Aktionärsrechte Zum Abnicken verurteilt

Wenn es um ihre Pflichten gegenüber den Aktionären geht, erweisen sich deutsche Vorstände als sture Bremser. Die Anteilseigner werden auf Hauptversammlungen zu Zuschauern degradiert - zum Schaden des Kapitalmarkts.
Von Ulric Papendick

Anlegerschutz: Bananenrepublik oder Best Practice?



Plus Minus
Anlegerschutz in Deutschland
Aktionäre haben ausführliches Frage- und Auskunftsrecht auf der Hauptversammlung. Kaum Möglichkeiten für Anleger, betrügerische Vorstände auf Schadensersatz zu verklagen.
Strenges Aktienrecht gewährt Kleinanlegern Einspruchs-
möglichkeiten.
Keine direkte Haftung von Managern gegenüber den Aktionären.
Neue Bilanzgesetze stärken Unabhängigkeit der Abschlussprüfer und verbessern die Kontrolle der Firmenbilanzen. Keine zentrale Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Börsendelikte.
Aufsichtsbehörde BaFin gilt als personell schwach besetzt und hat nicht genügend Durchgriffsrechte.
Anlegerschutz in den USA
Umfangreiche Möglichkeiten
für Anleger, Vorstände wegen fehlerhafter Informationen
zu verklagen.
Risiken durch Sammelklagen von Anlegern sind für Unternehmen
schwer zu kalkulieren.
Einsatz im Sinne der Anleger
gilt als karrierefördernd; bestes Beispiel ist der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer, der unlautere Praktiken der Wall
Street verfolgt.
Das nach den großen Bilanzskandalen von Enron und Worldcom eingeführte "Sarbanes-Oxley"-Gesetz ist sehr bürokratisch, bürdet den Firmen umfangreiche Dokumentations-
pflichten auf und verursacht dadurch erhebliche Kosten.
Strenge Aufsichtsbehörde SEC verfügt über Toppersonal und umfangreiche Sanktions-
möglichkeiten.
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