Freitag, 22. November 2019

IT-Industrie Der Softwarekrieg

8. Teil: Leuchtendes Beispiel

Ein eindeutiger Sieger, der die Herrschaft über die Computerwelt von morgen schnell an sich reißen kann, zeichnet sich noch nicht ab. Wohl aber ein spannender Zweikampf. Denn Nachzügler Gates wartet vorerst gezwungenermaßen am Rande des Schlachtfelds. Er wird sich im Geschäft mit Business-IT wohl noch etliche Jahre mit dem Mini-Mittelstand zufrieden geben müssen - dort allerdings große Erfolge erringen. Das entscheidende Duell um die lukrativen Großunternehmen fechten Palmisano und Kagermann aus.

Leuchtendes Beispiel:
Automobilzulieferer Hella hat als eines der ersten deutschen Unternehmen seine IT auf On-Demand-Technik umgestellt
Verteidiger IBM wird mit seiner schieren Omnipräsenz einen gehörigen Batzen des Plattformmarktes an sich ziehen. Der kleine Angreifer SAP aber bietet gut Paroli. Seine loyale Kundschaft kauft mit Sicherheit die Netweaver-Plattform und garantiert so ihrem Lieferanten einen fetten Anteil.

Bleibt Oracle. Für den Datenbank-Primus stehen die Chancen im Plattformkampf nicht sonderlich gut. Abgelenkt durch die Übernahmen, ohne klare Marketingstrategie für 10g muss er sich gewaltig anstrengen, um den Anschluss an die drei Branchenriesen nicht zu verlieren. Und schließlich als König ohne Land zu enden.


Leuchtendes Beispiel

Der Automobilzulieferer Hella hat als eines der ersten deutschen Unternehmen seine IT auf On-Demand-Technik umgestellt

Die Aufgabe: Weltweit 65 Fertigungsstätten, 23.000 Mitarbeiter, ein breites Produktspektrum von Kfz-Beleuchtung über Elektronik bis hin zu kompletten Fahrzeugmodulen - die Informationstechnik der Hella KG steuert unzählige Geschäftsprozesse mit verschiedensten SAP-Programmen. Das höchst komplexe System wollte IT-Leiter Stefan Osterhage 2003 unbedingt modernisieren. Um Kosten zu senken und um flexibler auf die Veränderungen im Geschäft reagieren zu können.

Die Lösung: Osterhage entschied sich im Jahr 2003 für eine IT-Fabrik von Fujitsu Siemens Computers. Flexframe heißt das Angebot des japanisch-deutschen Herstellers, das aus standardisierten Hardwarebausteinen besteht. Auf diesen Ressourcenpool setzt die Softwareplattform Netweaver von SAP auf. Das Integrationsprogramm verteilt die Anforderungen der SAP-Programme nach Bedarf auf die verschiedenen Rechner im Pool.

Der Erfolg: Das System reagiert äußerst flexibel auf die Anforderungen, die an die verschiedenen SAP-Programme gestellt werden. Während des laufenden Betriebs kann zum Beispiel die Zahl der Nutzer für eine Komponente blitzschnell von 110 auf 5500 gesteigert werden. Gleichzeitig sinken die Betriebskosten erheblich - Hella rechnet mit Einsparungen von bis zu 30 Prozent.

© manager magazin 5/2005
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