Freitag, 21. Juni 2019

Altersvorsorge Das Gesetz der großen Zahl

6. Teil: Unabhängigkeit per Rechnung

Mit solchen Summen wäre er für die etablierte Finanzindustrie interessant. Doch deren Vertreter werden kaum noch zum Zuge kommen. Ehrich hat Schröder geraten, einen Fondssparplan abzuschließen - bei einer Direktbank, weil es dort deutlich günstiger ist.

Geplatzter Traum: Jens Bugge (im Bild mit Familie) wäre mit seiner Altersvorsorge am liebsten schon fertig, wenn er 40 ist. Dazu wäre eine illusorisch hohe, monatliche Rücklage von rund 10.000 Euro nötig gewesen.
Lars Ternes
Geplatzter Traum: Jens Bugge (im Bild mit Familie) wäre mit seiner Altersvorsorge am liebsten schon fertig, wenn er 40 ist. Dazu wäre eine illusorisch hohe, monatliche Rücklage von rund 10.000 Euro nötig gewesen.
Nach abgeschlossener Finanzplanung samt Handlungsempfehlungen schickt Ehrich eine Rechnung, die sich - je nach Zeitaufwand - auf 750 bis 1200 Euro beläuft.

Noch nutzen hier zu Lande wenige Anleger den Rat der unabhängigen Finanzprofis. mm-Kandidat Jens Bugge (34) gehört dazu. Er ist ein für sein Alter relativ vermögender und in Geldanlagedingen einigermaßen erfahrener Freiberufler und fand durch die Gespräche mit den Finanzplanern von Sineus Gefallen an einer Produktlinie, auf die seine früheren Berater nie ein Wort verschwendet hatten: Indexpapiere.

Derartige Fonds oder Zertifikate partizipieren an der Wertentwicklung großer Börsenbarometer wie dem EuroStoxx , dem Dax oder dem S&P 500 - zu deutlich geringeren Kosten und mit größeren Erfolgsaussichten als herkömmliche Aktienfonds.

Indexpapiere sind auf lange Sicht, wie zahlreiche Studien belegen, 90 Prozent aller Fondsmanager und Vermögensverwalter überlegen. Außerdem fallen für Indexprodukte keine Ausgabeaufschläge und geringere Verwaltungskosten an als für konventionelle Fonds - weshalb diese Produkte bei den meisten Finanzanbietern nur äußerst selten über den Tresen gehen.

Jens Bugge indes ist überaus angetan. Der studierte Elektrotechniker will nach den Gesprächen mit den Sineus-Leuten künftig mindestens 400 Euro im Monat zusätzlich zu seinen bereits laufenden Vorsorgemaßnahmen in einen Zertifikatesparplan stecken. "Ich will so viel wie möglich in naher Zukunft für die Altersvorsorge tun. Am liebsten wäre ich damit durch, wenn ich 40 bin."

Diesen Traum rechneten die Finanzplaner dem Hamburger allerdings erst einmal kaputt. Bugge hätte dafür in den kommenden sechs Jahren insgesamt knapp 900.000 Euro ansparen müssen. Dazu wären rund 10.000 Euro monatlich nötig gewesen. Völlig illusorisch.

Lars TernesDie Finanzplanerin spielt mit diesem Tipp einen der größten Trümpfe aus, den sie als freie Beraterin hat: Unabhängigkeit. Sie muss keine Produkte verkaufen, keine Depots umschichten, um Gebühren zu generieren.

© manager magazin 5/2005
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