Montag, 17. Juni 2019

Zukunftsstädte Pune in Indien

3. Teil: Die schrittweise Öffnung

Es ist noch nicht lange her, da steckte Tata Motors in den roten Zahlen. Erst ein Kostensenkungsprogramm, das 5000 Beschäftigte den Arbeitsplatz kostete, brachte Tata wieder Gewinne. Restrukturiert hat auch der Fahrzeughersteller Bajaj Auto, der in seinen mittlerweile hochmodernen Werken in Pune Zwei- und Dreiräder produziert.

Modernisierungsdruck: Fast täglich bricht in Pune die Stromversorgung zusammen
[M] DPA; manager-magazin.de; SPIEGEL ONLINE
Modernisierungsdruck: Fast täglich bricht in Pune die Stromversorgung zusammen
Was Tata und Bajaj schon hinter sich haben, steht vielen Unternehmen in ganz Indien noch bevor: Die schrittweise Öffnung Indiens seit Anfang der 90er Jahre setzt die heimische Industrie zunehmend der internationalen Konkurrenz aus.

Dem Druck müssen die Firmen mit Modernisierung begegnen - zu Lasten der Arbeitsplätze. Mithin wird es Jahre dauern, bis selbst eine aufstrebende Stadt wie Pune die hohe Erwerbslosigkeit reduzieren kann.

Zu tun gibt es noch jede Menge in Pune. Der Flughafen ist viel zu klein, die Straßen sind meist in katastrophalem Zustand. Die Abgase der Fahrzeuge und die Rauchschwaden der herunterbrennenden Müllberge verpesten die Luft.

Am ärgsten aber drängt das Energieproblem. Fast täglich bricht die Stromversorgung zusammen. Wer besonders viel Energie verbraucht, muss einmal pro Woche nach einem von der Behörde vorgegebenen Plan die Produktion einstellen.

Eugen Rapp, der im schwäbischen Weingarten die Maschinenbaufirma Tox Pressotechnik betreibt, schreckt dies alles nicht. Er hat Indien vor einigen Monaten zum ersten Mal besucht und spontan beschlossen: "Ich werde in Pune ein neues Werk errichten."

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© manager magazin 5/2005
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