Sonntag, 17. November 2019

IT-Industrie Der Softwarekrieg

7. Teil: Microsofts späte Attacke

Eher siegt derjenige, der das beste Marketing betreibt - und dazu genügend Geld zur Verfügung hat. Ein Prinzip, das Microsoft seit Jahren vorexerziert. Weil bei dem PC-Monopolisten mehr als 30 Milliarden Dollar frei verfügbar in der Kasse liegen, darf Gates' Company als Konkurrent im Plattformmarkt auf keinen Fall unterschätzt werden.

 Softwareplattform: .Net Funktionsweise: Alle mit der .Net-Entwicklungsumgebung geschriebenen Programme harmonisieren perfekt miteinander, unabhängig vom Hersteller. Zudem vereinheitlicht Microsoft sein Betriebssystem, seine Datenbank und die Office-Suite auf .Net-Basis. So soll ein reibungsloses Zusammenspiel der Elemente einer IT-Landschaft ermöglicht werden. Programmsprache: .net. Fertigstellung: Dieses Jahr sollen .Net-Produkte für größere Unternehmen verfügbar sein. Markt: Kleine Unternehmen nutzen schon Teile des .Net-Systems. In Asien ist .Net extrem beliebt.
Markus Spang
Softwareplattform: .Net

Funktionsweise: Alle mit der .Net-Entwicklungsumgebung geschriebenen Programme harmonisieren perfekt miteinander, unabhängig vom Hersteller. Zudem vereinheitlicht Microsoft sein Betriebssystem, seine Datenbank und die Office-Suite auf .Net-Basis. So soll ein reibungsloses Zusammenspiel der Elemente einer IT-Landschaft ermöglicht werden.

Programmsprache: .net.

Fertigstellung: Dieses Jahr sollen .Net-Produkte für größere Unternehmen verfügbar sein.

Markt: Kleine Unternehmen nutzen schon Teile des .Net-Systems. In Asien ist .Net extrem beliebt.
Unter dem Markennamen .Net bastelt die Cash-Maschine nun schon seit etlichen Jahren an einem Konzept, das Microsofts Betriebssystem, Datenbank und Anwendungen vereinheitlichen und gleichzeitig für die Produkte anderer Softwarehersteller öffnen soll.

Gates' Vision: Alle Elemente einer IT-Landschaft setzen auf seinem .Net-Fundament auf - auch die Geschäftsanwendungen großer Firmen.

Kernelement seiner Strategie ist ein hauseigener Programmier-Werkzeugkasten, der Softwareingenieuren das Bauen von .Net-Produkten enorm erleichtern soll. "In den USA arbeiten mehr als 50 Prozent aller Entwickler mit .Net", demonstriert Microsoft-CEO Steve Ballmer Überlegenheit.

Noch schreiben die .Net-Truppen vor allem Programme für kleinere Unternehmen. Doch Doug Burgum, Chef der Sparte Unternehmenssoftware, kündigte im März an, Microsoft Börsen-Chart zeigen wolle im Plattformgeschäft in Zukunft stärker gegen SAP konkurrieren - sprich: auch Produkte für Konzerne anbieten.

Die Attacke kommt reichlich spät. Doch Verzögerungen sind ja typisch für Microsoft und haben den Erfolg der Redmonder bislang noch nie verhindert. So rechnen Analysten damit, dass sich Microsoft vor allem in kleineren Firmen etablieren wird. Zudem setzen viele asiatische Unternehmen auf .Net.

Gates mit seiner gigantischen Finanzkraft bleibt also ein nicht zu unterschätzender Faktor. Palmisano brilliert als amtierender Marktführer mit exzellentem Marketing. Kagermann ist dank seiner Kundenbasis ein potenter Herausforderer. Und Ellison ist gewohnt aggressiv.

© manager magazin 5/2005
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