Lebenshilfe Ist Geld mein Feind?

Zwei preisgekrönte "Zeit"-Journalisten stellen kluge Fragen zu aktuellen Problemen. Heraus kommen 13 bedenkenswerte Kurzessays, die sich gut einzeln lesen lassen und den Titel des Buches schlüssig umreißen: "Leben ist verdammt schwer".

Inhalt:

Die Autoren, preisgekrönte Journalisten aus der Redaktion der "Zeit", suchen einleuchtende Wege ins "richtige" Leben. Das allein wäre noch nicht originell. Wie sie es aber tun, hebt sie deutlich ab von den Verfassern der anderen so genannten Sachbücher zum Thema "Lebenszweck und -organisation", die den Leser mit platten Imperativen ("Simplify your life!") und Schubladenweisheiten belästigen.

Verständlichkeit: Die Texte sind klar strukturiert. Kohlenberg und Lebert beginnen bei sich selbst, schreiben stilsicher von ihren eigenen Erfahrungen mit den Problemzonen des Alltags. Es geht um Kommunikations- und Bindungsfähigkeit. Um Originalität und Leistung genauso wie um Besitz oder Genussfähigkeit.

Hierzu formulieren die Autoren dann 13 konkrete Fragen ("Wie giftig ist der Neid?", "Ist Geld mein Freund oder mein Feind?", "Wie schnell muss ich leben?") und liefern zunächst sachdienliche Hinweise aus der wissenschaftlichen Literatur von Forschern und Theoretikern wie Adorno oder Watzlawick.

Schließlich diskutieren sie ihre Themen mit mehr oder weniger prominenten Protagonisten, die sich durch Kompetenz beim jeweiligen Stichwort auszeichnen: etwa mit "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher über das Thema Neid, mit TV-Moderator Günther Jauch über Geld, mit Schauspielerin Franka Potente über den eigenen Unterhaltungswert.

Selbst der sonst schwer erträgliche André Heller steuert zur Frage, ob man das Aufhören und das Anfangen lernen kann, originelle Einsichten bei. Hellers Slalomkurs vom Radiomoderator über den Chansonnier, Zirkusdirektor und Pyrotechnokraten bis zum Dokumentarfilmer ("Im toten Winkel" über Hitlers Sekretärin) verlief offenbar weniger unreflektiert, als es von außen schien.

Nutzwert: Heraus kommen 13 bedenkenswerte Kurzessays, die sich gut einzeln lesen lassen und den Titel des Buches schlüssig umreißen. "Leben ist verdammt schwer" bietet wenig Trost, aber eine Menge Material zur Selbstreflexion. Das ist mehr wert als die Schaumschlägerei und Gedankenkosmetik der "Glücksformel"-Erfinder und anderer Scharlatane.