Mittwoch, 23. Oktober 2019

Immobilien Der steinige Weg zum Reichtum

Dank niedriger Zinsen sind Eigenheime so günstig wie selten zuvor. Was aber taugen die eigenen vier Wände als Geldanlage? manager magazin hat nachgerechnet und sagt, wo der Hauskauf tatsächlich lohnt.

Tom Friess gefällt es in seiner deutschen Wahlheimat. Seit knapp sechs Jahren schon lebt der 37-jährige Schweizer mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in der bayerischen Kleinstadt Pullach südlich von München. Hier, wo auch der Bundesnachrichtendienst sein Hauptquartier hat, wohnt die Familie des Vermögensverwalters unweit des Forstenrieder Parks mitten im Grünen, in einer Doppelhaushälfte mit Garten - für rund 1500 Euro Miete monatlich plus Nebenkosten.

Kaufen oder mieten?
Laut einer Allianz-Studie ziehen 79 Prozent der Deutschen die eigenen vier Wände der Mietwohnung vor
Natürlich hat sich das Ehepaar Friess darüber Gedanken gemacht, sich ein eigenes Domizil zu kaufen. Für den Finanzprofi Friess aber kommt eine Investition in der Größenordnung eines Einfamilienhauses nur dann in Frage, wenn sie sich auch rechnet. Ein Haus zu kaufen, "nur weil es dann meins ist", davon hält er nicht viel.

Also warf er seinen Rechner an, verglich die Mietkosten mit dem Aufwand für die Finanzierung, stellte der zu erwartenden Wertsteigerung der eigenen vier Wände die möglichen Erträge an den Kapitalmärkten gegenüber, die er vermutlich erzielen würde, wenn er sein Kapital anstatt in Beton in Wertpapiere steckt. Ergebnis: Wohnte er mit seiner Familie weiterhin zur Miete, wäre er in 30 Jahren um über 400.000 Euro reicher als wenn er sich jetzt ein ähnliches Haus zum Marktpreis von aktuell rund 600.000 Euro zulegen würde.

Kaufen oder mieten? Für die meisten Deutschen fällt die Antwort auf diese Frage anders aus. Nach einer Studie der Allianz ziehen 79 Prozent die eigenen vier Wände der Mietwohnung vor.

Der Hauptgrund für die klare Präferenz ist die festgemauerte Überzeugung, dass die selbst genutzte Immobilie die beste aller möglichen Altersvorsorgeformen ist. Häuser und Wohnungen stehen im Anlagekatechismus der Bundesbürger für wertbeständiges Investment und die Mietersparnis für eine willkommene Entlastung der Haushaltskasse.

© manager magazin 10/2005
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