Montag, 11. November 2019

Altersvorsorge Das Gesetz der großen Zahl

4. Teil: Die überhörten Mahnungen

Bislang zeigten die Mahnungen wenig Wirkung. Deutsche Erwerbstätige, so die Axa-Studie, legen monatlich im Schnitt nur 241 Euro fürs Alter zurück. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was etwa die Amerikaner für später auf die Seite schaffen.

Imposanter Konsumverzicht: Jan Heß gibt ein gutes Drittel seines Nettogehalts für Vorsorge und Absicherung aus
Lars Ternes
Imposanter Konsumverzicht: Jan Heß gibt ein gutes Drittel seines Nettogehalts für Vorsorge und Absicherung aus
Mit der aktuellen deutschen Durchschnittssparrate lässt sich nicht viel anfangen. Ein heute 35-Jähriger kommt bis zu seinem 65. Geburtstag auf ein Vermögen, das einer heutigen Kaufkraft von 167.000 Euro entspricht - gesetzt den Fall, dass sich das Kapital zu 4 Prozent verzinst und die Inflationsrate bei 2,5 Prozent liegt.

Wollte unser Mustermann nun von seinen Ersparnissen leben, hätte er bis zu seinem 95. Geburtstag monatlich nur 231 Euro zur Verfügung.

mm-Kandidat Jan Heß hat das Problem früh, mit Mitte 20, erkannt. Keine schlechten Voraussetzungen, um seine magische Zahl - immerhin 2,3 Millionen Euro - nicht erst mit 65, sondern bereits mit Ende 50 zu erreichen. Zeit ist Geld, wenn es um den Vermögensaufbau geht.

Ein einfaches Rechenexempel zeigt die tiefe Wahrheit dieses Leitsatzes. Legt ein heute 25-Jähriger bis zu seinem 65. Lebensjahr jeden Monat 100 Euro zu 4 Prozent Zinsen jährlich an, kommt er auf ein Kapital von rund 118.000 Euro.

Wartet er bis 35 mit dem Sparen, muss er sich später mit rund 69.000 Euro begnügen. Ab Mitte 40 erwarten ihn mit 65 gar nur 37.000 Euro.

Auf Empfehlung von Loyas steckt Heß rund 250 Euro im Monat in seine Altersvorsorge, vornehmlich in Rentenversicherungen. Weitere 200 Euro gehen in einen Fondssparplan und in einen Bausparvertrag - Grundstock für den Kauf eines Hauses. In knapp zehn Jahren will der Betriebswirt so weit sein.

Der Konsumverzicht des Youngsters ist beeindruckend. Einschließlich seiner Beiträge zur Kranken-, Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung gibt er jetzt - nach Umsetzung sämtlicher Loyas-Ratschläge - ein gutes Drittel seines Nettogehalts für Vorsorge und Absicherung aus.

Lars TernesEine Anpassung an das US-Niveau täte Not, steuert doch die staatliche Rente hier zu Lande auf bessere Almosen zu, wie sie Uncle Sam seinen Bürgern heute schon zahlt.

© manager magazin 5/2005
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