Recht geben, in diesem Fall ihr Anstellungsverhältnis selbst zu kündigen, wenn sie mit der Übernahme nicht einverstanden sind. Dafür erhalten sie ihre Bezüge für die Restlaufzeit ihres Vertrags als Einmalbetrag komplett oder zumindest weitgehend ausbezahlt.

© manager magazin 3/2006
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