Montag, 14. Oktober 2019

Prämierte Schönheiten Frohe Farben, gute Gestalt

Alle Jahre wieder gibt es vom Frankfurter Rat für Formgebung Gold und Silber für gelungenes Styling. manager magazin zeigt, welche Produkte Anfang Februar den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland erhalten - vom BMW-6er-Coupé bis zur Sprühdose.

Unscheinbarer kann sich Design kaum darstellen, alltäglicher auch nicht: Vor uns steht eine Reihe von Sprühdosen, Flaschen, Gefäßen und Näpfen aus Metall, Glas und Plastik, gefüllt mal mit Acryl-Gel, mal mit Forming Gum, mal mit Haarlack oder Flubber, bedruckt mit der Aufschrift High Hair. Eine Kosmetikserie also, geschaffen zum Design der Haarpracht.

Veredelung: Vor zwei Jahren wurde die Münchener Agentur Designafairs, ehedem das Entwurfsstudio von Siemens, von Wella zu einem Wettbewerb eingeladen, um das Packaging für eine Haarpflegeserie zu entwickeln.

Es entstand ein einheitliches Gestaltungskonzept unter Einsatz authentischer Materialien - Echtmetall etwa für die Flaschen. Sämtliche Teile erhielten einen Griffring aus Elastomer, um das Handling zu erleichtern.
Kreiert wurden die Behältnisse im Auftrag der Firma Wella. Und jetzt durch eine Jury des Rates für Formgebung in Frankfurt mit dem begehrtesten deutschen Preis für Gestaltung ausgezeichnet, dem "Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2006".

Damit befindet sich das eher unauffällige Packungsensemble in allerfeinster Gesellschaft - direkt neben dem BMW-6er-Coupé und dem Porsche 911 Carrera C2/C2S. In einer Reihe mit Luxusschlitten, die bei der Selbstdarstellung ganz anders aufdrehen.

Die Wella-Behälter gehören zusammen mit einem Rowenta-Frühstücksset - Kaffeemaschine, Wasserkocher, Toaster -, einem Paar Bambusskiern von Bogner und einer Stehlampe des Beleuchtungsgestalters Tobias Grau zu den am besten geformten Produkten des Jahres. Es ist eine illustre Liste, die manager magazin gut einen Monat vor der offiziellen Preisverleihung am 10. Februar präsentiert.

Gold und Silber verteilt der Rat alle Jahre wieder für Spitzenleistungen an Gestaltungsqualität, Gebrauchswert, technischer Qualität und Gesamtkonzeption von Produkten, die zuvor schon bei Wettbewerben der Länder prämiert worden sind. Von der zehnköpfigen Jury aus Industrie, Handel, Gestaltung und Medien ausgewählt zu werden heißt: summa cum laude.

Im Falle der Frisurenpflege-Verpackung trifft die Ehrung keinen Unbekannten auf dem Feld der Formgebung. Designafairs, in einer großen, ehemaligen Werkshalle im Münchener Stadtteil Obersendling untergebracht, ist die 1997 outgesourcte Gestaltungsabteilung von Siemens, begründet von der Designlegende Herbert H. Schultes.

© manager magazin 11/2005
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