Vergütung "Klare Ziele"

Ernst & Young-Experte Jens Maßmann über Gehaltstrends
Von Ulric Papendick

mm.de:

Managergehälter sind zum Reizthema geworden. Politiker wollen per Gesetz mehr Transparenz erzwingen. Zeigt der öffentliche Druck Wirkung?

Massmann: In der Tat achten Vorstände und Aufsichtsräte heute viel mehr darauf, Höhe und Zusammensetzung der Gehaltspakete zu rechtfertigen. Es werden klare Ziele gesetzt, etwa das Erreichen einer bestimmten Kapitalrendite. Wenn ein Topmanager diese Hürde nicht nimmt, bekommt er deutlich weniger ausgezahlt.

mm.de: Allzu ambitioniert können die Vorgaben aber nicht sein, schließlich steigen die Gehälter der Firmenlenker trotz mäßiger Gewinne kräftig weiter.

Massmann: Das ist ein weltweiter Trend. Durch den schärferen Wettbewerb nimmt die Bedeutung eines exzellenten Managementteams für global tätige Unternehmen zu. Das reflektiert sich in steigenden Gehältern. Immerhin sind bei den Dax-Konzernen vergangenes Jahr die Gewinne stärker gestiegen als die Vorstandsvergütung.

mm.de: Müssen die Aktionäre davon ausgehen, dass die Manager einen größeren Teil des Firmengewinns für sich beanspruchen?

Massmann: Spitzenleute sind knapp. Wir rechnen auch für die nächsten Jahre mit überproportional steigenden Managergehältern. Deshalb müssen die Unternehmen ihren Aktionären auch klar machen, warum sie den Vorständen so viel Geld bezahlen.

mm.de: Dann ist es mit der Geheimniskrämerei bei den Gehältern bald vorbei?

Massmann: Ich gehe davon aus, dass mehr Firmen dem Beispiel von Siemens und Allianz folgen und in einem Vergütungsbericht erläutern, an welche Bedingungen die Auszahlung einzelner Gehaltsbestandteile geknüpft ist.

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