Sonntag, 17. November 2019

IT-Industrie Der Softwarekrieg

3. Teil: IBMs perfekter Plan

Dennoch stürzen sich die Unternehmen mit Begeisterung auf die Plattformtechnik, schließlich wünschen sie sich seit Jahren effizientere Systeme und eine Vereinbarkeit der unzähligen Softwarespielarten. Bleibt nur noch die Entscheidung für einen der vier großen Anbieter.

 Softwareplattform: Websphere Funktionsweise: IBM verfügt bereits über diverse Einzelprodukte, die Funktionen einer Softwareplattform erfüllen. Mit Hilfe der Mitglieder der Websphere-Familie lassen sich zum Beispiel Programme verschiedenster Hersteller vereinheitlichen. Andere Elemente steuern die Hardware oder managen Portale für einen einheitlichen Zugriff auf die diversen Anwendungen. Programmsprache: Java. Fertigstellung: Die gesamte Produktfamilie ist bereits seit 2000 erhältlich. Markt: IBM ist derzeit Marktführer bei Middleware und wird wohl einen hohen Anteil bei Plattformen halten können.
Markus Spang
Softwareplattform: Websphere

Funktionsweise: IBM verfügt bereits über diverse Einzelprodukte, die Funktionen einer Softwareplattform erfüllen. Mit Hilfe der Mitglieder der Websphere-Familie lassen sich zum Beispiel Programme verschiedenster Hersteller vereinheitlichen. Andere Elemente steuern die Hardware oder managen Portale für einen einheitlichen Zugriff auf die diversen Anwendungen.

Programmsprache: Java.

Fertigstellung: Die gesamte Produktfamilie ist bereits seit 2000 erhältlich.

Markt: IBM ist derzeit Marktführer bei Middleware und wird wohl einen hohen Anteil bei Plattformen halten können.
Welcher der Softwarekönige wird die meisten Kunden gewinnen? IBM-Chef Palmisano vielleicht, der schon heute Marktführer bei der so genannten Middleware ist, also den Programmen, die schon heute viele Funktionen einer Plattform übernehmen?

Die helfen zum Beispiel unterschiedlichen Programmen, sich zu verständigen, vereinheitlichen auf Portalen den Zugriff der Nutzer auf die Software oder steuern die Auslastung der Rechnerkapazitäten.

Dem Vormann des weltgrößten Computerkonzerns kommt die Ehre zu, die Idee vom "Business on Demand" ins Bewusstsein der Manager gerückt zu haben. In einem genialen Werbefeldzug prägte er die eingängige Formel für das komplexe IT-System der Zukunft und übernahm damit die geistige Führung der Branche.

Auch in harten Zahlen haben sich die 800 Millionen Dollar, die der Herr über Big Blue insgesamt in die On-Demand-Kampagne steckt, schon heute amortisiert. In seinem Softwaregeschäft erzielte IBM Börsen-Chart zeigen im vergangenen Jahr 15,1 Milliarden Dollar Umsatz - und ist damit die klare Nummer zwei hinter Microsoft. Doch Palmisano will mehr.

Ihm genügt es nicht, seine Softwarefamilie namens Websphere zu vermarkten. Die Unternehmen sollen auch die passende On-Demand-Hardware bei ihm einkaufen und sich von seinen Global Services die gesamte Techniklandschaft konfigurieren lassen.

Am besten übergeben die Firmen gleich ihre ganze IT an den IBM-Dienstleister, lassen sich von ihm die digitalen Abläufe effizienter gestalten und abonnieren das Ganze dann als Outsourcinglösung.

Der perfekte Plan für die Übernahme der IT-Weltherrschaft. Rund zehn Milliarden Dollar investiert Palmisano in die Umsetzung seiner On-Demand-Strategie. Mehr als 55.000 Berater schwärmen täglich in die Unternehmen aus, um dort Sams frohe Botschaft zu verkünden.

© manager magazin 5/2005
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