Montag, 14. Oktober 2019

Führung Bedingt tauglich

Die Krise hat sich tief eingegraben in das Denken und Handeln deutscher Topmanager, so das Ergebnis einer Studie des Personalberaters Zehnder. Anderswo sind die Führungskräfte dynamischer.

Es gab Zeiten, da standen deutsche Unternehmen in der ersten Reihe der Globalisierung. Daimler Börsen-Chart zeigen stieg bei Chrysler ein, die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen bei Bankers Trust.

 Der Deutsche: Deutsche Manager wollen durch Härte zum Erfolg. Fähigkeiten wie "Teams führen" halten sie für eher unwichtig. "Wille zur Leistung" - darauf legen sie Wert. Für Innovation und Wachstum bleibt wenig Raum. Entsprechend negativ sehen sie Deutschland als Standort.
Sabine Wilharm
Der Deutsche: Deutsche Manager wollen durch Härte zum Erfolg. Fähigkeiten wie "Teams führen" halten sie für eher unwichtig. "Wille zur Leistung" - darauf legen sie Wert. Für Innovation und Wachstum bleibt wenig Raum. Entsprechend negativ sehen sie Deutschland als Standort.
Im Inland formten Veba und Viag den Eon-Konzern Börsen-Chart zeigen, ein Schwergewicht von internationaler Kampfkraft. Glorreiche Tage, damals Ende der 90er Jahre.

Und jetzt? Jetzt rollt die nächste Übernahmewelle heran, wieder schwimmen viele Konzerne in Geld. Aber die Deutschen spielen meist nur noch passiv mit: in der Rolle des Übernommenen, so wie kürzlich Hexal, das vom schweizerischen Pharmamulti Novartis Börsen-Chart zeigen geschluckt wurde.

Hiesige Manager sagen, Berater und Investmentbanker, seien nicht in Kauflaune. Expansion? Eher nicht. Und wenn, dann ganz vorsichtig.

Angesichts von zwölf Jahren Flaute und Frust in der Heimat haben deutsche Führungskräfte offenbar eine gewisse "No Future"-Haltung entwickelt.

Ihr Handeln wird bestimmt vom Hier und Jetzt: Was sie anpacken, muss sich rechnen - nicht irgendwann, sondern möglichst rasch.

Dieses Bild zeichnet exklusiv für manager magazin das "International Executive Panel" (IEP). Für diese Befragung der Personalberatung Egon Zehnder International, die künftig jährlich wiederholt werden soll, wurden Führungskräfte in Deutschland, den USA, Frankreich und Großbritannien ausgiebig interviewt.

© manager magazin 4/2005
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