Anklageschrift K.-o.-Kritik am Kapitalismus

Als Moderator der ZDF-Sendung „WiSo“ kümmert sich Michael Opoczynski üblicherweise um die Geldangelegenheiten des kleinen Mannes. Nun wütet er gegen die Auswüchse der Marktwirtschaft.
Von Claus G. Schmalholz

Erkenntniswert:

Es ist alles gesagt, aber noch nicht von allen, die gern etwas dazu sagen möchten. Jetzt kommt ZDF-Moderator Michael Opoczynski, der sich in der Verbrauchersendung "WiSo" üblicherweise um die Geldangelegenheiten des kleinen Mannes kümmert. Der Journalist wagt sich ans große Ganze und gesellt sich zur Riege der Kapitalismuskritiker. Schon der Buchtitel zeigt die Stoßrichtung: gegen den entfesselten Kapitalismus, der uns alle ruinieren kann; gegen Manager, die Menschen nur als Kostenfaktoren betrachten; gegen Finanzinvestoren und den schnellen Gewinn.

Zeile für Zeile reiht Opoczynski sattsam Bekanntes aneinander. Die eingestreuten Kurzinterviews mit Leuten wie Porsche-Chef Wiedeking oder Kardinal Lehmann könnten für neue Sichtweisen sorgen. Doch auch hier: nichts Neues, nirgends.

Stil: Opoczynski bemüht sich, Komplexes in leicht verdaulicher Form zu präsentieren. Sein Hang zu anekdotischen Erklärungsansätzen hemmt den Erkenntnisgewinn jedoch mehr, als ihn zu fördern.

Nutzwert: Von 272 Seiten widmet der Autor ganze 13 Seiten der Schilderung von Auswegen. So bleibt das Buch am Ende nur eine weitere Anklageschrift gegen das herrschende System.

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