Freitag, 28. Februar 2020

Zukunftsstädte Curitiba in Brasilien

2. Teil: Curitibas industrielles Fundament

Niedrige Löhne: Parallel zur Stadtentwicklung förderten die Politiker seit den 70er Jahren die Industrieansiedlung. Gehälter, die 30 bis 40 Prozent unter dem Niveau von São Paulo liegen, haben in- und ausländische Investoren angezogen; außerdem locken Steuererleichterungen. Siemens Börsen-Chart zeigen und Bosch gehörten zu den ersten Konzernen, die im Industriepark von Curitiba große Fabriken bauten. Allein Bosch beschäftigt dort 5000 Menschen.

Geheimtipp: Die adrette Altstadt lässt nicht erahnen, dass Curitiba eine der dynamischsten Industriemetropolen Brasiliens ist
Christian Knepper
Geheimtipp: Die adrette Altstadt lässt nicht erahnen, dass Curitiba eine der dynamischsten Industriemetropolen Brasiliens ist
Metallverarbeitung und Autoproduktion bilden das industrielle Fundament Curitibas. VW Börsen-Chart zeigen, Renault Börsen-Chart zeigen und Volvo Börsen-Chart zeigen haben in den letzten sechs Jahren moderne Werke vor den Toren der Stadt errichtet. Eine Erdölraffinerie und eine Erdgasfirma garantieren die Versorgung mit Energie.

Die Ansiedlung der Schwerindustrie war von langer Hand geplant, der zweite wichtige Wirtschaftsbereich Curitibas hingegen ist im wahrsten Sinne des Wortes naturbedingt: Die Hauptstadt des Bundesstaates Paraná liegt inmitten einer fruchtbaren Landschaft. Auf üppigen Feldern und Äckern gedeiht fast alles, Zuckerrohr genauso wie Soja, Mais oder Tabakpflanzen. Futter für die Aufzucht von Schweinen, Rindern und Geflügel gibt es in Hülle und Fülle.

Ausbaubedarf: Auf der Autobahn zum nahen Hafen Paranaguá warten Lkw auf die Abfertigung.
Bloomberg News
Ausbaubedarf: Auf der Autobahn zum nahen Hafen Paranaguá warten Lkw auf die Abfertigung.
Blühende Landwirtschaft: Die Stadt lebt zu einem gut Teil vom Handel mit Agrargütern und deren Verarbeitung. Die Ausfuhren von landwirtschaftlichen Produkten steigen in ganz Brasilien; Curitiba profitiert besonders von diesem Trend, denn die Stadt hat einen unschätzbaren Vorteil: Sie liegt nur rund 90 Kilometer entfernt vom großen Hafen Paranaguá.

Allerdings sind die Straßen nach Paranaguá meist verstopft, und wenn die Laster endlich ankommen, dauert es Tage, bis die Fracht verladen wird. Gewaltige Summen Geldes müssen in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden, nur dann kann Curitiba auch in Zukunft zügig weiterwachsen.

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