Vorstandsgehälter Das schnelle Geld

Verdienen Europas Konzernchefs, was sie verdienen? Eine Exklusiv-Studie des manager magazins weckt Zweifel und zeigt, wer Leistung bringt. Und wer nur abkassiert.
Von Ulric Papendick

Womit sich Gerhard Bruckermann (57) dereinst im Ruhestand beschäftigen möchte, das weiß der Chef der Depfa Bank  schon ganz genau. Im Süden Spaniens, in der Provinz Huelva, hat sich der gelernte Jurist ein Stück Land gekauft. Dort will er Orangenbäume züchten und "auf den großen Durst spekulieren".

Peter A. Wuffli Group-CEO UBS Gesamtbezüge 2004: 18,5 Mio. Euro (Stoxx-Durchschnitt: 5,9 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +15,1% (Stoxx: +10,1%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +7,9% (Stoxx: +1,3%) Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 1 "Pay for Performance"-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 22

Peter A. Wuffli
Group-CEO UBS

Gesamtbezüge 2004:
18,5 Mio. Euro (Stoxx-Durchschnitt: 5,9 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
+15,1% (Stoxx: +10,1%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
+7,9% (Stoxx: +1,3%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich:
Rang 1

"Pay for Performance"-Platzierung im Stoxx-Vergleich:
Rang 22

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Oswald J. Grübel CEO Credit Suisse Gesamtbezüge 2004: 14,2 Mio. Euro (Stoxx-Durchschnitt: 5,9 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +6,2% (Stoxx: +10,1%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -2,9% (Stoxx: +1,3%) Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 2 "Pay for Performance"-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 42

Oswald J. Grübel
CEO Credit Suisse

Gesamtbezüge 2004:
14,2 Mio. Euro (Stoxx-Durchschnitt: 5,9 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
+6,2% (Stoxx: +10,1%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
-2,9% (Stoxx: +1,3%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich:
Rang 2

"Pay for Performance"-Platzierung im Stoxx-Vergleich:
Rang 42

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Daniel Vasella Präsident und CEO Novartis Gesamtbezüge 2004: 13,5 Mio. Euro (Stoxx-Durchschnitt: 5,9 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +9,1% (Stoxx: +10,1%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -5,0% (Stoxx: +1,3%) Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 3 "Pay for Performance"-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 30

Daniel Vasella
Präsident und CEO Novartis

Gesamtbezüge 2004: 13,5 Mio. Euro (Stoxx-Durchschnitt: 5,9 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +9,1% (Stoxx: +10,1%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -5,0% (Stoxx: +1,3%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 3

"Pay for Performance"-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 30

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Lord John Browne Group-CEO BP Gesamtbezüge 2004: 11,1 Mio. Euro (Stoxx-Durchschnitt: 5,9 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +13,8% (Stoxx: +10,1%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +8,3% (Stoxx: +1,3%) Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 4 "Pay for Performance"-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 19

Lord John Browne
Group-CEO BP

Gesamtbezüge 2004: 11,1 Mio. Euro (Stoxx-Durchschnitt: 5,9 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
+13,8% (Stoxx: +10,1%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
+8,3% (Stoxx: +1,3%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 4

"Pay for Performance"-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 19

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Stoxx-Kleeblatt: Europas höchst bezahlte Konzernchefs
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Aus finanzieller Sicht sollte es Bruckermann nicht schwer fallen, seinen Traum zu verwirklichen. Im Gegenteil: Der Banker dürfte keine Probleme haben, ganz Andalusien mit Kaltgetränken zu beliefern.

Mit einem Jahressalär von rund 7,4 Millionen Euro gehört der Vormann der im MDax notierten ehemaligen Staatsbank zu den bestbezahlten Managern Deutschlands. Satte 34 Millionen Euro haben Bruckermann und seine Vorstandskollegen 2004 eingestrichen - gegenüber dem Vorjahr ein Plus von fast 70 Prozent.

Bereits 2003 hatten sich die im irischen Dublin residierenden Depfa-Banker eine glatte Gehaltsverdoppelung gegönnt. Und das, obwohl die Perspektiven des Geldinstituts, das Kredite an Regierungen vergibt, nach Ansicht von Experten längst nicht mehr so glänzend sind wie in früheren Jahren.

Bruckermann & Co. langen dennoch zu - und wissen sich in bester Gesellschaft. Trotz vielfach flauer Firmengewinne und mäßiger Börsenentwicklung haben Deutschlands Topmanager im vergangenen Jahr wieder ordentlich kassiert. Gehaltssteigerungen im zweistelligen Prozentbereich waren nicht etwa die Ausnahme, sondern der Durchschnitt.

Vergütung und Leistung

Fatale Folge: Der Anteil der Firmenprofite, den die Konzernlenker für sich beanspruchen, wird auf lange Sicht immer größer. Bei der Depfa Bank etwa wandern bereits mehr als 6 Prozent des Nettogewinns in die Taschen der Vorstände. In den USA fließen sogar schon über 10 Prozent der Gewinne auf die Privatkonten der Topmanager.

Kassieren die Firmenlenker ihre Millionensaläre wenigstens zu Recht? Ist ihre Leistung so überzeugend, dass ihnen ein derart stattliches Stück vom Kuchen zusteht?

Zweifel sind angebracht. manager magazin hat gemeinsam mit Professor Reinhart Schmidt von der Universität Halle-Wittenberg und renommierten Gehaltsexperten die Bezahlung deutscher und europäischer Topmanager untersucht - und die Gehaltspakete mit der Leistung der Firmenlenker verglichen.

Die Analyse von Dax, MDax und Stoxx-Konzernen zeigt, welche Vorstände im vergangenen Jahr einen guten Job gemacht und ihr Gehalt "verdient" haben. Und sie enttarnt die Abkassierer: Firmenlenker, die Millionen scheffeln, ohne ein entsprechendes Ergebnis vorweisen zu können.

Um deutlich zu machen, wer sein Geld tatsächlich wert ist und wer nicht, hat manager magazin in diesem Jahr das Messverfahren verfeinert. Zusätzlich zur Wertschaffung an der Börse wird nun auch die Eigenkapitalrendite der Firmen in die Analyse einbezogen. Die Ausrede vieler Vorstände, man sei an der Börse zu Unrecht abgestraft worden, obwohl der Konzern glänzend dastehe, kann so auf ihren Wahrheitsgehalt hin abgeklopft werden.

Das Ergebnis der Untersuchung ist für einige Großverdiener unter den deutschen Managern beschämend. Egal ob Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (57), den scheidenden DaimlerChrysler-Lenker Jürgen Schrempp (60), Allianz-Vormann Michael Diekmann (50) oder der mittlerweile in den Aufsichtsrat gewechselte langjährige Siemens-Primus Heinrich v. Pierer (64) - sie alle haben vergangenes Jahr eindeutig zu viel kassiert.

Deutschlands Abkassierer

Die Konzernfürsten landen mit einem klar unterdurchschnittlichen "Pay for Performance"-Indikator weit hinten im mm-Ranking. Die von Finanzprofessor Schmidt entwickelte Kennzahl deckt das Missverhältnis zwischen Leistung und Bezahlung schonungslos auf: Obwohl Eigenkapitalrendite und Börsenperformance nach Abzug der Kapitalkosten im roten Bereich landen, gönnen sich die vier Frontleute der Deutschland AG üppige Gehaltspakete.

Josef Ackermann Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank Gesamtbezüge 2004: 10,1 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: -0,1% (Dax: +3,8%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -7,5% (Dax: -1,6%) Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 6 Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 1 "Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 26

Josef Ackermann
Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank

Gesamtbezüge 2004: 10,1 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: -0,1% (Dax: +3,8%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -7,5% (Dax: -1,6%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Stoxx-Vergleich: Rang 6

Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 1

"Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 26

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Jürgen E. Schrempp scheidender Vorstandsvorsitzender DaimlerChrysler Gesamtbezüge 2004: 5,9 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: -0,8 % (Dax: +3,8%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -8,5% (Dax: -1,6%) Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 2 "Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 25

Jürgen E. Schrempp
scheidender Vorstandsvorsitzender DaimlerChrysler

Gesamtbezüge 2004: 5,9 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: -0,8 % (Dax: +3,8%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -8,5% (Dax: -1,6%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 2

"Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 25

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Michael Diekmann Vorstandsvorsitzender Allianz Gesamtbezüge 2004: 4,7 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: -3,5% (Dax: +3,8%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -11,8% (Dax: -1,6%) Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 5 "Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 27

Michael Diekmann
Vorstandsvorsitzender Allianz

Gesamtbezüge 2004:
4,7 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
-3,5% (Dax: +3,8%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
-11,8% (Dax: -1,6%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich:
Rang 5

"Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich:
Rang 27

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Heinrich von Pierer Ex-Vorstandsvorsitzender Siemens,jetzt Chef des Aufsichtsrats Gesamtbezüge 2004: 4,6 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: -1,6% (Dax: +3,8%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -14,9% (Dax: -1,6%) Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 6 "Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 24

Heinrich von Pierer
Ex-Vorstandsvorsitzender Siemens,
jetzt Chef des Aufsichtsrats

Gesamtbezüge 2004:
4,6 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
-1,6% (Dax: +3,8%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
-14,9% (Dax: -1,6%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich:
Rang 6

"Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich:
Rang 24

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Dax-Quartett: Spitzenverdiener trotz mäßiger Leistung
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Ackermann & Co. sind nicht nur im Vergleich mit den heimischen Kollegen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) überbezahlt. Auch gegenüber den Lenkern der europäischen Stoxx-Konzerne schneidet das Quartett ausgesprochen schlecht ab.

Selbst Spitzenverdiener wie UBS-Vormann Peter Wuffli (47), der vergangenes Jahr das sagenhafte Gehalt von 18,5 Millionen Euro kassierte, oder BP-Chef Lord Browne (57; 11,1 Millionen Euro) belegen im mm-Ranking auf Grund der besseren Kapitalrendite und Börsenperformance ihrer Firmen bessere Plätze.

Die Top Ten: Europas bestbezahlte Vorstandschefs

Rang Name Unternehmen Grund-gehalt + Bonus* Optionen,Aktien etc.* Gesamt-gehalt*
1 Peter Wuffli UBS 8,329 10,196 18,525
2 Oswald J. Grübel Credit Suisse 7,776 6,396 14,172
3 Daniel Vasella Novartis 2,055 11,407 13,462
4 John Browne BP 5,397 5,664 11,061
5 Arun Sarin Vodafone 3,406 6,936 10,342
6 Josef Ackermann Deutsche Bank 6,166 3,915 10,081
7 Franz B. Humer Roche 4,553 4,029 8,582
8 Gerhard Bruckermann Depfa Bank k. A. k. A. 7,377
9 Paul S. Walsh Diageo 3,111 3,857 6,968
10 Fred Goodwin RBOS 3,669 2,791 6,460
* In Millionen Euro. Quelle: Geschäftsberichte, mm-Berechnungen


Aktienzuwendungen und Optionen, die nahezu jeder Konzernchef auch im vergangenen Jahr reichlich kassiert hat, sind im Ranking noch nicht einmal berücksichtigt. Der Grund: Manche Unternehmen geben derart wenig Daten über ihre Vorstandsgehälter preis, dass es unmöglich ist, den Wert der Optionspakete zu kalkulieren. Ein fairer Vergleich aller Vorstände kann daher nur anhand von Grundgehältern und Boni angestellt werden.

Vernebeln und Verschleiern

Allen Rufen nach mehr Transparenz zum Trotz geben sich einige Firmenlenker nämlich beim Thema Gehälter weiterhin äußerst zugeknöpft. So konnten die von manager magazin konsultierten Gehaltsexperten beispielsweise bei ThyssenKrupp  nicht berechnen, welchen Wert die Optionspakete haben, die Vorstandschef Ekkehard Schulz (63) vergangenes Jahr kassierte.

Manfred Wennemer Vorstandsvorsitzender Continental Gesamtbezüge 2004: 2,0 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +19,9% (Dax: +3,8%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +49,4% (Dax: -1,6%) Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 24 "Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 1

Manfred Wennemer
Vorstandsvorsitzender Continental

Gesamtbezüge 2004: 2,0 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +19,9% (Dax: +3,8%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +49,4% (Dax: -1,6%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 24

"Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 1

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Ulrich Lehner Vorstandsvorsitzender Henkel Gesamtbezüge 2004: 3,0 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +35,3% (Dax: +3,8%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -3,5% (Dax: -1,6%) Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 15 "Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 2

Ulrich Lehner
Vorstandsvorsitzender Henkel

Gesamtbezüge 2004: 3,0 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +35,3% (Dax: +3,8%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -3,5% (Dax: -1,6%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 15

"Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 2

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Herbert Hainer Vorstandsvorsitzender Adidas-Salomon Gesamtbezüge 2004: 3,2 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +12,4 % (Dax: +3,8%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +24,2% (Dax: -1,6%) Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 12 "Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 3

Herbert Hainer
Vorstandsvorsitzender Adidas-Salomon

Gesamtbezüge 2004: 3,2 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +12,4 % (Dax: +3,8%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +24,2% (Dax: -1,6%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 12

"Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 3

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Nikolaus Schweickart Vorstandsvorsitzender Altana Gesamtbezüge 2004: 2,3 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +15,2% (Dax: +3,8%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: -10,7% (Dax: -1,6%) Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 21 "Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich: Rang 4

Nikolaus Schweickart
Vorstandsvorsitzender Altana

Gesamtbezüge 2004:
2,3 Mio. Euro (Dax-Durchschnitt: 3,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
+15,2% (Dax: +3,8%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
-10,7% (Dax: -1,6%)

Gesamtbezüge-Platzierung im Dax-Vergleich:
Rang 21

"Pay for Performance"-Platzierung im Dax-Vergleich:
Rang 4

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Dax-Sieger: Guter Verdienst und beste Leistung
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Im Geschäftsbericht des Stahlkonzerns fehlten schlicht die nötigen Angaben - peinlich angesichts der Tatsache, dass mit Gerhard Cromme (62) ausgerechnet der Vorsitzende der deutschen "Corporate Governance"-Kommission an der Spitze des ThyssenKrupp-Aufsichtsrats steht.

Auch die ehemalige Staatsfirma Deutsche Post  mauert und verschweigt ihren Aktionären, was der Vorstand vergangenes Jahr durch Aktienzuteilungen und Optionen verdient hat.

Vernebeln und Verschleiern gehört zum Handwerk vieler Topmanager. So gibt jedes dritte Dax-Unternehmen im Geschäftsbericht keine Vergleichsdaten des Vorjahres an und erschwert es dadurch den Investoren, die Entwicklung der Gehälter zu verfolgen.

Mehr als die Hälfte der deutschen Blue-Chip-Unternehmen verzichtet zudem darauf, das Kapitel "Gehälter" im Inhaltsverzeichnis anzukündigen oder das Thema wenigstens im Stichwortverzeichnis zu erwähnen.

Kräftig steigende Bezüge

Das Versteckspiel hat gute Gründe. Trotz mäßiger Firmengewinne und flauer Aktienkurse haben sich viele Führungsmannschaften auch im vergangenen Jahr Gehaltssprünge von 20 Prozent und mehr gegönnt. Bei sechs Dax-Unternehmen - Bayer , Continental , Fresenius Medical Care , Lufthansa , MAN  und ThyssenKrupp  - stiegen die Vorstandsbezüge im Vergleich zum Vorjahr sogar um mehr als ein Drittel.

Ralf Bethke Vorstandsvorsitzender K + S Bezüge 2004*: 0,7 Mio. Euro (MDax-Durchschnitt: 1,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +13,9% (MDax: -0,9%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +75,6% (MDax: +12,6%) Bezüge-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 45 "Pay for Performance"-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 1 * ohne Aktienoptionen und andere Long Term Incentives

Ralf Bethke
Vorstandsvorsitzender K + S

Bezüge 2004*: 0,7 Mio. Euro (MDax-Durchschnitt: 1,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +13,9% (MDax: -0,9%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +75,6% (MDax: +12,6%)

Bezüge-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 45

"Pay for Performance"-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 1

* ohne Aktienoptionen und andere Long Term Incentives

Carsten Maschmeyer Vorstandsvorsitzender AWD Bezüge 2004*: 1,2 Mio. Euro (MDax-Durchschnitt: 1,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +37,7% (MDax: -0,9%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +2,6% (MDax: +12,6%) Bezüge-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 24 "Pay for Performance"-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 2 * ohne Aktienoptionen und andere Long Term Incentives

Carsten Maschmeyer
Vorstandsvorsitzender AWD

Bezüge 2004*:
1,2 Mio. Euro (MDax-Durchschnitt: 1,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
+37,7% (MDax: -0,9%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
+2,6% (MDax: +12,6%)

Bezüge-Platzierung im MDax-Vergleich:
Rang 24

"Pay for Performance"-Platzierung im MDax-Vergleich:
Rang 2

* ohne Aktienoptionen und andere Long Term Incentives

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Horst Enzelmüller Vorstandsvorsitzender Techem Bezüge 2004*: 1,1 Mio. Euro (MDax-Durchschnitt: 1,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +22,1% (MDax: -0,9%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +65,6% (MDax: +12,6%) Bezüge-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 28 "Pay for Performance"-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 3 * ohne Aktienoptionen und andere Long Term Incentives

Horst Enzelmüller
Vorstandsvorsitzender Techem

Bezüge 2004*:
1,1 Mio. Euro (MDax-Durchschnitt: 1,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
+22,1% (MDax: -0,9%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
+65,6% (MDax: +12,6%)

Bezüge-Platzierung im MDax-Vergleich:
Rang 28

"Pay for Performance"-Platzierung im MDax-Vergleich:
Rang 3

* ohne Aktienoptionen und andere Long Term Incentives

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Wolfgang Leese Vorstandsvorsitzender Salzgitter Bezüge 2004*: 1,0 Mio. Euro (MDax-Durchschnitt: 1,6 Mio. Euro) Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten: +12,0% (MDax: -0,9%) Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten: +55,0% (MDax: +12,6%) Bezüge-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 35 "Pay for Performance"-Platzierung im MDax-Vergleich: Rang 4 * ohne Aktienoptionen und andere Long Term Incentives

Wolfgang Leese
Vorstandsvorsitzender Salzgitter

Bezüge 2004*:
1,0 Mio. Euro (MDax-Durchschnitt: 1,6 Mio. Euro)

Eigenkapitalrendite nach Eigenkapitalkosten:
+12,0% (MDax: -0,9%)

Wertschöpfung nach Eigenkapitalkosten:
+55,0% (MDax: +12,6%)

Bezüge-Platzierung im MDax-Vergleich:
Rang 35

"Pay for Performance"-Platzierung im MDax-Vergleich:
Rang 4

* ohne Aktienoptionen und andere Long Term Incentives

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MDax-Sieger: Gut und günstig
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Eine ebenso beeindruckende Leistung - in Form deutlich zweistelliger Eigenkapital- und Börsenrenditen - konnte dabei lediglich Conti-Chef Manfred Wennemer (57) vorweisen. Der Sanierer, der den angeschlagenen Autozulieferer durch rigoroses Kostenmanagement wieder profitabel machte, führt trotz seiner jüngsten Gehaltserhöhung die Dax-Rangliste an.

Andere Konzernlenker, darunter Bayer-Chef Werner Wenning (58) oder Lufthansa-Vormann Wolfgang Mayrhuber (58), haben weniger überzeugende Argumente für ihre sprunghaft gestiegene Besoldung. Wennings Pharmakonzern verdiente die Eigenkapitalkosten nicht, Mayrhubers Airline vernichtete Aktionärsvermögen - dennoch langten die Chefs zu.

"Den Verteilungskampf um die Firmengewinne", sagt Heinz Evers, Chef der Kienbaum Vergütungsberatung, "haben die Topmanager in den letzten Jahren eindeutig für sich entschieden."

Neben einem kräftig steigenden Gehalt gibt es aber noch weitere, weniger offenkundige Wege für die Vorstände, um ihre Saläre aufzupeppen. Eine solche diskrete und deshalb sehr beliebte Methode führt über die so genannten Long Term Incentives, langfristige Gehaltsbestandteile wie Aktien oder Optionen.

Viele dieser Programme werden zurzeit umgestellt. Anstelle von Optionspaketen, bei denen die Vorstände im Fall sinkender Börsenkurse oft leer ausgehen, werden nun häufig Aktien oder ihr Gegenwert in bar verteilt. Offizielle Begründung: Der Vorstand profitiert auch davon, wenn er den Börsenkurs nach einem Absturz zumindest wieder ein Stück weit steigern kann.

Plündernde Statthalter

Angenehmer Nebeneffekt für die Großverdiener: Es kommt auf jeden Fall etwas aufs Konto. Zumal die Gewährung der Extragehälter oft nicht mehr an Börsenkurse, sondern an firmeninterne Gewinngrößen gekoppelt wird - Kennziffern, die die Vorstände leichter beeinflussen können.

Eine andere, ebenfalls häufig genutzte Möglichkeit zur heimlichen Gehaltsaufbesserung sind die Ruhestandsbezüge der Topleute. Sie müssen derzeit nicht gesondert im Geschäftsbericht ausgewiesen werden - eine Einladung für manchen Manager, richtig zuzulangen. "Um die Pensionen wird teilweise härter verhandelt als um alles andere", erzählt ein Gehaltsberater.

Immerhin: Einige Firmen, darunter der Stromriese RWE , berichten bereits ausführlich über die Altersbezüge der Vorstände. Dass dieses Beispiel Schule macht, halten Experten jedoch für wenig wahrscheinlich.

Zwar hat Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ihren Gesetzentwurf zur Veröffentlichung der Managergehälter verschärft und das Thema Abfindungen und Pensionen aufgenommen. Die entsprechende Regelung bleibt jedoch wie vieles in dem Anfang Juli auch vom Bundesrat verabschiedeten Gesetz eher vage und lässt sich nach Ansicht von Gehaltsexperten umgehen.

Immerhin, die Unternehmen müssen ab dem Geschäftsbericht für das Jahr 2006 die Bezüge ihrer Vorstandsmitglieder einzeln ausweisen. Das Gesetz sieht allerdings nur ein vergleichsweise geringes Bußgeld von 50.000 Euro je Vorstandsmitglied vor, sollte ein Konzern der neuen Transparenzpflicht nicht nachkommen. Und mit der so genannten Opt-Out-Regelung lässt das Gesetz den Unternehmen eine Hintertür offen: Demnach kann die Hauptversammlung den Vorstand von der Offenlegungspflicht befreien, wenn drei Viertel des auf der HV vertretenen Grundkapitals zustimmen.

Sollte Unternehmen diese Schlupflöcher tatsächlich nutzen, fürchtet der Hamburger Wirtschaftsrechtler Michael Adams bereits Zustände wie im alten Rom: "Ähnlich wie die heutigen Vorstände wurden die Statthalter der römischen Provinzen nur für eine begrenzte Zeitspanne berufen. Diese Frist haben sie dann nach Kräften genutzt, um zu plündern."

Dax 30: Welche Topmanager ihr Gehalt wert sind Stoxx 50: Europas Konzernlenker im Vergleich MDax-Bilanz: Die zweite Reihe im Leistungstest Methode: So entsteht der Pay-Performance-Index Standort Deutschland: "Jetzt zahlen wir die Zeche" Vergütung: Experte Maßmann über Gehaltstrends

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