Luxushotels Der Marathon-Mann

Ein Brite definiert das Grandhotel neu. Relaxter Luxus - statt Plüsch und Prunk. In Deutschland eröffnet Rocco Forte drei Häuser.
Von Sibylle Zehle

Ein weißblauer Himmel wölbt sich über der gewaltigen Baugrube. Adrett gekleidete Menschen stehen im Staub. Grundsteinlegung der "Lenbach Gärten", nahe dem Münchener Hauptbahnhof. Der Oberbürgermeister der Stadt, Christian Ude, begrüßte den Gast aus London, einen veritablen Sir, mit einem herzhaften "Welcome, Mister Forte". Doch der trägt diesen Fauxpas gelassen. Sir Rocco geht es um eine andere Korrektur: Gebräunt, mit hellrosa Seidenkrawatte und einem leichten Lächeln auf den Lippen wendet er sich an die Festgesellschaft: "First of all, Ladies and Gentlemen, I'm not a ... Heuschrecke!"

Ja, es gibt Kulturunterschiede. Zwischen dem Vorstandsvorsitzenden und Hauptaktionär der Rocco Forte Hotels aus England, der in Deutschland in den nächsten zwei Jahren gleich drei ambitionierte Luxushotels eröffnen wird. Und den bayerischen Zuhörern, die, eher bedenkenschwere Ansprachen gewohnt, überrascht den Worten des weltgewandten Gastes folgen. "Deutschland ist die drittstärkste Wirtschaftsmacht der Welt", ruft der in die Bauwüste zwischen Basilika St. Bonifaz und Altem Botanischen Garten, "und das wird auch so bleiben." Doch auch Roccos Pressereferentin kommt aus dem Staunen nicht hinaus. Entgeistert betrachtet sie die Abgesandten des benachbarten Benediktinerordens: "They drink beer in the morning?"

Rocco rennt. Und trinkt morgens höchstens stilles Wasser. Um 9 Uhr, beim Frühstück im "Mandarin Oriental", hat er bereits einen 110-Minuten-Lauf im Englischen Garten hinter sich. Und wischt deutschen Pessimismus einfach vom Tisch. Das Land sei in einer vergleichbaren Situation wie Großbritannien vor fünf Jahren, verfüge aber über eine bessere Infrastruktur. "Uns ging es damals schlechter."

Der 60-Jährige ist nicht groß, wirkt aber agil, drahtig. Kein Gramm zu viel. Hundert Kilometer Radfahren schafft er in vier Stunden. Er grinst: "So was mache ich am Wochenende." Forte, der von seinem Vater, Lord Charles, 1992 das größte Hotelimperium der Welt übernommen und es schon drei Jahre später, bei einem dramatischen Übernahmekampf, wieder verloren hat, ist Triathlon-Kämpfer. Ein Marathon-Mann.

Wie im Sport gab er auch im Business nicht auf, ist sofort neu gestartet. 1996 gründete er die "Sir Rocco Forte & Family Company". Zehn Häuser gibt es bereits. Auftritt nur im Premiumbereich. Keine Gruppe, keine Kette, er nennt es "Collection". Im September wird er das legendäre "Brown's" in London wieder eröffnen, nachdem er es für 28 Millionen Euro aufgemöbelt hat; und weitere 124 Millionen Euro in ein Golf- und Spa-Resort im Süden Siziliens investieren. Und schon im Juli sei Ironman-Wettkampf in Klagenfurt. "Bis dahin muss ich fit sein."

Bereit, sich bis aufs Blut zu quälen

Für den Sport hält er Diät, plagt sich, treibt sich an. Seine Freunde halten ihn in diesem Punkt für exzentrisch. Olga Polizzi, seine Schwester und engste Mitarbeiterin ("Triathlon ist mörderisch"), hat Sorge, er könne sich verletzen, und seine Ehefrau, sagt Rocco, "hält mich schlicht und einfach für verrückt". Ähnlich lauten die Kommentare der deutschen Medien über sein Engagement in München, Frankfurt und Berlin. Nichts als Unverständnis. Gegenwind. "Wenn Berlin etwas nicht braucht, dann sind das neue Hotels", schrieb im Januar dieses Jahres zum Beispiel die "Berliner Zeitung". Die Hoteliers stöhnten über jeden neuen Mitbewerber.

Frankfurt: Die "Villa Kennedy" wird im Frühjahr 2006 in der Kennedyallee eröffnet. Herzstück des 70-Millionen-Euro-Projekts ist die historische Villa Speyer, die sich 1904 eine Bankiersfamilie gleichen Namens bauen ließ. Ein Kreuzgang verbindet das Haupthaus mit den neuen Seitenflügeln. Insgesamt wird es 129 Zimmer und 34 Suiten geben, dazu Restaurants, Konferenzräume, Ballsaal, Spa. Projektentwickler: Fay Development. Architekten: Porphyrios Architects.

Frankfurt: Die "Villa Kennedy" wird im Frühjahr 2006 in der Kennedyallee eröffnet. Herzstück des 70-Millionen-Euro-Projekts ist die historische Villa Speyer, die sich 1904 eine Bankiersfamilie gleichen Namens bauen ließ. Ein Kreuzgang verbindet das Haupthaus mit den neuen Seitenflügeln. Insgesamt wird es 129 Zimmer und 34 Suiten geben, dazu Restaurants, Konferenzräume, Ballsaal, Spa.

Projektentwickler: Fay Development.

Architekten: Porphyrios Architects.


Rocco-Fortes "German Collection"
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Doch der Investor - "Luxushotels in Paris oder London kosten zurzeit mehr als das Doppelte" - nennt Berlin "die Hauptstadt der Chancen". Das sind große Worte für eine Stadt mit nicht einmal 60 Prozent Auslastung in der Fünf-Sterne-Hotellerie, aus der sich das "Four Seasons" gerade kläglich zurückgezogen hat, weil es die Pacht nicht erwirtschaftete.

Gewarnt, meint Forte, habe man ihn auch vor Russland. Keiner lächelt dort! Geh bloß nicht nach St. Petersburg. "Und wir haben das trotzdem hinbekommen." Doch während man dort auf keinerlei Tradition habe zurückgreifen können, zählten Deutsche seit Jahrzehnten zu den besten Hotelmanagern der Welt.

Und außerdem: "Wenn ich in Deutschland privat eingeladen bin - die Leute haben alle exzellentes Personal." Wieso sollte man da kein Tophotel schaffen? Er habe einen langen Atem, sagt er. Als privater Unternehmer könne er nachhaltig investieren, sei nicht von Analysten gejagt. "Aber: Ich gebe meinen Namen, riskiere meine Reputation. Langfristig muss ich erfolgreich sein, um die Pacht zahlen zu können. Sonst scheitere ich."

Trotz seines Elans wirkt Rocco Forte bescheiden. Er ist kein Mann der Show. Doch ob in München oder Berlin - in den Reihen der biederen deutschen Bau- und Versicherungsmanager fällt er sofort auf. Mit Charme und Humor sorgt er mühelos für entspannte Stimmung. Und in Frankfurt wird das nicht anders gewesen sein, denn die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" beobachtete: "Mit zwei, drei launigen Sätzen gelingt es ihm als einzigem der Festredner, das Publikum zu erheitern."

In der immer farbloser werdenden deutschen Managerriege wüssten wir keinen vergleichbaren Mann. Ein Engländer mit italienischen Wurzeln. Vom Schicksal verwöhnt, aber bereit, sich bis aufs Blut zu quälen. Zurückhaltend und dennoch wie auf dem Sprung, anspruchsvoll und doch gänzlich ohne Allüren. Von dem wollten wir mehr wissen. Wie arbeitet er? Wo kommt er her?

Zusammenhalt, Fleiß und gute Gene

London. Savannah House. Ein Großraumbüro im obersten Stock. Ganz hinten, in der Ecke, Sir Roccos Schreibtisch, beladen mit Akten, Fotos, Büchern. Magazin-Ressortleiter sitzen manchmal so, Art-Direktoren. Ein paar Bücherberge weiter sitzt Olga Polizzi, vor einer Sammlung Gläser. "Was sind die unpraktisch", sagt sie, "schauen Sie, bei dem bricht doch sofort der Stiel ab."

Die zierliche Olga ist das kreative Gewissen von Roccos Geschäft, kein Projekt läuft ohne sie. Nach dem Verlust der alten Company, in der Olga bereits das Design verantwortete, entwickelten sie gemeinsam eine neue Philosophie. Hotels für Leute heute. Relaxter Luxus. Am Standort wollen sie jeweils die besten sein. Klein und fein. "Aber", sagt Olga, "wir sind nicht pompös." Christoph Sattler, der Münchener Stararchitekt, umschreibt das so: "Beide verbinden Lässigkeit und Professionalität."

Zum Lunch gehen wir ins "Caprice", heute eine lebendige Brasserie mit Mittelmeerküche, früher ein ehrwürdig plüschiges Restaurant, in dem schon Roccos Vater, Lord Charles, mit Paul Getty dinierte, der Hotelkönig mit dem Ölmagnaten. Rocco war immer privilegiert. Wer den Aufstieg der Fortes verstehen will, muss sich freilich aus der Londoner Upper-Class gedanklich auf karges Gelände begeben. Nach Monforte, in ein Dorf zu Füßen der Abruzzen. Dort stößt man auf das Geheimnis der Forte-Familie: Zusammenhalt. Fleiß. Und gute Gene. Kaum zu glauben, aber: Das gilt heute noch. "Da haben sich ein paar Familien immer wieder untereinander verbandelt", sinniert Rocco.

"Und seltsam: Alle entwickelten sich erfolgreich und wurden sehr, sehr alt." Jedes Weihnachten ist großes Familientreffen. Eine Großmutter mütterlicherseits starb erst mit 104. Und auch Lord Charles (96) lebt noch, wenn auch schon in einer anderen Welt.

Noch heute erinnert sich Rocco an Sommer in Monforte. An das Haus des Großvaters, ohne Strom und fließend Wasser. Aber drumherum Berge voller Abenteuer. Das Haus hatte der Großvater mit Geld gebaut, das er als Stahlarbeiter in den USA verdient hatte. Dann war er nach Schottland ausgewandert, dort lebte schon Vetter Pacifico. Geld machten die Fortes mit Eiscafés. Roccos Vater spricht Englisch mit schottischem Akzent. "Meine Gefühle sind nicht englisch, meine Gedanken, meine Reaktionen sind nicht englisch", sagte der 1970 von der Queen geadelte später einmal. "Aber wenn ich in Italien bin, habe ich Heimweh nach London."

Rocco war der einzige Bub, dazu fünf Schwestern. Portia, Giancarla, Marie-Louise, Olga, Irene. Er war der Kronprinz. "Musste die Erwartungen unseres Vaters erfüllen", sagt Olga, "es war einfacher, Tochter zu sein." Aber er hat seine Rolle akzeptiert, nie rebelliert.

"Und dann kam Granada..."

Der Vater, der sein Hotelimperium 1934 mit einer Milchbar an der Londoner Regent Street begründete, war wenig über 1,60 groß, ein kleiner, ehrgeiziger Mann ("I have the Forte ambition"). Im Sommer golfte, segelte und angelte er. Rocco schwärmt von "wunderbaren gemeinsamen Unternehmungen". Früh durfte er mit auf Reisen. Die erste Nacht in einem Grandhotel verbrachte er im "Excelsior", in Roms Via Veneto. "Die Lobby, die Säulen, die Suiten - fantastisch." Aber ab dem 14. Lebensjahr, wenn seine Mitschüler in Downside in Ferien gingen, musste er in Vaters Betrieben als Küchenjunge arbeiten.

Später wurde er nach Oxford geschickt, zum Sprachstudium am Pembroke College; dann, bevor er ins väterliche Hotelbusiness wechselte, in eine Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer gedrängt. Doch zeichnete man die übliche Geschichte - Sohn vom Vater erdrückt -, würde man beider Beziehung nicht gerecht. Der Vater vergötterte diesen Sohn. Der Sohn bewundert den Vater bis heute. Freiräume erkämpfte er sich wohl im Sport. Der Junior war außergewöhnlich in fast jeder Disziplin. Ob als Golfer. Jäger. Läufer. Fechter.

Rocco war bereits 41, als er die 21-jährige Aliai, eine Römerin, heiratete. Musste es eine Italienerin sein? Man verliebe sich in das, was einem nahe stehe, meint er, da habe man gleiche Werte, die gleiche Einstellung zu den Dingen des Lebens. Doch genau besehen, hatten wieder die Eltern ihre Hände im Spiel: Roccos Karriere als Playboy sollte beendet werden. Das Treffen mit Aliai, blond, bildhübsch, mit eindrucksvollen blauen Augen, war arrangiert.

Chairman von Forte PLC wurde er erst sechs Jahre später, mit 47 Jahren. Der Vater konnte nicht loslassen. "Ich war zu alt, es war zu spät", sagt Rocco heute. Er flog im Privatjet rund um die Welt. Kontrollierte 800 Hotels, 1000 Restaurants, circa 100.000 Mitarbeiter. Von Hotellegenden wie dem "George V." und "Plaza Athénée" in Paris, dem "Ritz" in Madrid oder "Sandy Lane" auf Barbados bis hin zu Raststätten namens "Little Chef" oder "Happy Eater"; ein Gemischtwarenladen, bürokratisch, kompliziert, verzweigt.

Rocco investierte, obwohl die Profite schwanden. Verschlankte die Firma, setzte auf Qualität und Internationalität (indem er zum Beispiel für mehr als 200 Millionen Pfund die Meridien-Kette erwarb). "Und dann kam Granada und setzte sich wie ein Kuckuck ins gemachte Nest", klagte Olga später der "Sunday Times". Forte wurde 1996 vom Medienriesen geschluckt. Es war der größte Deal auf der Insel, seit Guinness 1986 Distillers übernommen hatte.

Rocco galt bei den Aktionären als Upper-Class-Söhnchen, das gern auf die Jagd ging, seinen Kontrahenten, Gerry Robinson, neuntes von zehn Kindern aus dem Arbeitermilieu, hielten sie für einen Fighter und sahen (wie man heute weiß: fälschlich) ihr Geld bei ihm besser aufgehoben.

"Wir brauchen keinen weißen Ritter. Wir haben Rocco", verkündete Vater Charles. Aber der konnte nichts tun, außer den Preis in die Höhe zu treiben. Exzellente Berater von SBC Warburg, Morgan Stanley und UBS halfen dabei, koordiniert von Roccos altem Freund, Roberto Mendoza, Vice Chairman von J. P. Morgan. Am Ende erzielten sie dank energischer Gegenwehr 3,9 Milliarden Pfund. Allein die Forte-Familie erhielt 325 Millionen, damals rund eine Dreiviertelmilliarde Mark.

Vor was läuft er weg?

"Sie verloren", notierte Lord Charles dankbar in seiner Autobiografie, "aber wie großartig haben sie sich geschlagen." Das Paradoxe an Roccos Schicksal sei, schrieb das "Sunday Times Magazine", dass ihn die City erst während der Übernahmeschlacht zu respektieren begonnen habe. Das Desaster, da waren sich die britischen Medien einig, sei die Chance seines Lebens gewesen - erst dadurch habe er sich endgültig aus dem Schatten seines Vaters gelöst. Für ihn selbst - Journalistenpoesie. Er fühlt nicht so: "Die wissen überhaupt nicht, welche Pläne ich für Forte hatte. 1995 war ein gutes Jahr gewesen, wir hatten viel verändert, das Geschäft hätte noch größer werden können ... aber das ist Vergangenheit." Bis heute, das spürt man, trifft genau dies noch nicht zu.

Der Absturz war ungeheuerlich. Sein Business war weg, bevor er es eigentlich prägen konnte. Olga spricht von einem "terrible couple of years". Es war ein Heuschrecken-Überfall. Noch heute hat Rocco Forte für die Akteure nur Verachtung übrig. "Für den Shareholder-Value haben die nichts getan. Sie haben Werte vernichtet und in die eigenen Taschen gewirtschaftet." Granada musste sich für den Deal hoch verschulden. "Sie haben ein Haus niedergebrannt, um ein Schwein zu rösten", spottete man nun in der Londoner Bankenwelt. Dennoch lehnt Rocco Forte strengere Regeln der Corporate Governance ab. "Der Markt reguliert sich selbst besser, als es alle Vorschriften können."

Die Freude an seinen Kontoauszügen vermochte die Tage nicht zu füllen. Er hätte Beteiligungen verwalten, seine Häuser in Town and Country renovieren, seine drei Kinder Lydia, Irene und Charles genießen und regelmäßig in den Society-Nachrichten auftauchen können mit seiner 20 Jahre jüngeren attraktiven Frau. Der Sir (1994 für seine Verdienste um den Tourismus geadelt) und die italienische Lady, ein schillerndes Paar: Er liebt die Jagd. Sie ist very social und mit Charity, Decoration, Gardening mehr als ausgelastet. Beide unterstützen das London Symphony Orchestra, verkehren unter anderen mit den Astors, Balfours, von Bismarcks, Keswicks. Manchem wäre das genug.

Nicht arbeiten? Rocco schüttelt sich. "Ich muss kreativ sein. Die größte Befriedigung finde ich in meinem Job." So trainierte er schneller, härter denn je, schwamm in eiskaltem Wasser, trieb sich mit dem Fahrrad an - und ging zurück ins Hotelbusiness.

Gegen was läuft er? Vor was läuft er weg? Vor dem Alter? (Er trägt Hörhilfen in den Ohren). "May be", lächelt er. Aber hinter allem spürt man viel von der Forte-Energie, der Zähigkeit von Vater und Großvater, italienische Einwanderer, die (Lord Charles war im Zweiten Weltkrieg sogar interniert) sich in der angelsächsischen Welt durchgeboxt haben, Marathonläufer im übertragenen Sinn. Wie viele Schmerzen mussten sie aushalten? Ihr Aufstieg verlangte unbedingten Willen, eiserne Disziplin. All das hat Rocco auch.

"Kein Ghetto für Reiche"

Die Familie. Wieder hielt sie zusammen. Olga, die Eltern, eine weitere Schwester stiegen in Roccos neues Business ein. Und innerhalb kürzester Zeit war aus "Rocco Forte Hotels" eine Marke geworden. Rocco is rolling again, schrieben die Medien voller Respekt. "Man muss ein Hotel kreieren, das es noch nicht gibt", erklärt Rocco seinen Erfolg. "Die richtige Mischung finden für die jeweilige Stadt." Er will der Beste sein. Und er hat den italienischen Blick. Immer sucht er nach Schönheit. Tradition. Eleganz.

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Eigentum und Pacht: Nobelhotels
der britischen Luxusgruppe

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In Rom hatte er die Chuzpe, einen Spaziergang von der Spanischen Treppe entfernt, dem "Hassler" zu zeigen, wie ein modernes Luxushotel funktioniert. Und in St. Petersburg hat er das "Europa", ehedem erstes Hotel am Platze, mit seinem "Astoria" auf Rang zwei verwiesen. Wie einst der Vater, so heißt es, taucht der Sir überraschend auf, schaut eigenhändig unter Bettlaken, Matratzen, in die Minibar ... Warum arbeitet er wieder so viel? "Meinen Job kann man nicht in zwei Stunden pro Tag erledigen. Da zählt jedes Detail."

"Vielleicht hätte ich ein paar Gemälde mehr und ein paar Milchbars weniger kaufen sollen", seufzte Lord Charles im Alter. Wo ist bei Rocco die Grenze? Wie viele Häuser sollen es noch werden? 20? 25? Auf eine Zahl will er sich nicht festlegen. Wichtig sei für ihn nur eines, das Business müsse überschaubar bleiben: "Ich möchte es selbst kontrollieren können." Ein Hotelier sein, den die Gäste im Zweifel direkt ansprechen können.

In München ist er bereits irritiert, als der Taxifahrer auf die Adresse "Lenbach Gärten" nicht sofort reagiert. Aber bei der Grundsteinlegung in dem 22.000 Quadratmeter großen Riesensandkasten strahlt er dann wieder wie ein kleiner Junge. "Ich bin sehr motiviert", hatte er zuvor gesagt. "Ich entwickle mein eigenes Business. Ich schaffe etwas, was es vorher nicht gab." Steht lachend da mit der Kelle in der Hand. "Bin ich erfolgreich, bleibt der Name meines Vaters lebendig."

Und dann schießen die Pressefotografen ihre Bilder. Versichert der Münchener Oberbürgermeister treuherzig am Mikrofon, dass dieses Bauwerk, trotz Rocco-Forte-Hotel und Luxusappartements, "kein Ghetto für Reiche" werde. Es läuten die Glocken der Basilika. Und die Benediktinermönche trinken weiter ihr gutes Andechser-Bier.

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