Freitag, 18. Oktober 2019

Outsourcing Leinenzwang im PC-Park

Wer seine IT auslagert und glaubt, er sei damit all seine Sorgen los, der irrt in den meisten Fällen gewaltig. Nur gute Vorbereitung und straffe Kontrolle garantieren den Erfolg.

"Es war eine wertvolle Erfahrung", schwärmt Sue Unger von ihrem Megaprojekt "PC Global" - dem schwierigsten Outsourcing-Vorhaben in ihrer Karriere als Chief Information Officer (CIO) von DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen.

 "Ich habe gelernt, dass uns kein IT-Unternehmen überall auf der Welt 100-prozentig guten Service bieten kann." Sue Unger zum Outsourcing-Projekt bei DaimlerChrysler
Sigmar Münk
"Ich habe gelernt, dass uns kein IT-Unternehmen überall auf der Welt 100-prozentig guten Service bieten kann."
Sue Unger zum Outsourcing-Projekt bei DaimlerChrysler
Die Topmanagerin wollte 2003 die Beschaffung und Wartung aller weltweit 160.000 Arbeitsplatzrechner des Automobilbauers an den Dienstleister Hewlett-Packard (HP) Börsen-Chart zeigen auslagern. In den Jahren zuvor hatte der Stuttgarter Weltkonzern seine PC in jedem Land bei einem anderen Lieferanten erworben und die Pflege der Computer an lokale Firmen delegiert.

Alles aus einer Hand - das Konzept der Amerikanerin klang genial einfach. In der Praxis ließ sich die schöne Idee aber so nicht umsetzen. Während eines Pilotprojekts mit HP zeigte sich, dass die IT-Chefs der 130 Ländergesellschaften nicht auf die Vorteile ihrer eingespielten Beziehungen mit den heimischen Servicepartnern verzichten wollten.

"Ich habe gelernt, dass uns kein einziges IT-Unternehmen überall auf der Welt 100-prozentig guten Service bieten kann", konzediert Unger. Im Dezember 2003 schwenkte sie deshalb auf eine Alternativlösung für die globale PC-Offensive um.

Heute liefern neben HP auch Fujitsu Siemens Börsen-Chart zeigen und IBM Börsen-Chart zeigen Rechner an DaimlerChrysler in Europa. In den USA ordert der Konzern Hardware von Dell Börsen-Chart zeigen. Und bei den Services kommt in jedem Land der Anbieter mit den besten Konditionen zum Zug.

Trotz der Zugeständnisse an die Bedürfnisse der verschiedenen Standorte spart DaimlerChrysler bei den so genannten Desktop-Services mittlerweile 25 Prozent. Im Zuge des Pilotprojekts mit HP hatte Unger nämlich weltweite Normen für die Softwareausstattung und -verteilung gesetzt sowie die Spezifikationen für Geräte und Dienste konzernweit vereinheitlicht. Weil die Einkäufer jetzt nur noch Standardprodukte beschaffen, können sie besser Preise vergleichen und Mengenrabatte aushandeln.

Ende gut, alles gut. Unger korrigierte das Outsourcing-Geschäft rechtzeitig, bevor Schaden für DaimlerChrysler entstand, und profitierte auch noch von der Vorarbeit mit HP.

© manager magazin 3/2005
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