Freitag, 18. Oktober 2019

Aufstieg Die Erfolgsformel

In einer umfassenden Studie analysierte die Wirtschaftsuniversität Wien die Karrierewege deutschsprachiger Manager in den vergangenen Jahrzehnten. Die Ergebnisse zeigen, was wirklich zählt auf dem Weg an die Spitze.

Im Grunde hat Martin Poller (Name von der Redaktion geändert) einen schönen Job. Er sitzt im Vorstandsstab eines großen Dax-Unternehmens und leistet Vorarbeit für die strategische Ausrichtung eines der umsatzstärksten deutschen Konzerne.

Der Selbstinszenierer: Tue Gutes und rede über Dich. Führungskräfte, die ihre eigenen Fähigkeiten und Erfolge stets an der passenden Stelle ins rechte Licht zu rücken wissen, steigen schneller auf. Showtalent allein reicht allerdings nicht aus für den Aufstieg. Spürbare Karrierevorteile genießen nur Manager, die dauerhaft deutlich mehr Einsatz zeigen als der Durchschnitt und ihre Leistungen mit nachprüfbaren Ergebnissen belegen können.
Sabine Wilharm
Der Selbstinszenierer: Tue Gutes und rede über Dich. Führungskräfte, die ihre eigenen Fähigkeiten und Erfolge stets an der passenden Stelle ins rechte Licht zu rücken wissen, steigen schneller auf.

Showtalent allein reicht allerdings nicht aus für den Aufstieg. Spürbare Karrierevorteile genießen nur Manager, die dauerhaft deutlich mehr Einsatz zeigen als der Durchschnitt und ihre Leistungen mit nachprüfbaren Ergebnissen belegen können.
So richtig wohl aber fühlt sich der studierte Betriebswirt im Vorzimmer der Macht nicht. Er sucht nach einem Unternehmen, in dem er mehr sein kann, einer Firma, die ihm die Chance bietet, nach ganz oben aufzusteigen. Dass er es bislang nicht ins Topmanagement geschafft hat, liegt nach Pollers Überzeugung auch an einem Faktor, den er nicht beeinflussen kann: seiner Herkunft.

"Ich habe schon einige Kollegen an mir vorbeiziehen sehen, die nicht mehr drauf hatten als ich, dafür aber offenbar den richtigen Stallgeruch", sagt Poller, der in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist.

Pollers Argwohn ist nachvollziehbar. Das richtige Elternhaus ist nach wie vor einer der wichtigsten Faktoren für den Aufstieg. Das jedenfalls hat die Wirtschaftsuniversität Wien in einer groß angelegten Karrierestudie festgestellt (siehe: "Karrierefaktoren: 'Eliten produzieren Eliten'"), deren Ergebnisse manager magazin exklusiv veröffentlicht.

Bemerkenswert ist die Untersuchung vor allem aus einem Grund: Professor Wolfgang Mayrhofer und sein Team analysierten in mehrjähriger Kleinarbeit nicht nur die Berufslaufbahnen der aktuellen Managergeneration, sondern beleuchteten darüber hinaus die Werdegänge mehrerer Absolventengenerationen der größten wirtschaftswissenschaftlichen Hochschule Europas.

Über 1000 Absolventen wurden befragt, Wirtschaftsakademiker, die heute in den mittleren und oberen Führungsgremien großer deutscher, Schweizer und österreichischer Unternehmen arbeiten. Herausgekommen ist eine für den deutschsprachigen Raum in Qualität und Umfang bislang einzigartige Längsschnittstudie.

© manager magazin 5/2005
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