Sonntag, 18. August 2019

Ökotechnik Das grüne Jahrhundert

3. Teil: Vom 'nice to have' zum 'must have'

Von diesem Umfeld wollen jetzt auch ausländische Unternehmen profitieren. General Electric (GE) Börsen-Chart zeigen eröffnete im Juni 2004 ein neues Forschungszentrum in Garching bei München. Derzeit entwickeln dort gut 100 Wissenschaftler und Ingenieure vor allem Technologien für erneuerbare Energien. Ende dieses Jahres sollen es schon 200 sein.

Sparsamer Riese:
General Electric (GE) baut das größte Düsentriebwerk der Welt. Es verbraucht 22 Prozent weniger Treibstoff und reduziert den Ausstoß von Kohlendioxid. Im neuen Forschungszentrum bei München entwickelt GE umweltfreundliche Technologien.
"Jahrzehnte lang waren 'grüne' Technologien zwar gut fürs Image, aber strategisch eher 'nice to have'", sagt Georg Knoth, seit September GEs CEO für Deutschland, Österreich und die Schweiz. "Heute sind sie in jeder Hinsicht ein 'must have'."

Das weltgrößte Industrieunternehmen hat sich den Aufbruch ins "grüne Jahrhundert" förmlich verordnet. Die Strategieinitiative "Ecomagination" sieht zum Beispiel vor, dass GE seine Investitionen in die Erforschung umweltfreundlicher Technologien verdoppelt. Bis zum Jahr 2010 will der Mischkonzern dafür jährlich 1,5 Milliarden Dollar ausgeben - im Vergleich zu 700 Millionen im Jahr 2004.

Der Umsatz mit Produkten aus diesem Segment soll im selben Zeitraum ebenfalls verdoppelt werden - und auf jährlich 20 Milliarden Dollar steigen.

Das bislang beste grüne Geschäft macht GE nicht etwa mit Windkraftanlagen, seit vielen Jahren ein Schwerpunkt des Mischkonzerns, sondern mit spritsparenden Flugzeugturbinen. Die riesige GE 90 verbraucht etwa 22 Prozent weniger Kerosin als die Modelle des Wettbewerbs. Was einerseits das Treibstoffbudget der Fluggesellschaften entlastet. Und zugleich den Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) erheblich senkt.

Boeings "Ecoliner" 787 (Verkaufsstart: 2008) und der "Super-Airbus" A380 (Beginn des Flugbetriebs in diesem Jahr) werden mit Varianten des umweltfreundlichen Triebwerks ausgerüstet.

Generell gilt der Verkehr als wichtigster Sektor für Cleantech. Die Steigerungen von Energieverbrauch und Schadstoffausstoß resultieren vor allem aus dem zukünftig immer weiter zunehmenden Transport von Gütern und Menschen.

Die europäischen Erdölkonzerne BP Börsen-Chart zeigen und Shell Börsen-Chart zeigen fördern deshalb die Entwicklung alternativer Treibstoffe. Etwa von "Sunfuels": Diese Kraftstoffe, so genannter Biodiesel aus Raps zum Beispiel, gelten als klimaneutral, weil sie bei der Verbrennung nur das CO2 freisetzen, das sie zuvor beim Aufbau der Pflanzenbiomasse aus der Atmosphäre gefiltert und somit quasi als Sonnenenergie gespeichert haben.

© manager magazin 2/2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung